Nach Matthias Arfmann darf nun Jimi Tenor den Backkatalog der Deutschen Grammophon plündern und weiter verwerten. Klar, dass Tenor mit seinem avancierten Geschmack nicht wie Arfmann die nahe liegende Romantik-Abteilung in HipHop und Dub transformiert, sondern sich auf die Neue Musik des 20. Jahrhunderts stürzt, auf Edgar Varèse, Erik Satie, Pierre Boulez, und Steve Reich.

Minimal und Musique Concrète war Tenors Musik auch nie fern. Hier bleibt er aber abgesehen von einigen Beateinlagen und Funkandeutungen doch sehr im Kosmos der Neuen Musik, den Geräusch-, Rhythmus- und Elektronik-Experimenten verhaftet. Das alles natürlich durch seine Techno-Funk-Brille betrachtet. Eine sehr spannende Perspektive.
(Deutsche Grammophon / Universal, VÖ: 15.9.)
zuerst erschienen in Kölner Illustrierte 09/06

