Wire (Konzert, 23.3.2009, Blue Shell, Köln)

wire.JPG

Als wäre die Spannung nicht schon groß genug: Das Konzert von Wire Ende Januar wurde wegen Krankheit um zwei Monate verschoben … Aber irgendwann sind auch zwei Monate rum und man steht tatsächlich zusammen mit einem Haufen alter Säcke (ja, noch älter als der Tiefkultur-Sack, der ja sonst auf Konzerten das immer jünger werdende Drumherum anmerkt) vor einem eigentlich viel zu kleinem Club für eine solche Legende. Wire, Punkband der ersten Stunde – sprich: geboren 1976. Dann schnell, bevor es langweilig wurde, abgebogen in Richtung Post-Punk-Breite aka New Wave. Mit kühlem Unterton, schneidenden Gitarrenflächen und leichter Melancholie. Um ’80 herum dann fast schon konzeptuelle Stücke mit Kunst-Approach. Unstimmigkeiten über die Zukunft führen zum Ende. Mehrere Soloprojekte – vor allem Dome und Colin Newmans-Platten, schon 1986 geht es dann weiter als Wire. Und ab da immer mal wieder, mal zu dritt, mal zu viert, dann wieder gar nicht. Jetzt also wieder. Und zwar zu dritt plus einer jungen Bassistin, die Bruce Gilbert ersetzten soll. Man kann es ihm nicht verdenken. die anderen drei sind schon Mitte 50, er nochmal ein paar Jahre älter. Wer will da noch duch Clubs touren? Die anderen drei wollen, und wenn irgendjemand auch nur ansatzweise glaubt, der Auftritt könnte einen Anflug von Peinlichkeit oder auch nur Rührseeligkeit gehabt haben, der irrt gewaltig. Man muss weder ‚für ihr Alter‘ noch ‚ehemalige Leistungen‘ noch ‚Nostalgie‘ entschuldigend anführen, um die Show mitreißend zu finden. Die Setlist speist sich aus der gesamten Bandgeschichte. Wire wechseln zwischen straighten Punk-Hymnen und ihrem schmirgelnden Minimal-Rock immer extrem tight. Präzise und wuchtig kommen ihre effizienten Stücke immer noch. Mehr brauchts nicht und viel Worte dazu verlieren Wire zwischen den Stücken auch nicht. Und deshalb soll auch dieser Text nicht länger als drei Minuten sein …

Eine Antwort auf „Wire (Konzert, 23.3.2009, Blue Shell, Köln)“

  1. Heissa, nach dieser rezension beiße ich mich noch mehr in den Hintern, dass ich nicht dabei sein konnte. Der Herr Meyer hat hoffentlich schön oft „Punx not dead!“ gerufen.

Kommentare sind geschlossen.