„Sonnenfinsternis“ von Fane & Jim
„Monsieur Mardi Gras – Unter Knochen“
von Eric Liberge

Nachdem der Fantasy-Comicverlag Splitter eingegangen ist, führen neue Betreiber den Verlag nun mit leichter Akzentverschiebung fort … Aber auch für den neuen Splitter Verlag ist „Sonnenfinsternis“ von Fane & Jim eher ungewöhnlich. Der ansonsten auf Fantasy spezialisierte Verlag veröffentlicht mit dieser knapp 300seitigen Graphic Novel eine realistische Geschichte um sechs Freunde in den 30ern, die ein paar Tage in Südfrankreich verbringen und sich dabei mächtig aufreiben: Die Midlife-Crisis sitzt allen im Nacken. Grafisch deutlich von Baru und dessen dezentem Manga-Touch beeinflusst, sind die Schwarzweiss-Zeichnungen expressiv, mitunter für das Thema ungewöhnlich überspitzt. Das wirkt auch mal wie ‚Overacting‘. Aber es macht Spaß, den Protagonisten und ihrer rasanten Psychodynamik und dem stichelndem Humor zuzusehen. Bei Splitter hat man sich auch Eric Liberges Geschichte um einen Verstorbenen im Jenseits angenommen: „Monsieur Mardi Gras – Unter Knochen“ erzählt in vier Bänden von einem leicht cholerischen Toten, der sich mit dem Zustand des Jenseits nicht abfinden möchte. Grotesker Humor, existentielle Themen und eine großartige Grafik, die an alte Stiche erinnert machen Liberges Skelettgeschichte zu einer der faszinierendsten Serien der jüngeren Zeit.