„Jane, der Fuchs und ich“
von Fanny Britt & Isabelle Arsenault

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Hélène durchlebt in der Schule täglich den Horror: Heute würde man das neudeutsch Mobbing nennen, was ihre Mitschüler dem angehenden Teenager antun. Von ihren ehemaligen Freundinnen wird sie nicht nur gemieden, sondern regelrecht schikaniert. Diffamierende Klosprüche und verbale Bosheiten sind an der Tagesordnung: Angeblich sei sie zu dick und würde stinken. Hélène flüchtet sich in die Literatur. Mit Begeisterung und Anteilnahme verfolgt sie das Schicksal von Jane Eyre aus dem gleichnamigen Buch von Charlotte Brontë. Sie bewundert die Stärke und das Selbstbewusstsein von Brontës Heldin und zieht Parallelen zu ihrem Schicksal. Als es auf eine Klassenfahrt geht spitzen sich die Ereignisse zu. Kann Hélène ihre literarische Deckung da noch weiter helfen?

„Jane, der Fuchs & ich“ ist das Comic-Debüt der kanadischen Autorin Fanny Britt, für das sie mit dem Shuster-Award ausgezeichnet wurde. Zusammengearbeitet hat sie mit der bereits mehrfach ausgezeichneten Kinder- und Jugendbuchillustratorin Isabelle Arsenault. Für „Jane, der Fuchs und ich“ erhielt Arsenault bereits zum dritten Mal den Prix du Gouverneur, den renommiertesten kanadischen Literaturpreis. Außerdem wurde „Jane, der Fuchs & Ich“ von der New York Times unter die zehn bestillustrierten Bücher 2013 gewählt. Zu großen Teilen ist die viel prämierte Geschichte in schwarzweissen Bleistiftzeichnungen gehalten. Durch ihren skizzenhaften, ein wenig schmutzig wirkenden Stil verstärken die Zeichnungen den düsteren Grundton der Geschichte. Der permanent gesenkte Kopf der jungen Protagonistin mit ihren hängenden Schultern steht in starkem Kontrast zu den dynamischen Klassenkameraden, die feixend um sie herumstehen. Die gemeinen Sprüche hat Hélène längst antizipiert, obwohl sie nicht im geringsten zu Übergewicht neigt. Das ist die grausame Macht des Mobbing schon im Kindesalter: Irgendwann glauben die Betroffenen, was man ihnen vorhält. Wie unter einer Glocke scheint Hélène durch die Welt zu laufen. Sogar die Bäume erscheinen wie Ungeheuer drohend über ihrem Kopf. Wenn Hélène aber in die Welt der Literatur flüchtet, werden die Zeichnungen farbig und akurat. Bis die junge Protagonistin dann doch aus dem Teufelskreis von Zurückweisung und Rückzug ausbricht, und auch ihre Welt an Farbe gewinnt.

(Reprodukt)