Kleine Presseschau

Ende August erschien anlässlich des 25-jährigen Jubiläums ein Artikel in der Kölnischen Rundschau über die Filmsociety im Kunstsalon und meine Arbeit als deren Programmleiter.
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Schon klar: Pop ist böse“
Vox Lux“ von Brady Corbet

Sie sieht aus wie die reine Unschuld. Aus nächster Nähe blickt die Kamera auf das zarte Gesicht von Celeste. In ihren Augen spiegelt sich ein wenig Angst, vor allem aber Irritation. Sie schaut mit großen Augen auf ihren Klassenkameraden, der wie ihr Negativ wirkt: Die Haare unsauber abrasiert, sieht er mit seinen schwarzen Kontaktlinsen aus wie der leibhaftige Tod. In der Hand keine Sense, sondern eine Maschinenpistole. Ungerührt zielt er auf seine Mitschüler, die sich verängstigt an die Rückwand des Musikraums drängen, und schießt …

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Die Disney-Comicbiografie „The Moneyman“
und eine Comic-Reihe mit Disney-Hommagen

 
Roy Disney? Hieß der nicht Walt? Ja, und nein! Experten wissen, dass Roy Disney der ältere Bruder von Walt Disney ist. Dessen bahnbrechende Zeichentrickfilme mit weltberühmten Figuren wie Mickey Mouse oder Donald Duck kennt jeder, was auch für die Freizeitparks wie Disney World gilt. Doch viele weniger bekannte Details über Walt Disney und seine Firma, die sich vom „Start-up“ in den 1920er-Jahren zum gewaltigen Medienimperium entwickelt hat, lassen sich eher über die Stimme von Walt Disneys älterem Bruder Roy Disney erzählen. Das zumindest ist die Grundannahme von „The Moneyman“, einem Comic des italienischen Zeichners. Seine Comic-Biografie wurde 2016 in Italien veröffentlicht und ist im Frühjahr 2019 auch in deutscher Übersetzung erschienen.

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Panoramen einer Ehe
„Nuestro Tiempo“ von Carlos Reygadas

 
Carlos Reygadas schafft es immer wieder: Er bannt Momente auf die Leinwand, die wirklicher als das Leben erscheinen. Es sind häufig schockartige Momente, die einem ganz unvermittelt die Tragweite des irdischen Daseins im wörtlichen Sinn vor Augen führen. Mitunter sind diese ‚Schocks‘ aber auch ganz zarte Momente von existentieller Tragweite.

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Eine außergewöhnliche Wohngemeinschaft
„Shoplifters – Familienbande“ von Hirokazu Kore-eda

 
Sie haben ihre Geheimzeichen, sie haben ihre Tricks: Osamu Shibata (Lily Franky) und sein Sohn Shota (Kairi Jyo) schlendern unauffällig durch ein Geschäft, dann gibt Shota ein Zeichen, und während Osamu Sichtschutz gibt, füllt der Junge seinen Rucksack. Das machen die beiden schon sehr routiniert, um das karge Einkommen der Familie aufzubessern. Auf dem Nachhauseweg von einer ihrer Diebestouren entdecken sie im kalten Dunkel ein kleines, trauriges und verwhrlostes Mädchen auf einem Balkon …

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Naive Allmachtsfantasie
„In my Room“ von Ulrich Köhler

 
Thomas Oppermann macht sich im Kanzleramt für eine Ansprache vor der Presse bereit. Die Kamera wird eingestellt, Oppermann setzt an… cut. Oppermann hat seine Rede beendet, die Kamera hetzt zu Wagenknecht, wird eingestellt, Wagenknecht setzt zur Rede an… cut. Das geht noch zwei Mal so. Dann sieht man drei Menschen an einem Schnittplatz, die das Filmmaterial von den Pressekonferenzen sichten… betretenes Schweigen…

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Fantastisches Füllhorn
„Black Hammer“ von Jeff Lemire

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Auf dem diesjährigen Comic-Salon Erlangen war eine Ausstellung der kanadischen Comic-Szene gewidmet, in deren Zentrum der zurzeit wohl erfolgreichste kanadische Comic-Zeichner und -Autor stand: Jeff Lemire. Lemire steht zugleich für den gelungenen Spagat zwischen Independent und Mainstream, zwischen Autoren-Comic und industrieller Massenware. Als sein erstes grösseres Werk – die Essex County-Trilogie, die im ruralen Kanada, in dem auch Lemire aufwuchs, angesiedelt ist – erschien, wurde dieses noch dem Autoren-Comic zugeordnet. Doch schon bald schrieb Lemire für die grossen amerikanischen Verlage Superheldengeschichten… „Fantastisches Füllhorn
„Black Hammer“ von Jeff Lemire“
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Ein Hundeleben
„Isle of Dogs – Ataris Reise“ von Wes Anderson


 
Dass der Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale von Wes Anderson kam, war keine große Überraschung. Schließlich liefen zuvor bereits vier seiner Filme im Wettbewerb: „Die Royal Tenenbaums“ (2002), „Die Tiefseetaucher“ (2005) und „Grand Budapest Hotel“, der 2014 zugleich Eröffnungsfilm war. Doch „Isle of Dogs“ ist ein Puppentrickfilm, und das kann man dann doch eine erstaunliche und mutige Entscheidung des Festivals nennen, zumal er als erster Animationsfilm in der Geschichte des Festivals zur Eröffnung lief.

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Zwischen den Orten
„Transit“ von Christian Petzold


 
Lange Zeit ging es in den Filmen von Christian Petzold („Die innere Sicherheit“, „Wolfsburg“, „Gespenster“, „Yella“, „Jerichow“) darum, in den zwischenmenschlichen Beziehungen aktuelle gesellschaftliche Zustände aufzuspüren. Mit „Barbara“ machte er dann eine Reise in die jüngere deutsche Vergangenheit, in die DDR der frühen 80er Jahre. Mit „Phoenix“ ging er noch weiter in der Geschichte zurück – zur deutschen Stunde Null – ins Berlin des Jahres 1945. Mit „Transit“, seinem Wettbewerbsbeitrag zur Berlinale 2018,  ist er in der Zeit der Naziherrschaft angekommen …

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Ein Comic über Gérard Depardieu
„Gérard – Fünf Jahre am Rockzipfel von Depardieu“ von Mathieu Sapin

 
Pinkeln im Flugzeug, Steuerflucht nach Belgien, Staatsflucht nach Russland! Das sind die Schlagzeilen, mit denen der französische Schauspieler Gérard Depardieu in den letzten Jahren am meisten Aufsehen erregt hat. Zeitgleich hat er in vielen Filmen mitgespielt. Und er war als Comicfigur zu sehen: In den Realverfilmungen der „Asterix“-Comics spielt er – das liegt bei dem 140-Kilogramm-Koloss auf der Hand – den Obelix. Dass die Presse in der letzten Zeit eher über private Skandale als über seine Arbeit als Filmschauspieler berichtet, liegt nicht am Mangel neuer Filme. Es liegt an Depardieus ungehemmter Selbstdarstellung. Er weiß das selber: „Karikaturen kenn’ ich zur Genüge. Bin selber eine …“, sagt er zu dem Comiczeichner Mathieu Sapin einmal während einer Russlandreise. Sapin hat nun einen Comic über Depardieu gemacht.

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Berlinale Berichterstattung 2018 – Teil 3

„One for the Money, one for the Art“! Das Prinzip fährt Gus van Sant schon lange, dreht konventionelle, aber nicht bescheuerte Filme für das größere Publikum, um sich dann wieder kleinere, experimentellere Filme wie „Elephant“ oder „Paranoid Park zu gönnen. In den letzten Jahren waren es dann eher die größeren Filme, und so ist auch sein Biopic „Don‘t worry, he won‘t get far on foot““ über John Callahan, ein schwarzhumoriger Cartoonist, der durch einen Autounfall querschnittsgelähmt wird.
 
Dritter von vier Teilen meiner Berlinale-Berichterstattung für das Kaput-Magazin

Berlinale Berichterstattung 2018 – Teil 2

Das italienische Kino hat zwar einen hervorragenden Ruf, doch der baut vor allem auf den neorealistischen Filmen der Nachkriegszeit auf. Erst in den letzten Jahren haben Regisseure wie Paolo Sorrentino den guten Ruf des italienischen Films aktualisiert. Laura Bispuri steht der Tendenz mit „Figlia mia“ („Meine Tochter“) nicht im Weg.
 
Zweiter von vier Teilen meiner Berlinale-Berichterstattung für das Kaput-Magazin

Berlinale Berichterstattung 2018 – Teil 1

Wenn man von Köln aus die Berlinale besucht, dann hat man entweder gerade den Irrsinn des Karnevals hinter sich, oder fährt darauf zu, je nach kalendarischer Konstellation. In jedem Fall ist der Februar ein Double Feature mit zwei gut einwöchigen Filmen, die nun gar nicht zusammen passen wollen. Dass die Filme nicht unbedingt zusammenpassen, gilt für ein fast 400 Filme umfassendes Festival wie die Berlinale natürlich per se: Was man hier im extremen Fall im Zweistundentakt vor Augen hat, katapultiert einen durch Raum und Zeit und natürlich auch durch die unterschiedlichsten sozialen Schichten, durch alle möglichen Gattungen und Genres.
 
Erster von vier Teilen meiner Berlinale Berichterstattung für das Kaput-Magazin