Ratatat (Konzert, 5.8.2008, MTC, Köln)

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Ratatat – coller Bandname, keine Frage. Und das Konzept des Duos ist nicht minder abgeklärt: Drummachine, Orgel, Gitarre – kein Gesang. Das ganze wahlweise in euphorische Hymnen gegossen oder dezent und easy dahertippelnd … Der lange Schlauch des MTC ist schon bei der lokalen Vorband gut gefüllt (extrem junge Band, aber mein Eindruck nach nur zwei Stücken ist ziemlich positiv … wenn jemand den Namen der Band kennt, bitte melden). Ratatat lassen das Publikum eine Weile warten, und nun ist der Laden nicht nur proppevoll, sondern auch Sauna mäßig aufgeheizt. Und ich werde gewahr, dass das wohl mein erster Clubbesuch seit dem geltenden Rauchverbot ist (hier trat es erst am 1.Juli in Kraft, und im Alten Pfandhaus bei Charlie Haden – Bericht folgt – ist eh Rauchverbot). Die befürchtete Schweißduftwelle hält sich in Grenzen, vielleicht ist die Klimaanlage auch aromatisiert – besser als eine Rauchvergiftung ist das allemal. Aber dies ist ein Konzertbericht: Höllenlaut geht’s los mit einem Gitarristen als Verstärkung. Mike Strout – mit Van Halen-Shirt ausgestattet – lässt keine 70’s-Gitarren-Pose aus, und Evan Mast droht beim extrem-Headbanging permanent mit seinem Kopf im Keyboard zu landen. Das nenne ich Einsatz. Aber das erwartet man bei einem solchen Monstersound auch, der das Ergebnis der letzten beiden Daft Punk-Alben von der anderen, der Rock-Seite aufzieht. 70er Breitwand-Gitarren mit viel Effekten röhrend aufgetuned und zusammen mit der Orgel zu einer dichten wogenden Wolke vermengt. Die kitschigen Videos mit Pyramiden hängen zwischen Boston – der Band – und 80er-Digital-Kitsch. Die Überwältigungsstrategie funktioniert: Das Publikum wird von der Soundwand wattig bis wuchtig geschaukelt.

4 Antworten auf „Ratatat (Konzert, 5.8.2008, MTC, Köln)“

  1. Danke für den Hinweis. Die sind wirklich gut, vor allem das feine Gitarrenspiel. Vielleicht merkt’s ja bald auch ein Label – sie haben nämlich noch keins.

  2. Die Jungs spielen am 9. Oktober wieder in Köln.
    Dieses mal im Tsunami als Vorband von „Theoretical Girl“ aus UK.

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