Scott McCloud, weltbekannt für seine in Comicform verfassten Theoriebände „Comics richtig lesen“ (1993) und „Comics neu erfinden“ (2000), dem Praxisband „Comics machen“ (2006) und die Erfindung des 24-Stunden-Comics im Jahr 1990, ist bislang weniger mit längeren erzählenden Werken in Erscheinung getreten. Um so erstaunlicher, dass er nun seine erste Graphic Novel mit gleich 500 Seiten vorlegt.
„B-Movie: Lust & Sound in West-Berlin 1979 – 1989“ von Jörg A.Hoppe, Klaus Maeck & Heiko Lange
Für den Post-Punk waren die Bedingungen im West-Berlin der achtziger Jahre ideal: Wegen seines Inselstatus mit Sonderregelungen für Wehrpflicht und Sperrstunde war West-Berlin ein einzigartiges Biotop für Jugend- und Subkultur weiterlesen
„Hilda …“ von Luke Pearson
Der Berliner Verlag Reprodukt hat vor einiger Zeit eine scheinbare Tautologie in ihr Programm aufgenommen: Kindercomics. Aber es ist lange her, dass man unwidersprochen Comics mit Kinderkram gleichsetzen konnte „„Hilda …“ von Luke Pearson“ weiterlesen
„Eden“ von Mia Hansen-Løve
Die Menge jubelt! Hunderte Hände recken sich in die Höhe. Der euphorische Housetrack verfehlt weder in dem überfüllten Pariser Club seine Wirkung, noch im Kinosaal. Am liebsten würde man jetzt aufspringen und zwischen den Kinosesseln tanzen, wie in einer der vielen anderen Partyszenen von Eden … weiterlesen
(Bundesstart: 30.4.2015)
„Mülheim – Texas: Helge Schneider hier und dort“ von Andrea Roggon (Interview)
Klar gibt es inzwischen an allen Ecken und Enden des Internets biografische Informationen über Helge Schneider, auch wenn dieser mindestens so gerne wie Stefan Raab auf seine Privatsphäre achtet. 1992 hat er sogar schon mal eine Autobiografie – zumindest den 1. Teil davon – mit dem schönen Titel „Guten Tach. Auf Wiedersehen.“ veröffentlicht. Viel spannender ist aber doch, was der Mann über Kunst im Allgemeinen und seine Kunst im Speziellen zu sagen hätte. Das hat sich auch die Regisseurin Andrea Roggon gedacht „„Mülheim – Texas: Helge Schneider hier und dort“ von Andrea Roggon (Interview)“ weiterlesen
„Leviathan“ von Andrey Zvyagintsev
Der Leviathan ist ein mächtiges Seeungeheuer, das sich Gott als Spielgefährten geschaffen hat. Im Buch Hiob wird Leviathan als Gleichnis verwendet, um Hiob vor Augen zu führen, wie sinnlos seine Versuche sind, gegen sein Schicksal aufzubegehren. Gott nimmt ihm alles, um seinen Glauben zu testen, Hiob erduldet es, bis ihm nichts mehr bleibt. Der 140-minütige Film ist schon weit fortgeschritten, und die hiobsche Talfahrt des Protagonisten Kolia scheint unaufhaltsam, da entgegnet ihm ein Priester ein Bibelzitat „„Leviathan“ von Andrey Zvyagintsev“ weiterlesen
„Treibsand“ von Mönch, Lahl & Kahane
Zahn der Zeit
Nach ihrer Doku-Fiction „17. Juni. Die Geschichte von Armin und Eva“, die sich auf halb fiktionalem Weg dem gescheiterten Aufstand am 17. Juni 1953 in der DDR annähert, haben sich Alexander Lahl, Max Mönch und die Zeichnerin Kitty Kahane ebenfalls auf fiktionalem Weg an das Jahr 1989 und den Mauerfall gewagt „„Treibsand“ von Mönch, Lahl & Kahane“ weiterlesen
„Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“ von Alejandro González Iñárritu
Hektisches Treiben hinter der Bühne, chaotische Zustände in der Garderobe, angespannte Nervösität im Ensemble – willkommen bei einer turbulenten Theaterproduktion am Broadway „„Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)“ von Alejandro González Iñárritu“ weiterlesen
„Frau Müller muss weg“ von Sönke Wortmann (Interview)
„Der Film kommt aus dem „Ghetto“ des Kammerspiels heraus“
Herr Wortmann, bei „Frau Müller…“ haben sie zuvor auch Regie am Theater geführt. Wie verhält sich ihre Theaterversion zur Vorlage von Lutz Hübner, und wie verhält sich ihre Theaterversion zu ihrer Filmadaption?
Sönke Wortmann: Für mich sind die Dialoge eine große Stärke des Theaterstücks. „„Frau Müller muss weg“ von Sönke Wortmann (Interview)“ weiterlesen
Musik im Comic: Der Klang der Bilder
Die Finnen JP Ahonen und KP Alare erzählen in ihrem Comic „Perkeros“ von der Musik und verwandeln Töne in Bilder. Ein Sammelband untersucht, wie das auch anderen Comicautoren gelingt, von Robert Crumb bis Frank Miller … weiterlesen
(Zuerst erschienen im Tagesspiegel-Online)
„Mommy“ von Xavier Dolon
Die Kinoleinwand ist rechteckig. Wenn man diese Fläche mit den gängigen Breitbildformaten füllt, hat man viel Raum links und rechts vom Bildzentrum. Man kann damit wunderbare Totalen von weiten Landschaften abbilden. In Jean-Luc Godards „Die Verachtung“ von 1963 sagt der Regisseur Fritz Lang aber abschätzig, das Format sei nicht für Menschen, sondern nur für Schlangen und Begräbnisse geeignet. „„Mommy“ von Xavier Dolon“ weiterlesen
„20.000 Days on Earth“ von Iain Forsyth & Jane Pollard
Der Wecker klingelt und der zwanzigtausendste Tag im Leben von Nick Cave beginnt. Er steht auf, blickt in den Badezimmerspiegel und sieht: einen Kannibalen, der alles um sich herum verspeist, die zerkauten Momente des Alltags mit seinem Mythenspeichel versetzt und als Songs, Gedichte, Romane und Filme zurück in die Welt spuckt. Weiterlesen
(Zuerst erschienen in Zeit-Online)
Interview mit Fatih Akin zu „The Cut“
„Ich will ja keinen Propagandafilm machen“
Herr Akin, „The Cut“ erzählt von dem Armenier Nazaret, der in den Wirren des Ersten Weltkriegs und des Völkermords in Armenien eine Odyssee durchlebt. Sie erzählen die Geschichte ausschließlich aus der Perspektive des Protagonisten und lassen größere historische und politische Hintergründe außen vor. Warum haben sie sich für diese Perspektive entschieden?
Fatih Akin: Gerade weil es ein so komplexer, unüberschaubarer Zusammenhang ist, wollte ich das streng aus der Perspektive eines Einzelschicksals erzählen, möglichst viele Augenzeugenberichte, Ereignisse und historische Zusammenhänge in den Blickwinkel dieses Einzelschicksals legen und auch mit der Kamera so umgehen, dass immer diese Person die Dinge sieht. „Interview mit Fatih Akin zu „The Cut““ weiterlesen
„Der Attentäter – Die Welt des Gavrilo Princip“ von Henrik Rehr
In diesem Jahr wurde aller Orten dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 gedacht. Im Juni geschah das auch auf dem Comicsalon in Erlangen – exemplarisch an Neuerscheinungen von Jacques Tardi und Joe Sacco, die beide eigens angereist waren und in Werkstattgesprächen über ihre Arbeit mit Kriegsthemen sprachen. Nun erscheint im deutschsprachigen Raum mit Henrik Rehrs prämierter Graphic Novel „Der Attentäter – Die Welt des Gavrilo Princip“ eine Biografie über den 19-jährigen Mörder von Franz Ferdinand. „„Der Attentäter – Die Welt des Gavrilo Princip“ von Henrik Rehr“ weiterlesen
Interview mit Christian Petzold zu „Phoenix“
„Deharbeiten sind hoch intensiv“
Herr Petzold, man rechnet ihre Arbeit zur Berliner Schule. Die gilt als eher spröde Gegenwartsbeobachtung. Mit ihrem letzten Film „Barbara“ und nun mit „Phoenix“ tauchen sie mit melodramatischem Ton in die deutsche Geschichte ein. Wie kommt es zu diesem neuen Interesse an der deutschen Vergangenheit?
Christian Petzold: Als die Berliner Schule mit Retrospektiven und Werkschauen gefeiert wurde, und ich mich selber schon halb im Museum stehen sah, habe ich meine alten Filme noch mal angesehen. „Interview mit Christian Petzold zu „Phoenix““ weiterlesen
„Die unerschütterliche Liebe der Suzanne“ von Katell Quillévéré
Man kennt ähnliche Biografien, und in jüngerer Zeit wurden sie auch im Kino des Öfteren erzählt: Eine junge Frau lässt alles hinter sich, um sich einem Mann anzuschließen, der – unabhängig von den Beweggründen und den moralischen Implikationen – auf die ein oder andere Art als Outlaw gelten kann, der mit Gewalt Gesetze bricht. „„Die unerschütterliche Liebe der Suzanne“ von Katell Quillévéré“ weiterlesen
„Oktober November“ von Götz Spielmann (INTERVIEW)
Sonja (Nora von Waldstätten) lebt als erfolgreiche Schauspielerin in Berlin, ihre Schwester Verena (Ursula Strauss) lebt mit ihrer Familie immer noch beim Vater (Peter Simonischek) im inzwischen verwaisten Gasthof in den österreichischen Alpen. Als der Vater schwer erkrankt, reist Sonja in die Heimat. Dort brechen alte Konflikte auf „„Oktober November“ von Götz Spielmann (INTERVIEW)“ weiterlesen
„Jane, der Fuchs und ich“ von Fanny Britt & Isabelle Arsenault
Hélène durchlebt in der Schule täglich den Horror: Heute würde man das neudeutsch Mobbing nennen, was ihre Mitschüler dem angehenden Teenager antun. Von ihren ehemaligen Freundinnen wird sie nicht nur gemieden, sondern regelrecht schikaniert. „„Jane, der Fuchs und ich“ von Fanny Britt & Isabelle Arsenault“ weiterlesen
„Zeit der Kannibalen“ von Johannes Naber (INTERVIEW)
Öllers (Devid Striesow) und Niederländer (Sebastian Blomberg) sind zwei abgebrühte Unternehmensberater, die durch die Luxushotels der dritten Welt reisen und mit wenigen Worten ganze Firmen umorganisieren, umsiedeln oder gleich in den Ruin stürzen. „„Zeit der Kannibalen“ von Johannes Naber (INTERVIEW)“ weiterlesen
„Enemy“ von Denis Villeneuve
Anfangs- und Schlussszene von Denis Villeneuves Film „Enemy“ sind verstörend. Zu Beginn sehen wir eine Art Geheimbund, der sich zu einer erotischen Show trifft: Eine Frau bringt auf einem silbernen Tablett eine große Spinne auf die Bühne, dann drückt sie langsam mit ihren Highheels auf den Körper des Spinnentiers. „„Enemy“ von Denis Villeneuve“ weiterlesen





















