„Downsizing“ von Alexander Payne

Ein norwegisches Forscherteam hat eine absolut bizarre Lösung für die großen Probleme der Menschheit gefunden. Umweltverschmutzung, Überbevölkerung, Hungersnöte – alles abgehakt, nachdem das Team einem komplett konsterniertem Publikum die heilsbringende Lösung in Form geschrumpfter Menschen offeriert: Dem Forscherteam ist es gelungen, Menschen auf ein Zwölftel ihrer Größe zu schrumpfen und damit auch ihren Bedarf an Ressourcen und ihren Müll.
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„Julian Schnabel – A Private Portrait“ von Pappi Corsicato und
„Tony Conrad – Completely in the Present“ von Tyler Hubby

Was für ein Auftritt: Ein älterer Mann Mitte 60 schultert ein Kleinkind, stolziert über die Terrasse zur Steilklippe und stürzt sich – das Kind hat er inzwischen abgesetzt – aus Schwindel erregender Höhe elegant in die Tiefen des Meeres. Der Mann ist der Maler Julian Schnabel, das etwa zweijährige Kind sein jüngster Sohn und das Anwesen Schnabels Villa an der Küste Spaniens. Wenn ein antiquierter Begriff wie Malerfürst noch in die heutige Zeit passt, dann zu Schnabel und wie ihn die Eröffnungsszene des Dokumentarfilms Julian Schnabel – A Private Portrait des Regisseurs Pappi Corsicato präsentiert…
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„Leaning into the Wind“
von Thomas Ridelsheimer

 

Im Jahr 2001 arbeiteten der Dokumentarfilmer Thomas Riedelsheimer und der britische Land-Art-Künstler Andy Goldsworthy erstmals zusammen. Entstanden ist der Film „Rivers and Tides“. Das war lange vor den vielen ins Kino strömenden Naturdokus und zahlreichen „…von oben“-Erdoberfläche-Abfilmungen, die den Zuschauer mit bester Technik und neuen Kameraperspektiven ins Staunen versetzten. Was vielen dieser Filme ein wenig abging, war – abgesehen von einer Jetzt-mal-von-oben- oder Ganz-nah-dran-Überwältigungsästhetik – eine individuelle Erzählperspektive. „„Leaning into the Wind“ von Thomas Ridelsheimer“ weiterlesen

Comic & Pop: Lautes Papier

„Popmusik und Comic sind schon lange befreundet, aber unkompliziert ist die Sache nicht. Beide interessieren sich füreinander und erbringen auch regelmäßig Liebesbeweise. Doch der Comic tut sich damit ungleich schwerer: Das Plattencover ist aus Papier, der Comic aber hat keine Tonspur.“
Ein achtseitiges Special zum Thema Popmusik und Comic für die Septemberausgabe des Musik Express.

„Denk ich an Deutschland in der Nacht“
von Romuald Karmakar

Die Szenerie erinnert an ein in die Jahre gekommenes Raumschiff: Im Hintergrund steht ein riesiges Rack mit blinkenden elektronischen Geräten in einem unüberschaubaren Kabelgewirr, im Vordergrund noch mehr Technik und Kabelsalat. Dazwischen sitzt Ricardo Villalobos lässig auf einem Drehstuhl neben imposanten Lautsprechern, die wie riesige weiße Megaphone aussehen und Kubricks A Space Odyssee entstammen könnten …
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„Gimme Danger“ von Jim Jarmusch

Wie ein hysterisches Äffchen hüpft er rum, windet sich dann auf dem Boden wie angeschossen, lutscht und saugt am Mikrophon und wandert schließlich mit nacktem Oberkörper, silbernen Handschuhen und rotem Hundehalsband über ein Meer aus Leibern. James Osterberg mutiert auf der Bühne zu einem ekstatischen Wesen, halb in Trance, aber mit sensationeller Körperbeherrschung.. .
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„Die Leichtigkeit“ von Catherine Meurisse

Die Leichtigkeit – Catherine Meurisse hat sie sich mühevoll erarbeitet. Sie hat das Trauma des Anschlags auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ nicht nur überlebt, sie lebt wieder. Doch die Welt ist keine bessere geworden. Am Abend vor der Veröffentlichung der deutschen Ausgabe ihres Comics forderte in Berlin ein Anschlag zwölf Tote und knapp 50 Verletzte …
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„Röhner“ von Max Baitinger

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Klare Linien, Geometrie, Ordnung! Max Baitinger umreißt auf den ersten Seiten in wenigen Strichen und ebenso wenigen Worten die Welt seiner Hauptfigur P.. Die Wohnung, den Alltag, das Denken: „Kocher an“, „Kanne auf“, „Tank füllen“, „Sieb drauf“, „Kaffee rein“, „Nicht drücken!“, Rand säubern“, „Kanne zu“, Herdplatte“, „Ventil zur Wand“. „„Röhner“ von Max Baitinger“ weiterlesen

„Eight Days a Week: The touring Years“ von Ron Howard

Washington Coliseum, Washington D.C. February 1964

Mehrere tausend kreischende Mädchen kurz vor der Ohnmacht, auf einer kleinen Bühne davor vier adrett gekleidete Jungs mit ihren Instrumenten, charmant lächelnd: Die Bilder der Beatlemania sind allseits bekannt und sitzen fest in unserem kollektiven Gedächtnis. Auch die nur gut zehnjährige Bandgeschichte mit ihren vielen pophistorischen Meilensteinen ist ausgiebig beleuchtet. Was kann einem eine Dokumentation über die vier Pilzköpfe nach Hunderten von Büchern, Spiel- und Dokumentarfilmen, akribisch editierten Plattenveröffentlichungen und sogar mehreren Comics noch Neues erzählen? weiterlesen

„Hubert“ von Ben Gijsemans

hubertDer Belgier Ben Gijsemans schlägt ganz stille Töne an – zeichnerisch und narrativ. Und das passt perfekt zu seiner Hauptfigur, dem titelgebenden Hubert: Hubert ist ein stiller, zurückgezogener Zeitgenosse. Mit lebenden Menschen hat er es nicht so. Stattdessen geht der gebildete Mann mittleren Alters gerne ins Museum und betrachtet lange seine Lieblingsbilder und Skulpturen. „„Hubert“ von Ben Gijsemans“ weiterlesen

„Alles was kommt“ von Mia Hansen-Løve

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Nathalie hat eine erstaunliche Energie. Das merkt man in jedem Augenblick. Ob sie sich Zutritt zu der von politisierten Schülern verbarrikadierten Schule verschafft, um ihren Unterricht durchzuführen, ob sie mit ihrem Verlag verhandelt, der gerade eine ‚jüngere Linie‘ anstelle ihrer etwas angestaubten Lehrbücher ins Programm nehmen will, oder mit ihrem Mann und den erwachsenen Kindern den Alltag bewältigt – Schwäche zeigt Nathalie selten. „„Alles was kommt“ von Mia Hansen-Løve“ weiterlesen

„Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück“
von Matt Ross

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Ben und Leslie leben mit ihren sechs Kindern fernab jeglicher Zivilisation in den Wäldern Oregons. Dort erhalten sei ein hartes Survivaltraining, werden zivilisationskritisch erzogen, aber bekommen auch eine vorzügliche Allgemeinbildung. Die drei Jungen und drei Mädchen zwischen 6 und 18 werden jeden Morgen durch den Wald gescheucht, müssen Krafttraining ebenso machen wie Felsklettern für Fortgeschrittene. Dass sie die Pflanzen und Tiere in ihrer Umgebung in- und auswendig kennen, versteht sich von selber. „„Captain Fantastic – Einmal Wildnis und zurück“ von Matt Ross“ weiterlesen

„In God we trust“ von Winshluss

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Die Mohammed-Karikaturen, das Attentat auf Charlie Hebdo – es gibt derzeit viele gute Gründe, um über Religion und Karikaturen zu sprechen. Auf dem Internationalen Comic-Salon Erlangen wurde im Mai die Ausstellung „Juckpulver für Scheinheilige“ gezeigt, Vorträge erörterten die Geschichte von Blasphemie und Karikaturen in Frankreich. Die Karikatur, war dort zu hören, war immer ein Aufstand der Unterdrückten, und die Furcht der Mächtigen vor dem Lachen die Angst vor der Relativierung ihrer Macht und religiösen Wahrheiten weiterlesen

„1001 Nacht“ von Miguel Gomez

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Der Jubel über die EM ist noch nicht verklungen, da startet die EU ein Strafverfahren gegen die „Defizitsünder“ Portugal, die sich gerade ganz langsam vom wirtschaftlichen Tiefpunkt erholt haben. Der EU geht das aber nicht schnell genug, sie will mit einer absurden Logik Geldstrafen verhängen. Zum Lachen? Zum Weinen? Im Jahr 2013, dem Tiefpunkt der Krise in Portugal, will der portugiesische Regisseur Miguel Gomes die Lage in seinem Land porträtieren und gerät dadurch selber in eine Krise. „„1001 Nacht“ von Miguel Gomez“ weiterlesen

„Tangerine L.A.“ von Sean Baker

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Jetzt ist Sin-Dee (Kitana Kiki Rodriguez) stocksauer! Eben noch war sie bester Laune: Es ist Heiligabend, und gerade wurde sie aus dem Knast entlassen. Da erfährt sie von ihrer besten Freundin Alexandra (Mya Taylor), dass ihr Freund Chester sie während ihres Gefängnisaufenthalts mit einer Anderen betrogen hat. Das ist schon übel genug, aber das Schlimmste: Chester hat sie mit einer ganz normalen Frau betrogen. „„Tangerine L.A.“ von Sean Baker“ weiterlesen

„Mister Wonderful“ von Daniel Clowes

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Daniel Clowes widmet sich seit langem den nerdigen Außenseitern an der amerikanischen Westküste. Mal driften seine Stories ins Surreale und hangeln sich von einem Genre zum nächsten wie in „David Boring“ oder „Der Todesstrahl“, mal verschreibt er sich einem sachlichen Realismus wie in „Ghost World“, „Wilson“ oder nun „Mister Wonderful“. „„Mister Wonderful“ von Daniel Clowes“ weiterlesen

„Cafe Belgica“ von Felix van Groeningen

Cafe_Belgica

 

Musik ist wichtig für den Zusammenhalt seiner Filme, sagt der belgische Regisseur Felix Van Groeningen: „Sie sollte wirklich Teil der Geschichte sein.“ Wirklich beeindruckend hat er diese These 2012 in seinem großen Erfolg The Broken Circle umgesetzt. In Café Belgica verbindet er nun noch konsequenter Story und Sound, gerät diesmal allerdings immer wieder aus dem Takt …

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