Pier Paolo Pasolini Collection

pasolini-box.jpg 

Die Pier Paolo Pasolini-Collection zeigt anschaulich, wie der italienische Regisseur auf einmalige, parabelhafte Art religiöse Nächstenliebe mit undogmatischen kommunistischen Idealen verband …Sein Regie-Debüt „Accatone“ um einen jungen Zuhälter in Rom – noch deutlich vom italienischen Neorealismus beeinflusst – ist ein mit religiöser Symbolik und viel Mitleid gezeichnetes Bild des Sub-Proletariats von Rom. In den frühen 60er Jahren machte Pasolini einige Dokumentarfilme: „Gastmahl der Liebe“ ist eine Befragung der Italiener quer durchs Land, quer durch die sozialen Schichten und von jung bis alt zum Thema Sexualität und Liebe. Pasolini zeigt sich bei Themen wie Gleichberechtigung, Scheidung oder Homosexualität freundlich aber bestimmt. Er entlarvt auf humorvolle Art ein von Prüderie bestimmtes Bild des Italiens der 60er Jahre und schließt mit dem Wunsch: „Möge zu Eurer Liebe hinzukommen das Bewusstsein der Liebe“. „Grosse Vögel, kleine Vögel“ verbindet auf komödiantische Art einen märchenhaften Spaziergang von Vater und Sohn durch die ärmliche Peripherie einer Großstadt mit einer im Mittelalter angesiedelten Parabel. Den zweiten Teil des Spaziergangs begleitet er mit Bildern vom Begräbnis des Kommunistischen Führers Palmiro Togliatti im Jahr 1964. Die beiden für Pasolini wichtigen Pole – die christliche Religion und der Kommunismus – vereint er hier in heiter-melancholischer Hoffnung. „Edipo Re“ leitet Pasolinis Interesse an antiken Stoffen ein – „Das erste Evangelium Matthäus“ ausgenommen –, das zwei Jahre später auch zu „Medea“ führen wird. Schon hier hat Pasolini seine Meisterschaft entwickelt, antike Szenarien in eklektischer Manier vor atemberaubender Naturkulisse zu inszenieren. Der Film ist in der deutschen Kinofassung als auch in der um sechs Minuten längeren restaurierten Originalfassung in der Box enthalten, die Dokumentation „Der sanfte Radikale“ und ein umfangreiches Booklet ergänzen die Filme.
(Filmgalerie 451)