Der gute Ruf der Firma
„El Club“ von Pablo Larraín

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In einem kleinen Dorf an der Küste Chiles steht ein Haus. Darin wohnen vier ältere Männer. In ihrer Mitte ist eine Frau, die den Haushalt besorgt und den korrekten Tagesablauf überwacht. Denn das Leben derer, die hier wohnen, läuft nach strengen Regeln ab: Frühstück, Mittag- und Abendessen, Freizeit, Verhaltensregeln außerhalb des Hauses – all das ist streng geregelt. Auch die Gebete, der Gesang und die Messe. Denn in diesem Haus wohnen Priester. Es ist ein Ort des Rückzugs. Doch freiwillig ist niemand von ihnen hier. „Der gute Ruf der Firma„El Club“ von Pablo Larraín“ weiterlesen

Charles Burns: „X“ / „Die Kolonie“ / „Zuckerschädel“ – Trilogie

Zuckerschaedel

Zehn Jahre lang hat Charles Burns an seinem Opus Magnum „Black Hole“ gearbeitet. Das über 300-seitige Werk ist eine sowohl bedrückende wie berauschende Allegorie auf die Wirren der Pubertät, angesiedelt im Californien der 70er Jahre. Die Körperveränderungen werden bei Burns zu monströsen Deformationen, das Teenagerdasein gleicht einer Krankheit, die einen zu einem Leben als Aussätzigen verdammt. Auch zehn Jahre nach „Black Hole“ sind Pubertät und Teenage Angst Charles Burns‘ Themenschwerpunkt: Seine neue Trilogie führt uns in ein ähnliches Szenario wie in „Black Hole“ „Charles Burns: „X“ / „Die Kolonie“ / „Zuckerschädel“ – Trilogie“ weiterlesen

Fremd im eigenen Land
„Der Staat gegen Fritz Bauer“ von Lars Kraume

Die Heimatlosen / Fritz Bauer (AT)Regie: Lars KraumeKamera: Je

 

 

 

 

 

 

 

„Wenn ich mein Dienstzimmer verlasse, betrete ich feindliches Ausland“, hat der jüdische Jurist Fritz Bauer einmal gesagt. Er hat diesen Satz nicht in den späten 20er oder frühen 30er Jahren ausgesprochen, nachdem er zum jüngsten Amtsrichter im Deutschen Reich aufgestiegen war. Er hat ihn in der Nachkriegszeit gesagt. „Fremd im eigenen Land„Der Staat gegen Fritz Bauer“ von Lars Kraume“ weiterlesen

„Frau Müller muss weg“ von Sönke Wortmann (Interview)

Projekt: "Frau Mueller Muss Weg"

 

 

 

 

 

 

 

„Der Film kommt aus dem „Ghetto“ des Kammerspiels heraus“

Herr Wortmann, bei „Frau Müller…“ haben sie zuvor auch Regie am Theater geführt. Wie verhält sich ihre Theaterversion zur Vorlage von Lutz Hübner, und wie verhält sich ihre Theaterversion zu ihrer Filmadaption?
Sönke Wortmann: Für mich sind die Dialoge eine große Stärke des Theaterstücks. „„Frau Müller muss weg“ von Sönke Wortmann (Interview)“ weiterlesen

Interview mit Christian Petzold zu „Phoenix“

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„Deharbeiten sind hoch intensiv“

Herr Petzold, man rechnet ihre Arbeit zur Berliner Schule. Die gilt als eher spröde Gegenwartsbeobachtung. Mit ihrem letzten Film „Barbara“ und nun mit „Phoenix“ tauchen sie mit melodramatischem Ton in die deutsche Geschichte ein. Wie kommt es zu diesem neuen Interesse an der deutschen Vergangenheit?
Christian Petzold:
Als die Berliner Schule mit Retrospektiven und Werkschauen gefeiert wurde, und ich mich selber schon halb im Museum stehen sah, habe ich meine alten Filme noch mal angesehen. „Interview mit Christian Petzold zu „Phoenix““ weiterlesen

„Love Steaks“ von Jakob Lass (INTERVIEW)

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Der schüchterne, freundliche Clemens (Franz Rogowski) fängt gerade als Masseur in dem Ostseehotel an, die temperamentvolle Lara (Lana Cooper) arbeitet hier schon länger in der Küche. Nicht nur Laras Alkoholproblem bringt ungeahnte Dynamik in die Annäherung der beiden, die unterschiedlichen Charaktere kollidieren auch so heftig. „„Love Steaks“ von Jakob Lass (INTERVIEW)“ weiterlesen

„Mister X“ von Dean Motter

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Mitte der 1980er-Jahre herrschte eine Aufbruchsstimmung in der Comic-Szene, die Underground und Mainstream für eine kurze Zeit auf ähnliche Weise erfasste: Alan Moore, Frank Miller und andere stellten im Mainstream verrückte Dinge an, während in Art Spiegelmans Comic-Magazin Raw so ziemlich jeder, der damals im Underground an der Erweiterung und Verfeinerung der Comic-Sprache arbeitete, veröffentlichte. „„Mister X“ von Dean Motter“ weiterlesen

„Le Passé – Die Vergangenheit“ von Ashgar Farhadi

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Seine Filme wirken generell so unaufdringlich und beiläufig, dass man kaum wahrnimmt, auf was für eine Reise sie den Zuschauer nehmen. Es sind ganz alltägliche Szenen, die in ihrer Gesamtheit zu einer Art Wahrheitsfindungskrimi werden. Aber nicht nur das Aufdecken der Wahrheit wird in den Filmen minutiös begleitet, auch die Entstehung der Lüge erfährt eine genaue Analyse. „„Le Passé – Die Vergangenheit“ von Ashgar Farhadi“ weiterlesen

„Ein Frühling in Tschernobyl“ von Emmanuel Lepage

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Das klingt etwas zynisch – „Ein Frühling in Tschernobyl“. Tatsächlich ist der neue Comic von Emmanuel Lepage alles andere als Zynisch: Lepage macht sich mit Kollegen auf, um rund 25 Jahre nach der Reaktor-Katastrophe die Zustände im verstrahlten Sperrgebiet um Tschernobyl zu dokumentieren, erkundet die zugewachsenen Städte, die deformierte Natur und trifft Menschen in der Umgebung. Mit diesem dokumentarischen Comic liefert Lepage ein eindrucksvolles Bild einer vergessenen Landschaft, die vom schleichenden Tod befallen ist „„Ein Frühling in Tschernobyl“ von Emmanuel Lepage“ weiterlesen