Unwohlsein verbreiten die Filme von Ulrich Seidl nicht nur, weil sie mit ihrem (pseudo-)dokumentarischen Blick immer an die Schmerzgrenze gehen, … sondern auch, weil man trotz der beeindruckenden und nahe gehenden Bilder nie so genau sagen kann, wie viel Voyeurismus in ihnen oder einem selbst steckt. So auch bei seinem letzten bemerkenswerten Film „Import / Export“ über eine Ukrainerin, die in Österreich ihr Glück sucht und einen Österreicher, der in den Osten geht. „Tierische Liebe“ von 1996 beobachtet Menschen, die die Kommunikation mit Menschen aufgegeben haben und sich auf allen Ebenen nur noch ihren Tieren widmen. Der Film veranlasste Werner Herzog zu dem schönen Satz: „Noch nie habe ich im Kino so geradewegs in die Hölle geschaut“. Das kurze Interview auf der „Import / Export“ DVD gibt vage Aufschluss über Seidls Strategie.
(Alamode)



