Werkstatt- und Filmgespräch mit Andres Veiel

Ausnahmsweise im Herbst statt am angestammten Frühlingstermin konnte die Filmsociety und das interessierte Publikum im KunstSalon den renommierten und für seine Filme zahlreich ausgezeichneten Filmemacher Andres Veiel begrüßen. Im Werkstattgespräch mit dem Filmjournalisten, Mitherausgeber des Filmmagazins „Revolver“ und Drehbuchautor Marcus Seibert erklärte Veiel, wie er Ende der 1980er Jahre als studierter Psychologe zur Theaterarbeit kam und schließlich zum Film. Schnell wurde klar, dass auch bei der Diskussion über seine älteren Filme der Anschluss an die Gegenwart sehr nahe liegt – beispielsweise bei seinem ersten Kinodokumentarfilm „Balagan“ aus dem Jahr 1993, der eine israelische Theaterproduktion mit Juden und Palästinensern begleitet. Immer wieder setzte Andres Veiel dem gegenwärtigen Impuls, sich bei Themen klar auf einer Seite zu positionieren ein Plädoyer für einen genauen Blick und das Aushalten von Ambivalenzen und Widersprüchen entgegen. Ein mitunter risikoreiches Unterfangen, dass sich gemessen an Veiels Dokumentarfilmen aber immer lohnt.

Am Nachmittag zeigte die Filmsociety Veiels frühen und sicher persönlichsten Film „Die Überlebenden“ über drei Selbstmorde in seiner Abiturklasse. Die Vorführung wurde eingeleitet von einem Gespräch zwischen Andres Veiel und Filmsociety-Programmleiter Christian Meyer-Pröpstl über die Entstehung des Films aus dem Jahr 1996.