„Von Löwen und Lämmern“ von Robert Redford

von-lowen-und-lammern.jpg 

Krieg mal analytisch: Zwei Studenten melden sich freiwillig für einen Afghanistan-Einsatz; eine Journalistin wird von einem Senator eingespannt; ein Politikwissenschaftler diskutiert mit einem Studenten über Engagement und Verantwortung. Auf diesen drei Ebenen entspannt sich ein komplexer Diskurs über Politik und Demokratie.

Robert Redford hat einen überraschend komplexen Film über die Irak-Afghanistan-Krise gemacht, der kein pathetisches Actiondrama ist (obwohl die Kriegsepisode natürlich doch nicht ganz ohne Pathos auskommt), sondern vor allem diskursiv die Rolle von politischen Entscheidungsträgern, der Presse, der Bildungsinstanzen und jedes einzelnen im Volk beleuchtet. Dabei ist der Film so sehr um Balance bemüht, dass vor allem das eigene Denken provoziert wird. Zwei der drei Stories sind kammerspielartige Rededuelle der Stars Tom Cruise, Robert Redford und Meryl Streep, die um einiges spannender sind als die in Afghanistan spielende Kriegsepisode. Das sagt einiges über den Gestus des Films aus.
(Bundesstart: 8.11.2007)

Zuerst erschienen in choices 11/07

Eine Antwort auf „„Von Löwen und Lämmern“ von Robert Redford“

Kommentare sind geschlossen.