„A real Pain“ von Jesse Eisenberg

David (Jesse Eisenberg) ist angespannt, als er hektisch zum Flughafen fährt. Er wird gerade noch pünktlich kommen, aber sein Cousin Benji (Kieran Culkin) ist nicht so zuverlässig und immer für eine unangenehme Überraschung gut. Zig mal hat er ihn nun schon angerufen, ohne Reaktion. Doch als er am Flughafen ankommt, sitzt Benji schon ewig dort. Wie gesagt, immer für eine Überraschung gut. „„A real Pain“ von Jesse Eisenberg“ weiterlesen

„Filmstunde_23“ von Edgar Reitz und Jörg Adolp

Ein Klassenzimmer. Überall stehen Mikrofone herum. Schüchtern lächelnd blicken die Schülerinnen in die Kamera und wenden gleich wieder geniert den Blick ab. Am Lehrerpult steht ein Mann, Mitte dreißig. Er erklärt die verschiedenen Möglichkeiten der Kamerabewegung und fragt nach ihrer jeweiligen Wirkung. Er lässt die Schülerinnen Gegenstände beschreiben – einmal mit geschriebenen Worten, dann filmisch und fragt, welche Aspekte filmisch und welche sprachlich besser zu erfassen sind. Aber eigentlich, so erklärt der Mann, sei Film auch eine Sprache. Dann stellt er Fragen: „Wie würdest Du das filmen?“. „Wer von Euch würde es anders filmen?“. „Was ist der Unterschied?“. „„Filmstunde_23“ von Edgar Reitz und Jörg Adolp“ weiterlesen

„Die Saat des heiligen Feigenbaums“ von Mohammad Rasoulof

Iman (Misagh Zareh) steht als Regierungsbeamter in der Warteschleife. Die sehnlichst erwünschte Beförderung lässt schon lange auf sich warten. Umso größer ist die Freude, als er nun doch zum Ermittlungsrichter am Revolutionsgericht befördert wird. Das freut auch seine Frau Najmeh (Soheila Golestani), die nicht nur stolz auf ihren Mann ist, sondern auch auf eine größere Wohnung für das Paar und seine beiden Töchter, der Studentin Rezvan (Mahsa Rostami) und der Schülerin Sana (Setareh Maleki), hofft. Als die Familie den Erfolg bei einem gemeinsamen Restaurantbesuch feiert, hält sich die Freude der beiden Mädchen jedoch in Grenzen … „„Die Saat des heiligen Feigenbaums“ von Mohammad Rasoulof“ weiterlesen

„Der Mann aus Rom“ von Jaap Van Heusden

Was man sich auf einer langen Zugreise so alles zusammendenkt: „Die Menschen sind krank. Sie können nicht aufhören zu lügen. Die Lüge ist eine Droge, die stärker süchtig macht als Kokain. Und ihre Wirkung ist tief und intensiv.“ Filippo sieht als bestes Beispiel dafür Donald Trump, der in den ersten 1000 Tagen als Präsident der USA über 13.000 mal gelogen haben soll, woraufhin Trump natürlich twitterte, dass das eine Lüge sei. „Die Menschen wollen getäuscht werden. Eine weiche Lüge ist ihnen lieber als der Schmerz der Wahrheit“. „„Der Mann aus Rom“ von Jaap Van Heusden“ weiterlesen

„Emilia Pérez“ von Jacques Audiard: Gesungene Wiedergutmachung

Schon die Logline zu „Emilia Pérez“ ist ein Knaller: Ein Mann zerstört alles um sich herum, als Frau will er es wieder gut machen! In etwas länger geht das so: Der mexikanische Anführer eines Drogenkartells – Juan „Manitas“ Del Monte – lebt perfekt abgeschirmt von der Außenwelt, um sein so finanzkräftiges wie brutales Reich zu regieren. „„Emilia Pérez“ von Jacques Audiard: Gesungene Wiedergutmachung“ weiterlesen

„Des Teufels Bad“ von Veronika Franz und Severin Fiala

„Bad des Teufels“ ist ein alter Ausdruck für Melancholie und Depression. Davon ist Agnes zunehmend befallen. Als die lebensfrohe junge Frau im Jahr 1750 mit dem Bauern Wolf verheiratet wird, ahnt sie noch nichts von ihrem neuen Leben. Wolf wohnt mit seiner schroffen Mutter in einer kleinen, dunklen Steinhütte im Wald. Agnes hat sich um alle Wünsche ihres Gatten zu kümmern… „„Des Teufels Bad“ von Veronika Franz und Severin Fiala“ weiterlesen

„Anora“ von Sean Baker

Sean Bakers Filme behandeln seit vielen Jahren Sexarbeit in den unterschiedlichsten Formen: „Starlet“ (2012) handelt von einer Pornodarstellerin und ihrer Freundschaft mit einer älteren Dame aus der Nachbarschaft. „Tangerine L.A.“, 2015 der erste komplett auf iPhones gedrehte Kinolangfilm, begleitet eine Transgender-Prostituierte auf ihrer nächtlichen Odyssee in Los Angeles. „The Florida Project“ beobachtet eine verarmte Mutter und ihr Kind, die in einem Motel unweit von Disney World leben. „„Anora“ von Sean Baker“ weiterlesen

Filmgespräch zu „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Thomas Mann“

Anfang des Jahres hat die filmsociety der Kölner Produktionsfirma Florianfilm einen Besuch abgestattet. Regisseur und Drehbuchautor André Schäfer hat uns dort auch erstes Rohmaterial vom Filmdreh aus dem Thomas Mann-Haus in Los Angeles gezeigt. Am 3.11. war es so weit und wir konnten bei der Premiere den fertigen Kinofilm sehen! „Filmgespräch zu „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Thomas Mann““ weiterlesen

„Quentin Tarantino“ von Amazing Ameziane

Die Filmografie von Quentin Tarantino ist mit bisher nur neun Filmen zwar nicht umfangreich, hatte aber enormen stilbildenden Einfluss weit übers US-Kino hinaus. In seinem Comic „Quentin Tarantino“ spürt Comic-Künstler Amazing Ameziane Leben und Werk des Filmemachers nach und eignet sich dabei formal dessen Prinzip der wechselnden Stilmittel an. „„Quentin Tarantino“ von Amazing Ameziane“ weiterlesen

Berlinale-Rundgang 2024 – Teil 2

Berlinale 2024 – Rundgang über die fünfte und letzte Berlinale unter der künstlerischen Leitung von Carlo Chatrian.

© Internationale Filmfestspiele Berlin / Claudia Schramke, Berlin

Zweite Hälfte des Festivals

Nach der Hälfte des Festivals spürt man langsam die gesteigerte Müdigkeit und merkt, dass die Filme ab und an in ein Gespräch miteinander treten. „Berlinale-Rundgang 2024 – Teil 2“ weiterlesen

Berlinale-Rundgang 2024 – Teil1

Berlinale 2024 – Rundgang über die fünfte und letzte Berlinale unter der künstlerischen Leitung von Carlo Chatrian.

© Internationale Filmfestspiele Berlin / Claudia Schramke, Berlin

Die 74. Berlinale ist die erste nach der Pandemie, die wieder uneingeschränkt stattfindet, und zugleich ist sie die letzte, die Carlo Chatrian als künstlerischer Leiter zu verantworten hat. 2020 übernahm der ehemalige Leiter des Festivals in Locarno die Leitung des deutschen Festivals der A-Klasse während der gerade aufkommenden Pandemie. Seine zweite Ausgabe fand nur Online statt, die dritte sehr eingeschränkt und erst 2023 ging es dann mit fast normalem Programm weiter. Doch da zeichneten sich schon Sparzwänge ab, die dazu führten, dass die nun 74. Berlinale mit stark reduziertem Programm von knapp 200 Filmen von ehemals ca. 350 Filmen startet. Sie beschließt Chatrians kurze Karriere in Berlin. „Berlinale-Rundgang 2024 – Teil1“ weiterlesen