Sekundärbände zum Comic sind im deutschsprachigen Raum immer noch recht selten, da freut man sich über jede Übersetzung …
Nach den sehr gelungenen und erfolgreichen, als Comic angelegten Theorie-Bänden „Comics richtig lesen“ und „Comics neu erfinden“ erscheint nun eine neue Arbeit von Scott McCloud. „Comics machen“ scheint im Gegensatz zum Erstling wie schon der Vorgänger auf der Produzentenseite seine Leser zu suchen. Das stimmt nur zur Hälfte: Zwar ist das Umfangreiche Werk eine Hilfe und ein Wegweiser zu guten Zeichnungen, einer guten Seitenaufteilung, einer guten Story und einer guten Dramaturgie. Zugleich erfährt der ‚normale’ Comicfan aber unglaublich viel über die künstlerische Arbeit und vor allem deren Wirkung – und die betrifft den Leser und sein Rezenptionsverhalten schließlich. Das alles ist wie immer als informativer wie humorvoller Comic angelegt. Man kann es kaum glauben, wie fantasievoll McCloud seine auf 250 Seiten angelegten Ausführungen bebildert und immer wieder passende Beispiele findet, ironische Kommentare setzt oder einfach humorvolle Einschübe bringt. So ist das Unterfangen nicht nur sehr informativ, sondern immer auch geistreich unterhaltsam. Infotainment im besten Sinne.
(Carlsen, VÖ: 10/07)


