Melt Banana (Konzert, 20.5.2008, Gebäude 9, Köln)

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Japanischer Noise- bzw. Kreisch-Core steht auf der Tagesordnung. Das Trio Melt Banana um Sängerin YaKo, Bassistin Rinka mm und Gitarrist AGATA gibt es seit 1992. Die Schlagzeuger wechseln regelmäßig … Vor einigen Jahren habe ich die Band zuletzt gesehen, seitdem hat sich musikalisch kaum etwas verändert. Außerdem scheint Krach jung zu halten, denn äußerlich haben sich die drei auch nicht verändert. Auch der Style inklusive der Frisuren sind exakt gleich geblieben.

Die Vorband ist irgendein Hip Hop-New Rave Duo aus Philadelphia, dessen junger Rapper sich von dem leeren Saal nicht abschrecken lässt und alle möglichen Johnny Rotten/John Lydon-Posen durchdekliniert, sofort ins Publikum springt und die Sau raus lässt. Die Show ist auf jeden Fall imposant.
Zu Melt Banana kommt das bei warmen Temperaturen vor der Tür ausharrenden Restpublikum hinzu und der Laden wird halb voll. Als Krach Band ist es sicherlich nochmals schwieriger, das Pubikum im Alter zu halten, neues wird wohl nicht so zahlreich hinzukommen. Der Stimmung tut das keinen Abbruch: Es wird sofort – mein Gott, wann habe ich das das letzte mal gesehen – Pogo getanzt! Rinka mm bleibt wie gewöhnlich im Hintergrund. AGATA tritt nach wie vor mit Mundschutz auf und bearbeitet seinen Maschinenpark aus Verzerrern effektiv. Ich habe über 20 Geräte vor ihm auf dem Boden gezählt, die er mal technoid, mal psychedelisch verwendet. Der Blickfang ist natürlich die wundeschöne YaKo, in die wahrscheinlich der halbe Saal verschossen ist. Ihre freundlichen, in gebrochenem Englisch formulierten Ansagen sind eine Charmoffensive und stehen im verwirreden Gegensatz zu ihrem Kreischeinsatz am Mikrofon. Als Einlage gibt es immer noch die legendären Ministücke in Sekundenlänge, derer dieses Mal im Schnelldurchlauf acht dargeboten werden. Der Rest der Stücke schwankt zwischen wuchtiger Schwere und zickigem, Break reichem Noisecore. Laut ist’s natürlich, der Sound kann da leider nicht immer mithalten und ist etwas matschig – die Feinheiten gehen im Lärm unter. Hat trotzdem inklusive respektablem Ohrensausen Spaß gemacht.