„Aus der Ferne“ von Thomas Arslan

„Eine Reise durch die Türkei“ lautet schlicht der Untertitel von Thomas Arslans neuem Film, und genau so schlicht ist der Film selbst. Es ist ein ruhiger Film, und er ist sehr offen angelegt.
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(Bundesstart: ??.??.2006)

Zuerst erschienen in choices 04/06

Scott Walker: The Drift

Höchstens alle zehn Jahre macht Scott Walker eine Platte, seit er Mitte der 60er Jahre mit der ‚Boy Group’ The Walker Brothers ein existentialistischer Teenie Star wurde und danach Ende der 60er schnell hintereinander fünf Soloalben veröffentlichte.

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„The sun ain’t gonna shine any more“, der Titel einer der Nummer 1-Hits der Walker Brothers, trifft die Stimmung des neuen Albums des 63Jährigen am ehesten. Neue Musik, Industrialsounds, Elektronik und ein theatralisch hoher Gesang vermischen sich zu einem ergreifenden Horrortrip, der sich mühelos einreiht zwischen Furcht einflößenden Platten wie Tim Buckleys „Lorca“; Nicos „Marble Index“, Goblins Soundtracks für Dario Argento oder SPKs „Leichenschrei“. Ein harter Brocken, der die Mühe lohnt.
(4AD, VÖ: 5.5.06)

zuerst erschienen in Kölner Illustrierte 05/05

Barbara Morgenstern: The Grass is always greener

Elektro-Pop Uff! Das ist erst mal harter Tobak, den Barbara Morgenstern uns mit dem Opener anbietet. Schlager, möchte man abwehrend ausrufen, was vor allem an dem glatten Gesang liegt. Gibt man der Platte aber eine Chance, dann merkt man schnell, dass die erste Einschätzung der Musik so gar nicht gerecht werden will.

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Schon der zweite Track „The Operator“ schielt mit schwungvollem Elektro-Pop auf die Tanzfläche. Über diesen Umweg findet man dann auch zu dem Rest der Platte, der vor allem zwischen balladesken Momenten und langen Instrumentalpassagen pendelt. Vor allem letztere zeigen Morgensterns Künste, mit viel Piano (oder dem wunderbar warmen Sound ihrer Orgel), ungewöhnlichen Harmoniefolgen und ein wenig Electronica-Geknister gefühlvolle, intelligente Musik zu kreieren – auch wenn man manchmal zurückschreckt vor der Direktheit und dem sorglosen Umgang mit vermeintlich Peinlichem.
(Monika / Indigo, VÖ: 21.4.06)

Ziggy Kinder: Akrobatik

Mit seiner ersten Maxi „Mikro Tanz“ hat der Kölner Ziggy Kinder Ende 2004 direkt für Furore gesorgt, war die gelungene Mischung von Verschrobenheit, Pop und Rockertum doch sehr überzeugend.

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Nach zwei weiteren Maxis für Ware kommt nun schon das erste Album, und sein Rezept geht nach wie vor auf. Ebenso fluffig wie knarzig, smart wie schiebend, hakend wie rollend, bewältigt Ziggy Kinder das Langformat mit offensichtlicher Freude und hat wieder einige potentielle Hits auf der Liste. Für CD-Käufer sind noch mal 3 Stücke (u.a. der grandiose „Glücksbotenstoff“ und der charmante „Probanden Tanz“ von „Mikro Tanz“) der bisherigen Maxis enthalten.
(Ware/Kompakt, VÖ: 2.5.06)

Phantom Ghost: Three

Electro-Pop Das dritte Album des Seitenprojekts von Dirk von Lowtzow (Tocotronic) und Thies Mynther (Stella, Superpunk u.a.) ist ruhiger denn je. Tanzmusik, auch gedämpft-kontemplative, findet man auf „Three“ weniger.

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Ruhige Arrangements mit viel Klavier, ein wenig Akustikgitarre und äußerst zurückhaltende Rhythmik kennzeichnen die neun neuen Stücke. Über all dem liegt sehr präsent Lowtzows Gesang, der ruhiger und melodischer ist als bei Tocotronic. „Relax it’s only a ghost“! Der Titel des zweiten, wunderschönen Stücks schwebt über diesem entspannten Album. Kein Spukgeist treibt hier sein Unwesen, sondern ein poetisch wuselndes Phantom, das zarte Lieder singt und auch mal von Hexen erzählt: Im letzten Track wird Willow besungen, die süße Hexe aus der ober-referentiellen Fantasyserie „Buffy“.
(Lado/SPV, VÖ: 28.4.06)