Passend zur Jahreszeit hat der Berliner Verlag Reprodukt im Sommer die Coming of Age- Geschichte „Ein Sommer am See“ von den kanadischen Cousinen Jillian und Mariko Tamaki veröffentlicht: Rose fährt seit Jahren mit ihren Eltern in das selbe Ferienhaus an einem See. Dort trifft sie ebenso regelmäßig die etwas jüngere Windy. Beide sind an der Schwelle zum Teenager und beobachten ihre Umwelt und vor allem die Dorfjugend mit großen Augen. „„Ein Sommer am See“ von Jillian & Mariko Tamaki“ weiterlesen
Arrogant und Armselig„Ich und Kaminski“ von Wolfgang Becker
Blickt man hinter die Kulissen der neuesten Produktion von X-Filme, der Firma der Regisseure Tom Tykwer, Dany Levy, Wolfgang Becker und dem Produzenten Stefan Arndt, dann wirkt „Ich und Kaminski“ wie der am Reißbrett erdachte Kinoerfolg „Arrogant und Armselig„Ich und Kaminski“ von Wolfgang Becker“ weiterlesen
„Ein schöner kleiner Krieg“ von Marcelino Truong
Marcelino Truongs Vater ist Diplomat der Republik Vietnam in den USA. Doch 1961 wird er ins Heimatland zurückberufen, und mit ihm ziehen seine französische Frau und die drei Kinder nach Saigon, die Hauptstadt des seit 1955 unter Präsident Ngô Đình Diệm krisengeschüttelten südlichen Teils von Vietnam. „„Ein schöner kleiner Krieg“ von Marcelino Truong“ weiterlesen
Am falschen Lagerfeuer„Slow West“ von John Maclean
Es ist immer wieder anregend, im Kino völlig unerwartet und ohne großes Vorwissen überrascht zu werden. „Slow West“ ist der perfekte Kandidat für eine solche Überraschung: Das Debüt von John Maclean ist ein Western, der seinen Titel ernst nimmt, ansonsten aber eher spielerisch mit dem Genre umgeht „Am falschen Lagerfeuer„Slow West“ von John Maclean“ weiterlesen
Neustart„Gefühlt Mitte Zwanzig“ von Noah Baumbach
Vor fünf Jahren schickte Regisseur Noah Baumbach in seinem Film „Greenberg“ Ben Stiller als einen desorientierten, vierzigjährigen Berufsjugendlichen nach Los Angeles, wo er mit seinem unbeholfenen Loser-Zynismus bei den Jüngeren in seiner Umgebung gar nicht landen konnte. Sein neuer Film „Gefühlt Mitte Zwanzig“ könnte eine Fortsetzung sein, denn auch hier spielt die sogenannte Midlife-Crisis eine weitere Hauptrolle neben den Protagonisten aus Fleisch und Blut „Neustart„Gefühlt Mitte Zwanzig“ von Noah Baumbach“ weiterlesen
In den eigenen vier Türen„Taxi Teheran“ von Jafar Panahi
Das Prinzip des Films ähnelt dem Film „Ten“ (2002) von Abbas Kiarostami, dem Landsmann und Lehrer von Jafar Panahi: Panahi sitzt am Steuer eines Taxis und fährt durch Teheran. Es steigen Gäste ein und wieder aus, zuweilen fahren mehrere Gäste mit, die sich untereinander nicht kennen. Sie teilen sich ein Stück weit das Taxi, so wie es in vielen Entwicklungsländern üblich ist. „In den eigenen vier Türen„Taxi Teheran“ von Jafar Panahi“ weiterlesen
Mutanten-Stadl„Men & Chicken“ von Anders Thomas Jensen
Einer schräger als der andere! Aber zunächst sind da nur die beiden Brüder Gabriel und Elias, deren Vater ihnen auf dem Sterbebett eine Videoaufzeichnung mitgibt, auf der er ihnen ein Geheimnis von großer Tragweite mitteilt: Ihre Eltern waren nicht ihre biologischen Eltern und außerdem haben sie unterschiedliche Mütter. „Mutanten-Stadl„Men & Chicken“ von Anders Thomas Jensen“ weiterlesen
Spannung am Stück„Victoria“ von Sebastian Schipper
Victoria ist noch nicht lange in Berlin. Die Spanierin ist Pianistin, doch nachdem sie ihre ganze Jugend dem Musikwunsch geopfert hat, bekommt sie am Konservatorium eine Abfuhr: Sie ist zwar gut, aber nicht gut genug. „Spannung am Stück„Victoria“ von Sebastian Schipper“ weiterlesen
Verqueres Genie„Love & Mercy“ von Bill Pohlad
Der Mythos vom Künstler zwischen Genie und Wahnsinn – Brian Wilson scheint ihn perfekt zu verkörpern. In der ersten Hälfte der 1960er Jahre komponiert er für die Beach Boys einen Hit nach dem anderen. Mitte der 1960er erweitert er die Formensprache der Popmusik maßgeblich und verliert sich schließlich – von Drogen und Psychosen zerrüttet – in den Weiten seiner Klangexperimente. Weiterlesen
Bundesstart: 11.6.2015)
„Der Bildhauer“ von Scott McCloud
Scott McCloud, weltbekannt für seine in Comicform verfassten Theoriebände „Comics richtig lesen“ (1993) und „Comics neu erfinden“ (2000), dem Praxisband „Comics machen“ (2006) und die Erfindung des 24-Stunden-Comics im Jahr 1990, ist bislang weniger mit längeren erzählenden Werken in Erscheinung getreten. Um so erstaunlicher, dass er nun seine erste Graphic Novel mit gleich 500 Seiten vorlegt.
„B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin 1979 – 1989“ von Jörg A.Hoppe, Klaus Maeck & Heiko Lange
Für den Post-Punk waren die Bedingungen im West-Berlin der achtziger Jahre ideal: Wegen seines Inselstatus mit Sonderregelungen für Wehrpflicht und Sperrstunde war West-Berlin ein einzigartiges Biotop für Jugend- und Subkultur weiterlesen
„Hilda …“ von Luke Pearson
Der Berliner Verlag Reprodukt hat vor einiger Zeit eine scheinbare Tautologie in ihr Programm aufgenommen: Kindercomics. Aber es ist lange her, dass man unwidersprochen Comics mit Kinderkram gleichsetzen konnte „„Hilda …“ von Luke Pearson“ weiterlesen
„Eden“ von Mia Hansen-Løve
Die Menge jubelt! Hunderte Hände recken sich in die Höhe. Der euphorische Housetrack verfehlt weder in dem überfüllten Pariser Club seine Wirkung, noch im Kinosaal. Am liebsten würde man jetzt aufspringen und zwischen den Kinosesseln tanzen, wie in einer der vielen anderen Partyszenen von Eden … weiterlesen
(Bundesstart: 30.4.2015)
„Mülheim – Texas: Helge Schneider hier und dort“ von Andrea Roggon (Interview)
Klar gibt es inzwischen an allen Ecken und Enden des Internets biografische Informationen über Helge Schneider, auch wenn dieser mindestens so gerne wie Stefan Raab auf seine Privatsphäre achtet. 1992 hat er sogar schon mal eine Autobiografie – zumindest den 1. Teil davon – mit dem schönen Titel „Guten Tach. Auf Wiedersehen.“ veröffentlicht. Viel spannender ist aber doch, was der Mann über Kunst im Allgemeinen und seine Kunst im Speziellen zu sagen hätte. Das hat sich auch die Regisseurin Andrea Roggon gedacht „„Mülheim – Texas: Helge Schneider hier und dort“ von Andrea Roggon (Interview)“ weiterlesen
„Leviathan“ von Andrey Zvyagintsev
Der Leviathan ist ein mächtiges Seeungeheuer, das sich Gott als Spielgefährten geschaffen hat. Im Buch Hiob wird Leviathan als Gleichnis verwendet, um Hiob vor Augen zu führen, wie sinnlos seine Versuche sind, gegen sein Schicksal aufzubegehren. Gott nimmt ihm alles, um seinen Glauben zu testen, Hiob erduldet es, bis ihm nichts mehr bleibt. Der 140-minütige Film ist schon weit fortgeschritten, und die hiobsche Talfahrt des Protagonisten Kolia scheint unaufhaltsam, da entgegnet ihm ein Priester ein Bibelzitat „„Leviathan“ von Andrey Zvyagintsev“ weiterlesen
„Treibsand“ von Mönch, Lahl & Kahane
Zahn der Zeit
Nach ihrer Doku-Fiction „17. Juni. Die Geschichte von Armin und Eva“, die sich auf halb fiktionalem Weg dem gescheiterten Aufstand am 17. Juni 1953 in der DDR annähert, haben sich Alexander Lahl, Max Mönch und die Zeichnerin Kitty Kahane ebenfalls auf fiktionalem Weg an das Jahr 1989 und den Mauerfall gewagt „„Treibsand“ von Mönch, Lahl & Kahane“ weiterlesen
„Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“ von Alejandro González Iñárritu
Hektisches Treiben hinter der Bühne, chaotische Zustände in der Garderobe, angespannte Nervösität im Ensemble – willkommen bei einer turbulenten Theaterproduktion am Broadway „„Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“ von Alejandro González Iñárritu“ weiterlesen
„Frau Müller muss weg“ von Sönke Wortmann (Interview)
„Der Film kommt aus dem „Ghetto“ des Kammerspiels heraus“
Herr Wortmann, bei „Frau Müller…“ haben sie zuvor auch Regie am Theater geführt. Wie verhält sich ihre Theaterversion zur Vorlage von Lutz Hübner, und wie verhält sich ihre Theaterversion zu ihrer Filmadaption?
Sönke Wortmann: Für mich sind die Dialoge eine große Stärke des Theaterstücks. „„Frau Müller muss weg“ von Sönke Wortmann (Interview)“ weiterlesen
Musik im Comic: Der Klang der Bilder
Die Finnen JP Ahonen und KP Alare erzählen in ihrem Comic „Perkeros“ von der Musik und verwandeln Töne in Bilder. Ein Sammelband untersucht, wie das auch anderen Comicautoren gelingt, von Robert Crumb bis Frank Miller … weiterlesen
(Zuerst erschienen im Tagesspiegel-Online)
„Mommy“ von Xavier Dolon
Die Kinoleinwand ist rechteckig. Wenn man diese Fläche mit den gängigen Breitbildformaten füllt, hat man viel Raum links und rechts vom Bildzentrum. Man kann damit wunderbare Totalen von weiten Landschaften abbilden. In Jean-Luc Godards „Die Verachtung“ von 1963 sagt der Regisseur Fritz Lang aber abschätzig, das Format sei nicht für Menschen, sondern nur für Schlangen und Begräbnisse geeignet. „„Mommy“ von Xavier Dolon“ weiterlesen





















