Den meisten Fans ist das ja alles zu albern, aber ich hatte mal wieder meinen Spaß …
Nachdem bereits letzte Woche die Münsteraner zwischenzeitlich fern vom eigentlichen Fall im albernen Nirwana entschwunden waren – was mir recht gut gefiel – ging das Ende ja gründlich in die Hose. Denn nach so viel Slapstick und Screwball konnte man den finalen Schwenk zum ernsten Thema nicht mehr nachvollziehen. Da waren die Münchener gestern mit „Gesang der toten Dinge“ – sehr schöner Titel – konsequenter. Mit den tollen Gästen Irm Herrmann und Sabine Timoteo war ja bereits viel gewonnen. Aber hatte man sich einmal damit abgefunden, das dieser Tatort (im Nachhinein sogar ohne Mord) eine Groteske ist, dann konnte man sich darin gut zurechtfinden. Die verbalen Pointen saßen, und Szenen wie die des flüchtigen Botanikers, der sich als Statur zu verstecken sucht, waren wirklich far out. Ebenso die Figur von Hermann, die bei aller Absurdität sehr liebevoll gezeichnet war. Da hatte sogar ein wenig Musique Concrete mit knarrenden Türen Platz. Und ganz im Gegensatz zum Rezensenten der taz fand ich den positiv belassenen Esoterikanteil der Folge aufgrund der charmant-skurilen Darstellung gar nicht unangenehm. Es ist ja auch so, dass der Hokus Pokus gleichzeitig ziemlich veralbert wird. Der Tatort ist wieder oder immer noch für Überraschungen gut.


