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Archive for März, 2006

Kollektion Ignatz

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 Der italienische Künstler Igort („5 ist die perfekte Zahl“) hat den Stein ins Rollen gebracht, und im Moment scheint er auch gut weiter zu rollen: Nachdem Igort zusammen mit David B. beim intimen Tee-Besäufnis beschlossen hat, eine „offene, erfrischend neue und poetische Sichtweise auf die Realität zu erfinden“, war auch schnell eine passende Produktionsform gewählt.

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Diverse: Japan as viewed by 17 creators

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Der Kulturaustausch unter Comicschaffenden steht hoch im Kurs: Gerade erst erschien bei dem Berliner Avant-Verlag der Band „Cargo“ mit Geschichten von durch Deutschland reisenden Israelis und durch Israel reisenden Deutschen, da werden auch schon Franzosen nach Japan geschickt, um dort die Kultur zu erkunden. Neun französische Autoren und Autorinnen sind nach Japan gereist, um dort ihre Erlebnisse und Erfahrungen im fernen Osten in Kurzgeschichten fest zu halten. Im Gegenzug wurden acht japanische Zeichner – nein, nicht nach Frankreich geholt, sondern sie wurden angehalten, auch ihren Blick auf Japan festzuhalten.

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V/A: Dirty Diamonds 3

Zum dritten und Gerüchten zu Folge letzten Mal hat das D*I*R*T*Y Soundsystem aus Paris eine Zusammenstellung vorgelegt, die sich jeglicher Kategorisierung entzieht.

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Vage Kriterien für die Auswahl sind wie auch schon bei den beiden vorherigen Compilations eine konzentrierte Eleganz und ein morbider, dekadenter Unterton. Diese Verbindung transportieren auch die nachgestellten, klassischen Gemälde auf den Covern. Dieses Mal sind es gar zwei CDs geworden, auf denen wie immer Unbekanntes und überraschend Bekanntes, Rock, Elektronik, Disco, E-Musik u.a. von 1962 bis 2005 in einer ungewöhnlichen Verbindung zu ganz eigenen Effekten führt. Mit dabei: Animal Collective, Robert Wyatt, Mazzy Star, Cristian Vogel, Kevin Ayers, Brooks, Flash and the Pan, Soft Cell, Nico, Ennio Morricone, Supermax u.a.
(Diamond Traxx/Discograph, VÖ: 14.4.06)

Melvins – Salad of a thousand Delights (DVD)

Ein Konzert mit kleiner, aber wüster Clubatmosphäre: permanent tummeln sich Leute auf der Bühne, stagediven, wenn sie es schaffen, bevor sie vom Bassisten erwischt werden.

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Oder umgekehrt: direkt beim ersten Stück landet Joe Preston im Publikum, seinen Bass findet er erst am Ende des Stücks wieder. So war das 1991 in Olympia, südlich von Seattle. Die Melvins spielen ihren superben Stopp-and-Go-Doom-Hardcore-Metal abgeklärt, der Film ist in diesem Rahmen zwar relativ aufwändig mit mehreren Kameras gemacht, insgesamt aber doch eine sehr punkige Angelegenheit. Als Bonus gibt es noch ulkige Frühstaufnahmen von 1983 – da war sogar King Buzzo noch jung!
(MVD)

Jürgen Bonz u.a. (Hg.): Pop Journalismus

Nachdem Jürgen Bonz zuletzt den Reader “Popkulturtheorie” im Ventil-Verlag herausgegeben hatte, wo ein akademischer, ethnografisch orientierter Blick auf die Popkultur vorgestellt wurde, erscheint nun – von ihm zusammen mit Michael Büscher und Johannes Springer Herausgegeben – ein vielseitiger Band zum Thema „Pop Journalismus“, also vor allem der nicht-akademischen Beschreibung von Popmusik.

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In verschiedenen Texten wird das Schreiben in Spex, Intro und Visions verglichen, die Autorenrolle befragt oder die ökonomischen Hintergründe des Popjournalisten beleuchtet. Außerdem gibt es interessante Interviews mit anspruchsvollen Popmusik-Vermittlern wie Diedrich Diederichsen, Helmut Salzinger, Klaus Fiehe und Pinky Rose.
(Ventil, 206 Seiten, 12,90 Euro)

Bob Gruen/Nadya Beck: New York Dolls – All Dolled up (DVD)

Anfang der 70er Jahre drang durch sie der New Yorker Underground kurz an die Oberfläche: musikalisch durch harte Bands wie MC5 begünstigt, drogenmäßig am Puls der Zeit, also auf Heroin, im Transvestiten-Style von den ‚Superstars’ aus Warhols Factory, aber auch eingekleidet von Malcolm McLaren, der hier schon mal seine Hakenkreuz-Provokationen für die Sex Pistols, für die die Dolls sicherlich auch musikalisch bedeutsam waren, ausprobieren konnte, bespielten sie in der ersten Hälfte der 70er die Clubs der Großstädte.

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Bob Gruen und Nadya Beck haben sie damals drei Jahre lang begleitet und Gefilmt – auf der Bühne, Backstage, in Hotels und beim Abhängen – und nun eine Impression daraus geformt. Kommentare gibt es während der Slide-Show als Bonus.
(MVD)