Kategorie-Archiv: Comic

„Röhner“ von Max Baitinger

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Klare Linien, Geometrie, Ordnung! Max Baitinger umreißt auf den ersten Seiten in wenigen Strichen und ebenso wenigen Worten die Welt seiner Hauptfigur P.. Die Wohnung, den Alltag, das Denken: „Kocher an“, „Kanne auf“, „Tank füllen“, „Sieb drauf“, „Kaffee rein“, „Nicht drücken!“, Rand säubern“, „Kanne zu“, Herdplatte“, „Ventil zur Wand“. Weiterlesen

„Hubert“ von Ben Gijsemans

hubertDer Belgier Ben Gijsemans schlägt ganz stille Töne an – zeichnerisch und narrativ. Und das passt perfekt zu seiner Hauptfigur, dem titelgebenden Hubert: Hubert ist ein stiller, zurückgezogener Zeitgenosse. Mit lebenden Menschen hat er es nicht so. Stattdessen geht der gebildete Mann mittleren Alters gerne ins Museum und betrachtet lange seine Lieblingsbilder und Skulpturen. Weiterlesen

„In God we trust“ von Winshluss

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Die Mohammed-Karikaturen, das Attentat auf Charlie Hebdo – es gibt derzeit viele gute Gründe, um über Religion und Karikaturen zu sprechen. Auf dem Internationalen Comic-Salon Erlangen wurde im Mai die Ausstellung „Juckpulver für Scheinheilige“ gezeigt, Vorträge erörterten die Geschichte von Blasphemie und Karikaturen in Frankreich. Die Karikatur, war dort zu hören, war immer ein Aufstand der Unterdrückten, und die Furcht der Mächtigen vor dem Lachen die Angst vor der Relativierung ihrer Macht und religiösen Wahrheiten weiterlesen

„Mister Wonderful“ von Daniel Clowes

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Daniel Clowes widmet sich seit langem den nerdigen Außenseitern an der amerikanischen Westküste. Mal driften seine Stories ins Surreale und hangeln sich von einem Genre zum nächsten wie in „David Boring“ oder „Der Todesstrahl“, mal verschreibt er sich einem sachlichen Realismus wie in „Ghost World“, „Wilson“ oder nun „Mister Wonderful“. Weiterlesen

„Venus Transit“ von Hamed Eshrat

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Der in Berlin lebende Hamed Eshrat hat bereits in Frankreich Comics veröffentlicht, „Venustransit“ ist sein Debüt in Deutschland: Ben nervt sein IT-Job, seine eigene, freie Arbeit als Zeichner will auch nicht so recht weitergehen und mit seiner langjährigen Beziehung zu Julia geht es auch bergab. Weiterlesen

„Die Mauer“ von Céline Fraiponts und Pierre Baillys

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Trotz der Thematik ist kaum zu erwarten, dass mit Céline Fraiponts und Pierre Baillys (Autoren der Kindercomic-Reihe „Kleiner Strubbel“) Graphic Novel „Die Mauer“ ein jugendliches Publikum bzw. Leserinnen im Alter der Protagonistin anvisiert werden. Zu düster, zu traurig für Dreizehnjährige, denkt man spontan. Die 13-jährige Rosie ist mir den Gefühlswirren der Pubertät völlig allein gelassen – und das darf man durchaus wörtlich nehmen, denn Rosie lebt tatsächlich so gut wie alleine Weiterlesen

Charles Burns: „X“ / „Die Kolonie“ / „Zuckerschädel“ – Trilogie

Zuckerschaedel

Zehn Jahre lang hat Charles Burns an seinem Opus Magnum „Black Hole“ gearbeitet. Das über 300-seitige Werk ist eine sowohl bedrückende wie berauschende Allegorie auf die Wirren der Pubertät, angesiedelt im Californien der 70er Jahre. Die Körperveränderungen werden bei Burns zu monströsen Deformationen, das Teenagerdasein gleicht einer Krankheit, die einen zu einem Leben als Aussätzigen verdammt. Auch zehn Jahre nach „Black Hole“ sind Pubertät und Teenage Angst Charles Burns‘ Themenschwerpunkt: Seine neue Trilogie führt uns in ein ähnliches Szenario wie in „Black Hole“ Weiterlesen

„Ein Sommer am See“ von Jillian & Mariko Tamaki

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Passend zur Jahreszeit hat der Berliner Verlag Reprodukt im Sommer die Coming of Age- Geschichte „Ein Sommer am See“ von den kanadischen Cousinen Jillian und Mariko Tamaki veröffentlicht: Rose fährt seit Jahren mit ihren Eltern in das selbe Ferienhaus an einem See. Dort trifft sie ebenso regelmäßig die etwas jüngere Windy. Beide sind an der Schwelle zum Teenager und beobachten ihre Umwelt und vor allem die Dorfjugend mit großen Augen. Weiterlesen

„Der Bildhauer“ von Scott McCloud

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Scott McCloud, weltbekannt für seine in Comicform verfassten Theoriebände „Comics richtig lesen“ (1993) und „Comics neu erfinden“ (2000), dem Praxisband „Comics machen“ (2006) und die Erfindung des 24-Stunden-Comics im Jahr 1990, ist bislang weniger mit längeren erzählenden Werken in Erscheinung getreten. Um so erstaunlicher, dass er nun seine erste Graphic Novel mit gleich 500 Seiten vorlegt.

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„Treibsand“ von Mönch, Lahl & Kahane

Treibsand

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zahn der Zeit

Nach ihrer Doku-Fiction „17. Juni. Die Geschichte von Armin und Eva“, die sich auf halb fiktionalem Weg dem gescheiterten Aufstand am 17. Juni 1953 in der DDR annähert, haben sich Alexander Lahl, Max Mönch und die Zeichnerin Kitty Kahane ebenfalls auf fiktionalem Weg an das Jahr 1989 und den Mauerfall gewagt Weiterlesen

Musik im Comic: Der Klang der Bilder

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Die Finnen JP Ahonen und KP Alare erzählen in ihrem Comic „Perkeros“ von der Musik und verwandeln Töne in Bilder. Ein Sammelband untersucht, wie das auch anderen Comicautoren gelingt, von Robert Crumb bis Frank Miller … weiterlesen

(Zuerst erschienen im Tagesspiegel-Online)

„Der Attentäter – Die Welt des Gavrilo Princip“ von Henrik Rehr

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In diesem Jahr wurde aller Orten dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 gedacht. Im Juni geschah das auch auf dem Comicsalon in Erlangen – exemplarisch an Neuerscheinungen von Jacques Tardi und Joe Sacco, die beide eigens angereist waren und in Werkstattgesprächen über ihre Arbeit mit Kriegsthemen sprachen. Nun erscheint im deutschsprachigen Raum mit Henrik Rehrs prämierter Graphic Novel „Der Attentäter – Die Welt des Gavrilo Princip“ eine Biografie über den 19-jährigen Mörder von Franz Ferdinand. Weiterlesen

„Mister X“ von Dean Motter

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Mitte der 1980er-Jahre herrschte eine Aufbruchsstimmung in der Comic-Szene, die Underground und Mainstream für eine kurze Zeit auf ähnliche Weise erfasste: Alan Moore, Frank Miller und andere stellten im Mainstream verrückte Dinge an, während in Art Spiegelmans Comic-Magazin Raw so ziemlich jeder, der damals im Underground an der Erweiterung und Verfeinerung der Comic-Sprache arbeitete, veröffentlichte. Weiterlesen

„Ein Frühling in Tschernobyl“ von Emmanuel Lepage

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Das klingt etwas zynisch – „Ein Frühling in Tschernobyl“. Tatsächlich ist der neue Comic von Emmanuel Lepage alles andere als Zynisch: Lepage macht sich mit Kollegen auf, um rund 25 Jahre nach der Reaktor-Katastrophe die Zustände im verstrahlten Sperrgebiet um Tschernobyl zu dokumentieren, erkundet die zugewachsenen Städte, die deformierte Natur und trifft Menschen in der Umgebung. Mit diesem dokumentarischen Comic liefert Lepage ein eindrucksvolles Bild einer vergessenen Landschaft, die vom schleichenden Tod befallen ist Weiterlesen

„Kongo“ von Christian Perrissin & Tom Tirabosco

Kongo

Joseph Conrads „Herz der Finsternis“ wurde vielfach adaptiert. Am bekanntesten ist sicherlich Francis Ford Coppolas Übertragung des Stoffs von der Zeit der Kolonialisierung auf den Vietnamkrieg in „Apocalypse Now“. Zuletzt nutzte Ulrich Köhler den Stoff, um in seinem Film „Schlafkrankheit“ einen Entwicklungshelfer dabei zu beobachten, wie er sich in der Fremde wandelt und sich schließlich in ihr verliert. Christian Perrissin und Tom Tirabosco erzählen nun von Conrads Reise in den Kongo, ohne Handlungsort oder -zeit zu wechseln. Weiterlesen