„Bis in den Himmel“ & „Der spazierende Mann“
von Jiro Taniguchi

bis-in-den-himmel.jpgder-spazierende-mann.jpg

In der Abteilung anspruchsvolle Manga hat man sich hierzulande offensichtlich ganz auf Jiro Taniguchi eingeschossen … Gleich zwei Verlage machen sich daran, sein Spätwerk zu erfassen, das im Gegensatz zu den früheren Genrearbeiten Taniguchi als Auteur von sensiblen, existenzphilosophischen Stoffen zeigt. „Bis in den Himmel“ variiert den in seinem wohl bekanntesten Werk „Vertraute Fremde“ durchgespielten Gedanken der zweiten Chance durch einen Zeitsprung. Hier landet der Protagonist nach einem Unfall nicht in einer anderen Zeit, sondern im Körper eines anderen. Die 300 spannenden Seiten liest man gierig, das Finale ist so rührselig wie tränenreich (Schreiber & Leser).
Ein wenig an die ruhigen Momentaufnahmen von „Träume von Glück“ erinnert hingegen „Der spazierende Mann“. Zwar wirkt Taniguchi bzw. sein Protagonist hier etwas bieder, wenn man den Hintergrund dieser entspannten Geschichten – die hyperaktive und bis zum Tode gestresste japanische Gesellschaft – betrachtet, ist „Der spazierende Mann“ aber ein bedeutsamer Beitrag zur Entschleunigung der Gesellschaft (Carlsen).