Darkel: s/t

Es fängt an wie man es erwartet: „Be my friend“ setzt voll auf schwülstig-dekadente 70’s-Stimmung zwischen Jean Michel Jarre-Pathos, Gruselsounds der italienischen Horror-Art-Rocker Goblin und ein wenig Weichzeichner Erotik. Man erwartet das, weil Darkel das Solo-Projekt von JB Dunckel (ein Wortwitz, den man wohl nur versteht, wenn man des Deutschen mächtig ist), einer Hälfte der Franzosen Air ist.

Darkel.jpg

Eigentlich klingt die Beschreibung des Sounds ja recht fürchterlich, aber wir wissen ja, das Air mit diesen Ingredienzien wirklich entrückt Schönes schaffen können. Leider verlässt Monsieur Obscurel, um den Witz auf Französisch weiterzuspinnen, das Gespür für die richtige Mischung und er verliert sich häufig nicht nur in niedlich-naivem 60’s Powerpop, sondern auch in fast schlagerhaften Schmonzetten. Da hat der Bilitis-Einfluss wohl etwas überhand genommen.
(Prototyp Rec. / Labels; VÖ: 15.9.)

zuerst erschienen in Kölner Illustrierte 09/06