Bespräch mit Emanuele Soavi und Hansjörg Thurn

Im ausverkauften Kinosaal des Odeon feierte die Filmsociety, dieses Mal in Kooperation mit der tanzsociety und außerdem dem Moovy Tanzfilmfestival, am 25. Januar 2026 die Deutschland-Premiere von „The Day I Became A Cloud“ von Hansjörg Thurn. Der Dokumentarfilm begleitet das jüngste Projekt von Tänzer und Choreograph Emanuele Soavi mit seiner incompany von den ersten Proben in Frankreich bis zur Uraufführung im Musée d’Art Moderne in Paris. Der Film, der bereits Preise für den besten Dokumentarfilm auf den Filmfestivals in Toronto und Detroit gewonnen hat, taucht darüber hinaus aber auch tief in Soavis philosophische Gedankenwelt über Kunst und KI ein, über die Sinnlichkeit des Menschseins und die Zukunft des Tanzes. Nach der Vorführung sprach Christian Meyer-Pröpstl, Programmleiter der filmsociety im Kunstsalon, mit Regisseur Hansjörg Thurn und Emanuele Soavi über die Besonderheiten dieses Tanzfilmprojekts und des gleichnamigen Tanzprojektes der Emanuele Soavi incompany.

Gespräch mit Caroline Link

Das Werkstattgespräch mit Caroline Link im Kunstsalon, Moderiert von Filmjournalistin Andrea Burtz, fand vor vollem Haus statt. Caroline Link sprach darüber, wie sie zum Film kam, warum und wie sie mit Kindern als Darsteller*innen arbeitet und was der Unterschied zur Arbeit mit Erwachsenen ist.
Am Nachmittag ging es dann im ausverkauften Odeon Kino mit einem vom filmsociety-Programmleiter Christian Meyer-Pröpstl moderierten Filmgespräch mit Caroline Link weiter, anschließend haben wir in guter Tradition unserer jährlichen Veranstaltungsreihe „Rendezvous mit …“ gemeinsam einen etwas älteren Film gesehen: das Drama „Im Winter ein Jahr“ von 2008 mit Corinna Harfouch, Josef Bierbichler, Karoline Herfurth und Hanns Zischler!

Dank an alle Beteiligten – Andrea Burtz für die schöne Moderation, Wolfgang van Kerkom für die großzügige Spende, dem Kulturamt der Stadt Köln für die Förderung, dem Odeon Kino und dem Edimotion-Festival für die Kooperation, dem interessierten Publikum und nicht zuletzt Caroline Link für diesen spannenden Einblick in ihre Arbeit!

Filmgespäch mit Christian Petzold zu „Mirroirs No. 3“

Regisseur Christian Petzold war schon häufig Gast bei der filmsociety. 2019 war er sogar bei unserem Rendezvous für ein intensives Werkstattgespräch. Und für seine drei letzten Filme „Undine“, „Roter Himmel“ und „Miroirs No. 3“, die zur Elemente-Trilogie gehören, machte er für uns einen Abstecher nach Köln, um im Anschluss an die Vorführungen mit uns über seinen Film und Film im Allgemeinen zu sprechen. Und so war auch das Gespräch am 14. Oktober im Weisshaus Kino nach „Miroirs No. 3“, der im Mai in Cannes Premiere gefeiert hatte, wieder viel mehr als ein Gespräch über seinen letzten Film. Petzold bezog sich auf viele Referenzen der Filmgeschichte im Gespräch über seinen neuen Film – vom Horror- über Geister- bis zum Märchen-Film, die alle in seinem Werk anklingen. Aber am Ende ist es dann doch immer wieder ein typischer Petzold, den nur er so realisieren kann.

„Die letzte Einstellung“ von Isabel Kreitz

Für den Filmdienst habe ich den Comic „Die letzte Einstellung“ von Isabel Kreitz, mehr oder weniger lose an der Biografie von Erich Kästner und seine Drehbucharbeit in den letzten Monaten der Naziherrschaft in Deutschland angelegt, rezensiert.

Die Kritik findet man hier auf der Webseite des Filmdienst.

Einführung zu „Kuhle Wampe oder wem gehört die Welt“

Für die Filmreihe „Träume von Räumen – Wohnraum im Film“ des Filmforum NRW habe ich eine Einführung zu Slatan Dudows Kurzfilm „Wie der Arbeiter wohnt“ von 1930 als Vorfilm und seinen zusammen mit Bertold Brecht realisierten Langfilm „Kuhle Wampe oder wem gehört die Welt“ von 1932 gehalten. Der erste Film war komplett stumm – ein seltenes Kinoerlebnis, die Musik zum zweiten hat Hanns Eisler komponiert, inklusive der ersten Fassung des Solidaritätslieds.

Dank für das tolle Foto an Werner Busch!

Gespräch mit Prof. Hannes Rall über Comics und Animationsfilme

Am 17.6.2025 habe ich mit Prof. Hannes Rall (Nanyang Technological University Singapore) über sein 2024 in zweiter, komplett überarbeiteter Auflage erschienenes Buch „Animationsfilm. Konzept und Produktion“ sowie sein neues Buch „Comics. Konzept und Gestaltung“ – beide im Herbert von Halem Verlag erschienen, im Literaturhaus Köln gesprochen.

Das Video ist spontan entstanden und daher nicht optimal in Bildausschnitt und Tonqualität.

 

„Für den Bruchteil einer Sekunde“ von Guy Delisle

Der franko-kanadische Comiczeichner Guy Delisle erzählt in „Für den Bruchteil einer Sekunde“ die Vorgeschichte des Kinos als spannende Biografie eines Quereinsteigers und Hasardeurs: Es geht um die Lebensgeschichte des Engländers Eadweard Muybridge (1830-1904), der mit seinen Versuchen, Bewegung im Bild festzuhalten, Geschichte schrieb.

Den ganzen Artikel gibt es beim Filmdienst

Werkstattgespräch mit Drebuchautor Marcus Seibert

Die filmsociety fragte am 7. Mai: „Wie entsteht ein Drehbuch? Und wie wird daraus ein Film? Und weil wir auch wissen wollten, warum Drehbuchautor*innen so selten im Rampenlicht stehen, haben wir Marcus Seibert für ein intensives Gespräch über seine Arbeit vor die Scheinwerfer unserer Bühne geholt. Im Gespräch mit filmsociety-Programmleiter Christian Meyer-Pröpstl hat Seibert von seinem unkonventionellen Werdegang erzählt „Werkstattgespräch mit Drebuchautor Marcus Seibert“ weiterlesen

Moderation für den Film „Röbi geht“

Am 23. März durfte ich im Auftrag des Filmverleihs mindjazzpictures im Anschluss an die Filmvorführung von „Röbi geht“ im Odeon Kino in Köln ein sehr bewegendes Gespräch mit den Filmemacher*innen Christian Labhart und Heidi Schmid und den Palliativ- und Trauerexpertinnen Julia Strupp sowie Golrokh Esmaili Akkus führen. Ein beeindruckender Nachmittag zum Thema Sterben und Tod, aber eben auch zu Leben und Trost!
Fotos von David Heyer

„Für immer hier“ von Walter Salles

Es erscheint wie eine kleine Idylle: Der ehemalige Abgeordnete Rubens Paiva lebt mit seiner Frau Eunice Paiva und den fünf Kindern in einem großzügigen Haus direkt an der Promenade in Rio de Janeiro. Die Eltern kümmern sich liebevoll um ihre Kinder. In ihrem Haus wird gelacht, gegessen, getrunken. Ständig sind andere Kinder zu Besuch oder Freunde der Familie aus der künstlerischen und intellektuellen Gesellschaft der Stadt. Gestört wird die Idylle von willkürlichen Straßenkontrollen, bei der die älteste Tochter mit ihren Freunden von der Polizei drangsaliert wird. Gestört wird sie auch durch Militärfahrzeuge, die im Hintergrund durch die Straßen streifen. „„Für immer hier“ von Walter Salles“ weiterlesen

Filmgespräch zu „Köln 75“ mit Vera Brandes

Im ausverkauften Odeon Kino habe ich bei der  Sondervorführung der Filmsociety von Ido Fluks Film „Köln 75“ über die Entstehung des legendären „Köln Concerts“ von Keith Jarrett  24. Januar 1975 in der Kölner Oper, durchgeführt von der damals 18-jährigen Vera Brandes, mit der heute 69-jährigen Vera Brandes, die für die Kinotour extra aus ihrer griechischen Wahlheimat angereist war, ein sehr bewegendes Gespräch geführt. Anschließend wurde sie anschließend mit Standing-Ovations gefeiert.

„Köln 75“ von Ido Fluk

Der Vergleich zu Beginn des Films irritiert: hier Keith Jarrett auf der Bühne, dort Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle. Man hätte gerne Jarrett 1975 auf der Bühne der Kölner Oper erlebt, hören wir eine Erzählerstimme, wo das meistverkaufte Jazz-Solo-Album der Geschichte – „The Köln Concert“ – aufgenommen wurde. Mindestens genauso gerne hätte man Michelangelo beobachtet, wie er auf einem wackeligen Holzgerüst steht und die Fresken malt. Nicht nur ist der Vergleich etwas gewagt. Der Film zeige zudem weder das Eine noch das Andere, so der Kommentar aus dem Off, sondern das Gerüst. „„Köln 75“ von Ido Fluk“ weiterlesen

„Mickey 17“ von Bong Joon-ho

Die Erde in der Zukunft: Mickey und Berto haben Schuldner auf den Fersen, die ihnen nach dem Leben trachten. Einziger Ausweg ist die Flucht. Glücklicherweise startet gerade eine Expedition unter der Leitung des skrupellosen Hieronymous Marshall zu einem Planeten, den er kolonialisieren will, um dort eine reine Rasse zu erschaffen. Mickey meldet sich als sogenannter Expendable an, als ein Entbehrlicher. Die schlechte Nachricht: Er ist auf der Mission für alle riskanten Aktionen zuständig, die tödlich enden könnten. Die gute Nachricht: Dank eines Gedächtnisspeichers und eines Biodruckers wird er nach seinem Tod geklont. „„Mickey 17“ von Bong Joon-ho“ weiterlesen

„Like a complete Unknown“ von James Mangold

Zwischen allerlei Gerümpel in einem klapprigen Kombi eingequetscht rollt er als Anhalter über die Brücke des Hudson Rivers auf Manhattan zu. Kurz darauf steht er mit seinem wenigen Gepäck, das vor allem aus seiner Gitarre besteht, inmitten der Straßen von Greenwich Village. Dort – das weiß der junge Robert Zimmerman, der sich seit Kurzem Bob Dylan nennt – tummelt sich die Beatnik- und Folkszene. „„Like a complete Unknown“ von James Mangold“ weiterlesen

„Mutiny in Heaven – Die frühen Jahre von Nick Cave“ von Ian White

Höllensound

Nach dem Film weiß man auf jeden Fall, was Drogen bewirken können – im Guten wie im Schlechten. Eigentlich heißt der Dokumentarfilm von Ian White „Mutiny in Heaven – The Birthday Party“. Der deutsche Verleih hat sich aber aus nachvollziehbaren Gründen für einen werbewirksameren Titel entschieden. Wer kennt schon noch The Birthday Party? Aber deren Sänger Nick Cave kennt inzwischen wohl jeder und jede! „„Mutiny in Heaven – Die frühen Jahre von Nick Cave“ von Ian White“ weiterlesen