„Vertraute Fremde“ von Jiro Taniguchi
„Der Ausreißer“ von Hideo Azuma

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Dass der Manga mehr zu bieten hat als Endlosserien für Teenager dürfte sich herumgesprochen haben. Falls doch nicht, so kann ich zwei außergewöhnliche und sehr unterschiedliche Neuveröffentlichungen empfehlen …

Jiro Taniguchi („Die Stadt und das Mädchen„) ist ganz gegen das Klischee der Manga ein Poet der Stille. In seinen Alltagsbeobachtungen in „The Walking Man“, leider noch nicht auf Deutsch erschienen, entdeckte der Protagonist sein kindliches Inneres. In „Vertraute Fremde“ nun versetzt ein Zeitsprung den Protagonisten tatsächlich zurück in seine Kindheit. Ein Menschheitstraum, den Taniguchis Held für allerlei Reflexionen über das Erwachsenwerden, Kindheitsträume und deren Verlust, nutzt. In die detaillierten Bildhintergründe der 400 Seiten starken Zeitreise kann man sich versenken, während unser Held die zweite Chance weise nutzt (Carlsen, 416 Seiten, s/w, SC, 19,90 €).
Einen ganz anderen Ton schlägt Hideo Azuma an. In seinem autobiografischen Werk „Der Ausreißer“ erzählt er im Funny-Stil von seinen periodisch wiederkehrenden Abstürzen, während derer er die Arbeit als Mangaka liegen lässt und als obdachloser Alkoholiker durch die Stadt streunt. Mit viel Selbstironie und schonungsloser Offenheit erzählt Azuma von seinen Fluchten aus der Gesellschaft, seinen Exzessen und oft demütigenden Begegnungen. Auf allzu viel Realismus verzichtet er in seinen kleinen Panels und groben Zeichnungen, denn „zuviel Realismus hält der Mensch nicht aus“ (Shodoku, 192 Seiten, s/w, SC, 14,95 €).

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„Der Ausreißer“ von Hideo Azuma

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