Omar Rodriguez Lopez; Zechs Marquise
(Konzert, 17.3.2009, Gebäude 9, Köln)

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Hendrix lebt, und er sieht immer noch cool aus … Bin mal wieder auf einem Konzert gelandet, auf dem ich mich nicht ganz zur Zielgruppe zählte. Weder At The Drive In noch Mars Volta, die bisherigen Bands von Omar Rodriguez Lopez, passen so richtig zu meinen Hörgewohnheiten. Eher Abteilung „ok“, „kann man hören“, „nicht doof, aber nicht meins“. Die Vorband Zechs Marquise, die sich u.a. aus zwei Brüdern von Lopez rekrutiert, stimmt auf den kommenden Sound ein: Ausladender früh-70er Rock mit langen Soli präsentiert die Band aus El Paso.
Dann kommt der große Bruder auf die Bühne. Er hat neben Mars Volta seit 2007 neun Solo-Alben gemacht. Kann das gut gehen? Die Musik auf dem 2008er Album „Old Money“ (normal könnte man da ‚letztes Album‘ schreiben, in seiner Diskografie ist es aber bereits das drittletzte, denn 2009 sind schon wieder zwei neue Soloalben von ihm erschienen) ist tatsächlich sehr inspiriert und wechselt von lang gedehnten Rockimprovisationen zu Free-Jazz Passagen, Noise-Ausbrüchen oder ambienten Stücken. Ein klasse Album. Die Live-Darbietung mit seinem Quintett – neben dem Hispano-Amerikaner Lopez auch einige Bandmitglieder aus Mexico – kann die Balance aus den unterschiedlichsten Elementen nicht halten. Soll sie wohl auch nicht. Vielmehr will man das Publikum mit Dauerfeuer für sich einnehmen. Das klappt auch bei den meisten, nur bei mir hält das Interesse nicht sonderlich lange. Zwar macht der Mann mit seinem Afro und der linksbündigen Gitarre eine sehr gute Figur, sieht fast aus wie Hendrix und rockt sein Griffbrett wie Sau. Aber die in zehnminütige Gitarrensoli zerdehnten Stücke haben auf Dauer eine Leicht ermüdende Wirkung auf mich. Die Konzentriertheit des Albums geht häufig verloren und mündet in Grateful Dead-mäßige Exkursionen. Schade, dass Lopez seinem Publikum die nicht-rockistischen Momente seines Albums ‚ersparen‘ wollte. Stattdessen hat er noch eine charmante Sängerin einspannt. Die hat zwar nicht geschadet, aber trotzdem wäre mir auch live die Albumversion des Albums lieber gewesen.

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(Konzert, 17.3.2009, Gebäude 9, Köln)“

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