The Skeletons (Konzert, 1.3.2009, Tsunami, Köln)

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Dank an MySpace! Kurz die Bandseite checken, ein paar Songs hören und sich auf dem Konzert von einer einem bis dato völlig unbekannten Band mitreißen lassen … The Skeletons (hier mal der Link, weil es bei MySpace gleich mehrere Skeletons gibt) sind vier New Yorker, die in deutlicher Tradition zum Erbe der No Wave stehen. Allerdings spielen sie eine komplexe und technisch höchst komplizierte Weiterentwicklung der dissonanten New Yorker Noise-Attacken der späten 70er Jahre von Tennage Jesus oder DNA. Damit reihen sie sich ein zwischen solch ungewöhnlichen Bands wie Mofungo, U.S. Maple oder die harte C-86 Fraktion, klingen aber trotzdem immer etwas anders. Das Quartett besteht aus einem Schlagzeuger und drei Gitarristen, die alle irgendwie an jene Zeit erinnern: einer sieht aus wie eine Mischung aus Kramer und Eugene Shadbourne of Shockabilly-Fame, der Zweite hat den Boheme-Junkie Style jener Zeit verinnerlicht (aber anscheinend nur die Mode, ohne die Drogen) und der Sänger wirkt wie eine Reinkarnation von Artho Lindsay von DNA. Wie sich die drei Gitarren in einer Art Triple-Helix virtuos umspielen, gegenseitig umeinander herumtänzeln, sich voneinander abstoßen, dann attackieren, luftig in die Lücken der Anderen hineinstoßen, sich verheddern und wieder frei spielen ist eine wahre Freude – sowohl akustisch wie auch visuell. Dabei entstehen mittels Effektgeräten ungewöhnliche Sounds: Mal meint man dann doch einen Bass zu hören, ein anderes Mal scheint eine Orgel zu erklingen. Den typisch schrillen Gitarrensound der No Wave pflegen sie natürlich auch. Sie schlagen damit aber auch eine ungewöhnliche Brücke zu den großartigen Gitarristen malinesischer Rock- und Popmusik. Ein mir unbekanntes afrikanisches Blasinstrument kommt ebenfalls zum Einsatz, doch sind The Skeletons damit noch meilenweit von einem ethnischen Gesamteindruck – nennt es Weltmusik – entfernt. Dafür ist die Verbindung von schönsten Melodien und Noise viel zu präsent. Dass bei einem solchen Konzert ca. 25 Besucher anwesend sind (nach Angaben des Vernastalters 15 Zahlende!) ist tragisch.