„There will be blood“ von Paul Thomas Anderson

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Der neue Film von „Magnolia“-Regisseur Paul Thomas Anderson ist ein so erdiges wie blutiges Portrait, dass den Kampf zwischen frühem Kapitalismus und Religion im Westen der USA episch ausbreitet …

Der kernige Daniel Plainview gräbt sich durch die karge Landschaft. Er sucht Gold – er findet Öl. Die ersten 15 Minuten von „There will be blood“ sind wortlos, nur die fast gruselige Orchestermusik von Radiohead-Gitarrist Jonny Greenwood ist neben den Geräuschen des schweren Handwerks zu hören. Später reist Plainview als einer der ersten ‚Oilmen‘ mit seinem Sohn durch die Gegend, immer auf der Suche nach neuen Ölvorkommen. Inzwischen elegant gekleidet und ohne den derben Vollbart, schmeichelt er sich bei der Bevölkerung ein, um günstig an Land zu kommen. Schließlich stößt er auf Eli Sunday, einen zunehmend fanatischen jungen Prediger. Zwischen den beiden entfaltet sich ein langwieriges Kräftemessen.

Andersons Film ist staubig, schwer, düster und episch angelegt. Alleine die visuelle Ästhetik bannt den Zuschauer, die Musik tut ihr übriges. Das Duell zwischen Kapitalist und Kleriker wird voll ausgekostet. Schließlich transportiert es die noch heute in den USA präsente Rangelei, vor allem aber auch die gegenseitige Einflussnahme von religiöser und finanzieller Macht. Insofern ist Andersons Historiendrama von aktueller Bedeutung – man muss da nicht nur an Scientology denken, um das festzustellen. Aber einen Seitenhieb auf Tom Cruise gibt es doch, wenn in einer Szene Eli Sunday von einem seiner Kirchenfreunde erzählt, er sei mit seinem Talent nach Hollywood gegangen und werde es mit seinem Aussehen sicherlich zu etwas bringen. Zum Schluss gönnt sich Anderson einen kleinen grotesken Ausraster, der nicht wirklich in die düster-ernsthafte Stimmung des Films passen will. Eine finale, groteske Verfremdung des Zweikampfs, in dem die gegenseitigen Abhängigkeiten der beiden Seiten ein letztes Mal in die Waagschale geworfen werden. Am Ende steht einer der beiden als Gewinner ziemlich verloren da …

(Bundesstart: 14.2.2008)

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