Moebius auf Arte

Ein kurzfristiger Fernsehtipp: Heute Abend um 23.25 gibt es auf Arte eine Doku über Moebius: „Moebius Redux – Ein Leben in Bildern“ porträtiert den einflussreichen Comic-Künstler Moebius alias Jean Giraud . Mehr Infos und Ausschnitte gibt’s hier. Unbedingt ansehen!

Sondermann 2007 für Reinhard Kleist

Gerade wurde bekannt gegeben, dass auf der Frankfurter Buchmesse in der Kategorie „Comic – National“ Reinhard Kleist mit „Cash – I See A Darkness“ den Sondermann 2007 gewonnen hat und sich damit gegenüber Fils „Didi & Stulle“ durchsetzen konnte. Schade, ich hatte ja auf Fil gehofft – aber es sei Kleist natürlich auch gegönnt.

Sondermann für Fil!

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Auf der Frankfurter Buchmesse wird im Oktober wieder der Publikumspreis „Sondermann“ verliehen. Man kann Online in verschiedenen Kategorien für den besten Comic/Manga abstimmen, und da der fänomenale Fil mit seiner Endlosserie „Didi & Stulle“ auch nominiert ist, sollte man das hier mal schnell machen. Reinhard Kleist ist natürlich auch eine Option … (um zusätzlich das Comic-Paket gewinnen zu können, muss man sich aber im Comicforum anmelden). 

Persepolis Film gefeiert

Die Knalltüten in der iranischen Regierung sollen sich mal schön empören und protestieren, ich freue mich über den großen Erfolg von Persepolis in Cannes: Der Preis der Jury geht dieses Jahr an Marjane Satrapi. Und außerdem noch an den von mir so geschätzten Carlos Reygadas (Rezensionen seiner Filme hier und hier). Sehr schön! 

Persepolis Film

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Freudige Überraschung: Zwischen all den Superhelden-Verfilmungen war tatsächlich noch Platz für eine Verfilmung von Marjane Satrapis „Persepolis“-Comic (nicht verwechseln mit dem Dokumentarfilm „Glory of Persepolis“, der iranischen Antwort auf „300„). Die mehrbändige (Kurzrezensionen auf Tiefkultur hier und hier), autobiografische Erzählung über ihre Kindheit im Iran und später im französischen Wiener Exil war bereits als Buch ein sagenhafter Überraschungserfolg – sogar in der Comic-Brache Deutschland. Der Zeichentrickfilm läuft gerade in Cannes und wird sehr positiv aufgenommen. Im französischen Original sprechen unter anderem Catherine Deneuve und ihre Tochter Chiara Mastroianni. Im Juli startet er in Frankreich an, und die Chancen, dass der Film auch in Deutschland zu sehen ist, stehen besser als man denkt, da Sony Classics als Verleih gewonnen werden konnte. Der Trailer läßt auf gute, unterhaltsame wie politisch ambitionierte Comic-Kunst schließen – schließlich ist Satrapi persönlich zusammen mit ihrem Co-Regisseur Vincent Paronnaud verantwortlich für das Projekt. Die offizielle Seite ist hier. Und wo ich schon in Verlinklaune bin: Da ist Satrapis Blog.

Hergé galore

Für den Fall, dass es nicht eh schon alle gelesen haben (Spiegel-Online-Texte verlinken ist ja nicht gerade ‚Underground‘): Ein Interview mit Michael Farr, dem Autor von „Auf den Spuren von Tim & Struppi“, der faktenreich den Leser erschlagenden Abhandlung über Hergé, findet man hier. Die sind zwar nicht gerade am Zahn der Zeit, denn der Band ist schon im Februar erschienen, aber da er wiederum schon vor einem Jahr angekündigt wurde, ist das jetzt auch egal. Außerdem: Gutes Buch, profunde Wissensansammlung und nicht unkritisch. Erschienen bei Carlsen, wo sonst … 

„Sechshundertsechsundsiebzig Erscheinungen von“ Killoffer

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‚Es‘ ist nackt

Killoffer ist zusammen mit Lewis Trondheim Gründungsmitglied des großartigen Comic-Verlags L’Association. Eine Art Verlag der Autoren, aber auch ein Autorenverlag, denn hier toben sich erkennbar Subjekte aus. Killoffer ist wie sein Kollege Trondheim ein nicht gerade zartbesaitetes Subjekt. Das zeigt auch sein jüngst in deutsch erschienenes Album „Sechshundertsechsundsiebzig Erscheinungen von Killoffer“…

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„300“ von Zack Snyder

Anscheinend hat die halbe Welt auf die neue Verfilmung eines Frank Miller Comics gewartet. Ich auch, allerdings mit einer Mischung aus Freude, Interesse und Befürchtung. Denn zum einen ist Frank Millers Vorlage nun wirklich nicht eine seiner Meisterleistungen. 300 fehlt es an der over-the-top Hardboiled-Macho-Geste, die z.B. Sin City das Quentchen Ironie beschert, das Nötig ist, … 

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„The Walking Man“ von Jiro Taniguchi
„Blue“ von Kiriko Nananan

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Neben den großen und populären Reihen, gibt es auch einen Manga-Underground mit spannenden Veröffentlichungen. Über den Kölner Vertrieb Atomax Merchandising sind nun einige interessante Bände zumindest auf Englisch erhältlich: Jiro Taniguchis „The Walking Man“ ist eine sonderbare Meditation über den modernen Alltag – der Zeit und Hektik vollkommen enthoben. Stattdessen: Ein Mann spaziert durch seine Nachbarschaft und beobachtet Kleinigkeiten, erfreut sich an Nebensächlichkeiten und lässt sich treiben. Es braucht etwas, bis man in die Stimmung hineinfindet, aber dann kann man sich an den filigranen Zeichnungen kaum satt sehen (Fanfare/Ponent Mon, 160 S., SC, s/w, 16,90 €).
„Blue“ von der jungen Künstlerin Kiriko Nananan geht zeichnerisch weniger ins Detail, erzählt ihre Geschichte um die zarte Liebe zweier junger Mädchen an Hand weniger Striche und starker Schwarz-Weiss-Kontraste. Das wirkt fast, als würden die Protagonistinnen mit ihrer Liebe in einem der Wirklichkeit enthobenen Raum schweben. Abstrakt, aber voller Gefühl (Fanfare/Ponent Mon, 232 S., SC, s/w, 23,90 €).

Zuerst erschienen in choices 1/06

Gipi: Aufzeichnungen für eine Kriegsgeschichte

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 Die noch junge Karriere des italienischen Künstlers Gipi entwickelt sich rasant. Nach den zwei langen Geschichten Le Local“ (bislang nicht auf deutsch erhältlich) und „Aufzeichnungen für eine Kriegsgeschichte„, den zwei Kurzgeschichten in der Kollektion Ignatz und der Geschichtensammlung „Nachtaufnahmen“ ist er einer der gefeiertsten Newcomer der Comicszene. Zuletzt wurde das mit der Auszeichnung der Kriegsgeschichten als bester Comic beim Festival in Angoulème unterstrichen.

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Kiriko Nananan: Blue

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Schwebend

Kiriko Nananan, die 1993 mit „Hole!“ im Underground-Manga-Magazin „Garo“ debütierte, hat schon diverse Alben veröffentlicht, im deutschsprachigen Raum ist sie allerdings noch relativ unbekannt. Zu eigentümlich ist ihr Stil, als dass sie im Manga-Strom der großen Verlage mit an die Oberfläche hätte gespült werden können. Ihre Geschichte „Blue“, die im Januar 2005 auch in der Manga-Folge der „Comix“-Reihe auf Arte vorgestellt wurde, ist nun endlich in der deutschen Übersetzung erhältlich …

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