
In Shakespeares „Julius Cäsar“ warnt ein Wahrsager den Herrscher „Hüte Dich vor den Iden des März“. Der Wahrsager behielt Recht – jener Feiertag am 15. März sollte der Tag des Verrats durch Brutus werden. Zweitausend Jahre später ist das Gerangel um die Macht nur scheinbar gesitteter geworden … ‘“The Ides of March – Tage des Verrats”
von George Clooney’ weiterlesen

Männerfilm – dieses Prädikat trifft auf Bullhead auf ganz eigene Art zu: Hier dreht sich alles um männliche Hormone, aber nicht nur die körpereigenen. Der junge Landwirt Jacky hat sich auf die Hormonmafia eingelassen … ‘„Bullhead“
von Michaël R. Roskam (Interview)’ weiterlesen

Meine Jahrescharts für das intro Magazin

Sophie (Miranda July) und Jason (Hamish Linklater), beide Mitte 30, leben ohne großes Spektakel ihr Leben: Sie gibt Kindern Tanzunterricht, er hilft vom heimischen Sofa aus per Headset Usern bei Computerproblemen. Alles scheint soweit OK, aber irgendwas fehlt. Die beiden würden ihrem Leben gerne einen neuen Sinn geben und Verantwortung übernehmen … ‘“The Future” von Miranda July’ weiterlesen

Pink Film – das sind japanische Softsexfilme, die klaren Regeln unterworfen sind: 60 Minuten sind sie lang, haben eine mehr oder weniger bedeutsame Handlung und werden schnell und billig produziert. Der erste vom Kölner Filmverleih Rapid Eye Movies produzierte Pink Film hält sich nur teilweise an diese Regeln … ‘“Underwater Love” von Shinji Imaoka (Interview)’ weiterlesen

Eine überdimensionale Stretch-Limousine müht sich über einen kurvigen Schotterweg, rangiert hin und her und bleibt dann stecken. Ein ziemlich sinnloses Unterfangen, das das Hochzeitspaar im Auto zum Lachen bringt … ‘“Melancholia” von Lars von Trier’ weiterlesen

Ein Triptychon nennt Glawogger seine Dokumentation. Das korrespondiert mit der Tatsache, dass in allen drei Ländern die Prostituierten ihren Beruf mit ihrer Religion zu verbinden wissen … ‘“Whores’ Glory” von
Michael Glawogger (Interview)’ weiterlesen

Sie führen seit Jahren eine gute Beziehung: Martha (Sandra Hüller) und Paul (Felix Knopp) leben in einer gemeinsamen Wohnung. Ihre Spielchen lassen erahnen, dass sie sich gut kennen. Dahinter scheint aber auch viel Unsicherheit auf. Wie wenig Martha von Paul weiß, erfährt sie erst, als er verschwindet, und sich alle Eckdaten seines Lebens mit ihm auflösen … ‘“Über uns das All” von
Jan Schomburg (Interview)’ weiterlesen

Man kann das Autorenkino in zwei Gruppen einteilen: Jene Regisseure wie Stanley Kubrick oder Lars von Trier, die sich mit jedem Film neu erfinden und von Film zu Film neue Themen, einen neuen visuellen Stil, neue Technik, insgesamt eine neue Produktionsart erarbeiten. Und dann gibt es die Filmemacher, die anstatt virtuos auf der maximalen Klaviatur der Ausdrucksmöglichkeiten zu spielen ihre ganz eigene Handschrift immer mehr verfeinern… ‘“Le Havre” von Aki Kaurismäki’ weiterlesen

Im September feiert die Kölner Philharmonie mit fünf Konzerten ihr 25-jähriges Jubiläum. Für das Eröffnungskonzert erhielt das ehemals rheinländische Elektronik-Duo Mouse on Mars einen Kompositionsauftrag. Ein Interview mit den beiden Musikern über die ungewöhnliche Arbeit an dem Stück „Paeanumnion“ ‘Mouse on Mars in der
Kölner Philharmonie’ weiterlesen

Es ist ein ungewöhnlicher Einstieg: „Irgendwie dazwischen“ beginnt mit dem kurzen Selbstporträt von vier Mädchen: Maria, Lola, Violet, Ashley. Sie kennen sich nicht untereinander, aber sie alle haben eine gemeinsame Freundin … ‘“Irgendwo dazwischen”
von Tracey White’ weiterlesen

Der Vater ist tot, und damit auch ein Übervater gestorben. Er hatte einst eine Kommune gegründet. Die Liebe war befreit, entsprechend verwirrend die Vaterschaftsverhältnisse … ‘“Die Vaterlosen” von Marie Kreutzer
(Interview)’ weiterlesen

Der erste Eindruck trügt: Ein idyllischer Blick auf ein Haus auf der Wiese, die Familie beim Frühstück, der Mann kaspert mit der Tochter rum. Doch die Frau ist leicht genervt davon. Leicht genervt ist stark untertrieben, wie sich später zeigt. Wir wohnen vielleicht dem baldigen Ende der Beziehung von Dean (Ryan Gosling) und Cindy (Michelle Williams) bei … ‘“Blue Valentine”
von Derek Cianfrance’ weiterlesen

Der Film beginnt mit einer Szene vor dem Scheidungsrichter. Simin will mit der Familie den Iran verlassen, ihr Mann Nader will sich jedoch in Teheran weiterhin um seinen an Alzheimer erkrankten Vater kümmern – eine Einigung finden sie nicht. Die Scheidung kommt zwar erstmal nicht zustande, doch Simin zieht zu ihren Eltern, Nader bleibt alleine mit Tochter Termeh (Regisseurs-Tochter Sarina Farhadi) zurück … ‘“Nader und Simin – Eine Trennung” von Asghar Farhadi’ weiterlesen

Der studierte Architekt und Comic-Zeichner Matthias Gnehm hat in seinen bisherigen Arbeiten – mal mehr, mal weniger – zwei entscheidende Merkmale eingebracht: eine komplexe Erzählweise und das Interesse an den Themen Architektur und Urbanismus. Für „Die Bekehrung“ reduziert er beides … ‘“Die Bekehrung” von Matthias Gnehm’ weiterlesen

Der dritte Langfilm der niederländischen Regisseurin Nanouk Leopold ist stark konzeptuell aufgebaut: Es gibt drei Teile, die den Auslöser für den Konflikt, den Ausbruch und eine Ahnung der Möglichkeit zur Bewältigung zeigen. Die Teile sind entsprechend des psychischen Zustands der Figuren an mehr oder weniger unterschiedlichen Umgebungen angesiedelt … ‘“Brownian Movement”
von Nanouk Leopold (Interview)’ weiterlesen

Für Ebbo, einen deutschen Entwicklungshelfer, der jahrelang in Afrika gearbeitet hat, wird die Rückkehr in die alte Heimat zunehmend schwierig … ‘“Schlafkrankheit” von Ulrich Köhler (Interview)’ weiterlesen

Ihr Verhältnis war wohl angespannt: Bei der Testamentsverkündung ist Sohn Simon nur wenig berührt. Er ist im Gegenteil deutlich genervt, dass die Skurrilitäten seiner Mutter auch nach ihrem Tod eine Fortsetzung haben. Seine Zwillingsschwester Jeanne hingegen ist vor allem irritiert. Denn ihre Mutter wünscht sich nackt, ohne Sarg und mit dem Gesicht nach unten begraben zu werden. Das ist ihre Art, einer verrückten Welt den Rücken zu kehren … ‘“Die Frau die singt”
von Denis Villeneuve’ weiterlesen

1997, gut zehn Jahre nach Michael Moores Erstling, aber fünf Jahre vor dessen weltweiten Doku-Hits, ließ Thomas Frickel mit „Deckname Dennis“ einen nicht nur physiognomisch an Moore erinnernden US-Reporter auf die deutsche Provinz los … ‘“Die Mondverschwörung”
von Thomas Frickel (Interview)’ weiterlesen
Angemerkt
von Andres Veiel
von Andres Veiel