„Deutschland halt den Rand“

Höre gerade Lady Ray in heavy rotation.

Ihren neuen Track „Deutschland Siktir“ – produziert von Deichkind – gibt’s seit Mitte August auf ihrer myspace Seite. Da zieht sie ihren lustigen Anti-Aggro-Pornorap aber nochmal ordentlich in antideutsche-postfeministischen Richtung, und wird ihrem akademisch-türkischen Background richtig gerecht ;-). Toller Klischee-Crash, lustiger Text und rockt wie sau!

Meinungen?

Gerhard Richters Domfenster und Musik von Glass, Cage und Feldman

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Tiefkultur wirft alle Ressentiments über Bord und begibt sich in die Niederungen der Hochkultur: Anlässlich der Einweihung von Gerhard Richters Fenster im Kölner Dom gab es sogar einen Beitrag in der Tagesschau. In Köln wurde das Spektakel mit viel Tamtam und Bimbamborium bestritten. „Eine Ausstellung und zwei Konzerte“ hieß das Programm, das einen zunächst einen Blick auch die Vorarbeiten zum neuen Domfenster gewährte …

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„Der rote Elvis“ von Leopold Grün (Interview)

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Der Musiker Dean Reed kehrt in den sechziger Jahren den USA den Rücken und ließ sich in Südamerika nieder, wo er als Star gefeiert, auch politisch aktiv wurde. 1972 zog er in die DDR, in den späten 70ern radikalisierte sich der Marxist an der Seite Jassir Arafats.Dieser Biografie muss man sich einwach widmen: Ein Cowboy aus den USA wird zum Marxisten und zieht in die DDR … lesen

Interview mit Leopold Grün:

Dean Reed ist eine sehr widersprüchliche Figur. Das macht einen Film über ihn spannend, aber auch komplizierter als bei einer klareren Figur?

Gerade in der Ambivalenz dieser Figur bestand der Reiz …

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Mein Kumpel Aesop Rock: Der freundliche Kopierschutz

Kopierschutz kennt jeder. Eine interessante Unterabteilung bilden die Maßnahmen, Journalisten vom Kopieren ihrer Rezensionsexemplare abzuhalten. Denn hier geht es darum, das Material – Musik oder Film – unattraktiv zu machen. Warum das so ist, weiß ich nicht. Die scheinen ihrem eigenen Kopierschutz nicht zu trauen, sonst würde der ja genügen. Doch der Einfallsreichtum beim Verhindern von Promo-Kopien ist noch viel größer als beim schnöden Kopierschutz …

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Afel Bocoum & Alkibar: „Niger“
Bassekou Kouyate & Ngoni ba: „Segu Blue“

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Musik aus Mali 

Das erste mal wurde ich vor zwei Jahren durch den ersten Teil der „Golden Afrique“- Compilationreihe auf Musik aus Mali aufmerksam. Dort wurde auf zwei CDs vorwiegend Musik aus dem Nordwesten Afrikas, aus Mali, dem Senegal, Gambia, der Elfenbeinküste, Guinea etc. aus den Jahren 1971 bis 1983 vorgestellt (Inzwischen gibt es zwei weitere Teile der liebevoll zusammengestellten Reihe des Labels Network mit Musik aus den südlicheren Ländern Afrikas: Jive, Rumba und anderes). Zwei aktuelle Platten künden momentan überzeugend von der heute noch großartigen Musiklandschaft in Mali … 

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„Joe Strummer – The Future is unwritten“ von Julien Temple

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This is England

Leben und Musik des britischen (Punk-)Rock-Stars werden lebendig in einer vielseitigen Dokumentation von Julien Temple, des Chronisten des britischen Punk …

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(Bundesstart: 24.5.2007)

zuerst erschienen in choices 5/07) 

 Der Soundtrack zu Julien Temples Joe Strummer-Biografie versammelt übrigens neben Musik von Strummer und dessen Inspirationsquellen auch seine einer Radioshow entnommenen Kommentare zu den Tracks, die auch in Temples Doku zu hören sind. An Musik gibt es Clash-Stücke, Solo-Songs, aber auch Gutes von Tim Hardin, MC 5, Eddie Cochrane, Woody Guthrie, Nina Simone u.a. findet sich hier. Und das fantastische „Crawfish“ von Elvis.
(Sony, VÖ: 11.5.2007)

Björk: „Volta“

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Warum Björk nicht prätentiös ist

Was haben Björk und Joanna Newsom gemeinsam? Neben einer gewissen prätentiösen Stimmlage und einem Hang zu ausufernden Songformaten sicherlich die Fähigkeit, Menschen sowohl zu größten Liebesbekundungen als auch übelsten Hasstiraden zu verleiten. Bitte einmal kurz im Internet rumsurfen … genau! Die Hassbekundungen erstaunen mich, obwohl mir das Prätentiöse als Kritikpunkt nicht fremd ist. Gegen das Prätentiöse in Form von Progressive Rock wurde Punk erfunden, und das war gut so…

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Die Zimmermänner (Konzert, 7.5.2007, Gebäude 9, Köln)

Vom Marktwert der alten Platten auf ebay sollte man nicht auf seinen aktuellen Marktwert schließen. Das haben die Zimmermänner aber vielleicht gemacht, als sie für ihre Tour in Köln das Gebäude 9 buchten, das dann aber nur sehr luftig gefüllt war. Um genau zu sein: Das Verhältnis Auf-der-Bühne zu Vor-der-Bühne dürfte 1:5 gewesen sein (aber immerhin waren 8 Leute auf der Bühne – Mathematiker, nun legt mal los …).   „Die Zimmermänner (Konzert, 7.5.2007, Gebäude 9, Köln)“ weiterlesen

Bobby Conn (Konzert, 23.4.2007, Gebäude 9, Köln)

Gläubig

Ich dachte, irgendwann im Leben muss sich jeder entscheiden, ob er Bobby Conn verehrt oder nicht. Folglich war ich sehr überrascht, als ich bei meiner Ankunft einen ziemlich leeren Saal vorfand. Bobby Conns Stamm-Club in Köln, das charmante, fabrikhallenartige Gebäude 9, sah gegen halb zehn noch relativ verwaist aus …   „Bobby Conn (Konzert, 23.4.2007, Gebäude 9, Köln)“ weiterlesen

Nico: The frozen borderline

Ich freue mich ganz außerordentlich über diese essentielle Veröffentlichung: Mit „The Frozen Borderline“ werden die beiden außergewöhnlichsten Alben der außergewöhnlichen deutschen Sängerin Nico, die mindestens durch ihre Zusammenarbeit mit The Velvet Underground auf deren Debut-Album auch für eine breitere Masse Legenden-Status erreicht hat, wiederveröffentlicht. Ihre beiden Alben „The Marble Index“ (1968) und „Desertshore“ (1970) sind allerdings nicht minder legendär …

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Throbbing Gristle: Part Two. The Endless Not

Über 25 Jahre nach ihren letzten Studioaufnahmen erscheint ein neues Album der Gründer des Industrial. Endlich! Eine einjährige Verschiebung der Veröffentlichung ging dem voraus. Daher sind die Stücke bereits aus dem Jahr 2005. Neben Bandkompositionen findet man auf dem Album auch je ein Stück der einzelnen Mitglieder Genesis P-Orrige, Chris Carter, Cosey Fanny Tutti und Peter Christopherson. „Part Two. The neverending not“ entkommt der Rock-Opa-Falle …

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