Persepolis Film

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Freudige Überraschung: Zwischen all den Superhelden-Verfilmungen war tatsächlich noch Platz für eine Verfilmung von Marjane Satrapis „Persepolis“-Comic (nicht verwechseln mit dem Dokumentarfilm „Glory of Persepolis“, der iranischen Antwort auf „300„). Die mehrbändige (Kurzrezensionen auf Tiefkultur hier und hier), autobiografische Erzählung über ihre Kindheit im Iran und später im französischen Wiener Exil war bereits als Buch ein sagenhafter Überraschungserfolg – sogar in der Comic-Brache Deutschland. Der Zeichentrickfilm läuft gerade in Cannes und wird sehr positiv aufgenommen. Im französischen Original sprechen unter anderem Catherine Deneuve und ihre Tochter Chiara Mastroianni. Im Juli startet er in Frankreich an, und die Chancen, dass der Film auch in Deutschland zu sehen ist, stehen besser als man denkt, da Sony Classics als Verleih gewonnen werden konnte. Der Trailer läßt auf gute, unterhaltsame wie politisch ambitionierte Comic-Kunst schließen – schließlich ist Satrapi persönlich zusammen mit ihrem Co-Regisseur Vincent Paronnaud verantwortlich für das Projekt. Die offizielle Seite ist hier. Und wo ich schon in Verlinklaune bin: Da ist Satrapis Blog.

„Joe Strummer – The Future is unwritten“ von Julien Temple

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This is England

Leben und Musik des britischen (Punk-)Rock-Stars werden lebendig in einer vielseitigen Dokumentation von Julien Temple, des Chronisten des britischen Punk …

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(Bundesstart: 24.5.2007)

zuerst erschienen in choices 5/07) 

 Der Soundtrack zu Julien Temples Joe Strummer-Biografie versammelt übrigens neben Musik von Strummer und dessen Inspirationsquellen auch seine einer Radioshow entnommenen Kommentare zu den Tracks, die auch in Temples Doku zu hören sind. An Musik gibt es Clash-Stücke, Solo-Songs, aber auch Gutes von Tim Hardin, MC 5, Eddie Cochrane, Woody Guthrie, Nina Simone u.a. findet sich hier. Und das fantastische „Crawfish“ von Elvis.
(Sony, VÖ: 11.5.2007)

„Bamako“ von Abderrahmane Sissako

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Weltgericht

In einem Hof in Malis Hauptstadt Bamako versammeln sich Richter, Anwälte, Zeugen und Publikum. Hier soll die Zivilklage des Volks von Mali gegen den Internationalen Währungsfonds und die Weltbank stattfinden …

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(Bundesstart: 1.2.2007) 

Zuerst erschienen in choices 05/07

„Der große Ausverkauf“ von Florian Opitz (Interview)

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Ohne Daseinsvorsorge

Privatisierung in der Welt: Die Eisenbahn in England, Strom in Südafrika, Wasser in Bolivien, das Gesundheitswesen auf den Philippinen. Der Kapitalismus erreicht die Grundversorgung und produziert Armut. Pünktlich zum G8-Gipfel und den damit einhergehenden Protesten kommt ein kritischer Blick auf die Folgen der Globalisierung in die Kinos.

Anfang Juni findet der G8-Gipfel in Heiligendamm statt. Dort werden wieder die mächtigsten Wirtschaftsstaaten über die Lage der Welt diskutieren und eventuell generös ein paar Schulden erlassen. Dass es damit nicht getan ist, sondern in Zeiten von Liberalisierung und Globalisierung die Ausbeutung der so genannten Dritten Welt strukturell gefestigt ist und von den eigentlich zum Gegenlenken installierten Organisationen wie Weltbank und Internationaler Währungsfonds noch forciert wird, zeigt die Dokumentation von Florian Opitz auf. Anhand von vier Beispielen aus der ganzen Welt demonstriert er, wie der vom Westen an eine Kreditvergabe gekoppelte Zwang zur Privatisierung im Bereich der Daseinsvorsorge, also Gesundheits-, Transport-, Energie- und Wasserversorgung, zunehmend Elend produziert. Opitz liefert unpathetisch mit seinem bedrückenden Film treffende Beispiele für den Verlust der staatlichen Fürsorge.

Interview mit dem Regisseur Florian Opitz …

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„Wir werden uns wiederseh’n“ von Stefan Hillebrand und Oliver Paulus

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Die Richtigen

Die beziehungsgeschädigten Frauen Petra und Barbara arbeiten beide in einem Pflegeheim. Als Holger dort eine Stelle antritt, wird es reichlich turbulent. Mit „Wenn der Richtige kommt“ hat das Regisseurpaar Stefan Hillebrand und Oliver Paulus im Jahr 2004 den besten übersehenen deutschen Film gemacht…

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(Bundesstart: 3.5.2007)

zuerst erschienen in choices 05/07

Spider-Man 3 …

…angucken hab ich mir geschenkt. Bin ja nicht so der Superhelden-Fan, außer sie kommen von Alan Moore oder Frank Miller. Und auch die Vefilmungen davon sind selten mehr als ein nettes High-Tech-Spektakel – oft weniger. Oder sehe ich das zu schmalspurig? Hab ich was verpasst? 

„Junebug“ von Phil Morrison

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Im Hinterland

Madeleine und George sind seit sechs Monaten verheiratet, kennen sich aber noch nicht allzu gut. Eine Geschäftsreise führt Madeleine in Georges Heimat, dessen Familie sie nun kennen lernen will. Es kommt zum Kulturclash zwischen Großstadt und Provinz …

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(Bundesstart: 1.3.2007)

zuerst erschienen in choices 03/07 

„Valerie“ von Birgit Möller (Interview)

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Zwischengeparkt

Valerie ist Model und kommt nach längerer Zeit wieder nach Berlin. Sie steigt in einem Luxushotel ab, eine Auftragsflaute kann sie damit aber nur kosmetisch kaschieren …

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Interview mit Birgit Möller:

Du sagst, für die Themenfindung war ein Bericht über so genannte „Schattenfrauen“ in den USA bedeutend. Waren auch die Filme von Amos Kollek, z.B. „Sue“, der ein ähnliches Frauenschicksal behandelt, Inspirationsquelle für „Valerie“?

Ja, auf jeden Fall habe ich filmische Vorbilder. Dazu gehören auch „Sue“, „Wanda“ oder „Woman under Influence“ … 

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Verwahrlosung

Die Geschichte klingt exakt wie aus dem Drehbuch zu „Nobody Knows“ des japanischen Regisseurs Hirokazu Kore-eda. Man kann zwar nicht sagen: ‚Wenn die Wirklichkeit die Kunst einholt‘, denn der Film beruhte schon auf einem tatsächlichen Fall – allerdings ereignete der sich in Japan. Wenn sich dann soetwas in Deutschland ereignet, ist es aber doch etwas schockierender. Irgendwie denkt man ja immer noch in vielen Dingen, dass das so hier nicht möglich sei. Verwahrlosung gibts hierzulande aber natürlich auch, und wird es immer häufiger geben. Böses denkt, wer einen Zusammenhang zum Abbau des sozialen Netzes sieht … 

„Little Children“ von Todd Field

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Wie es hätte sein können

Die Mittelschicht in einem amerikanischen Vorort: Hier kreuzen sich die Wege von frustrierten Ehefrauen, gescheiterten Ehemännern, spießigen Hausfrauen und einem Pädophilen. Hier werden Träume geträumt und begraben …

Mit „Little Children“, nach „In the Bedroom“ der zweite Film von Todd Fields, der auch als Schauspieler arbeitet („Eyes Wide Shut“), beweist der Regisseur, dass er ein Händchen für eine unaufgeregte Milieubeschreibung hat …

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(Bundesstart: 26.4.2007)

zuerst erschienen in choices 04/07 

„Full Metal Village“ von Sung-Hyung Cho

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Muhen und Grunzen

Eine Deutsch-Koreanerin kommt in ein kleines norddeutsches Dorf und beobachtet dort die Vorbereitungen für eines der größten Metal-Festivals der Welt. Ein Heimatfilm vor ungewohntem Hintergrund

Einen Bericht über das vielleicht größte Heavy Metal Festival der Welt stellt man sich anders vor: Eine ruhige Dorfstraße, idyllische Wiesen und vor allem – Stille…

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(Bundesstart: 19.4.2007)

Zuerst erschienen in choices 04/07

„Inland Empire“ von David Lynch

Traumartiges Filmgebilde

Die Schauspielerin Nikki Grace erhält eine Hauptrolle. Beim Dreh erfährt sie, dass der Stoff bereits vor Jahrzehnten verfilmt, der Film allerdings nicht vollendet wurde. Beide Hauptdarsteller kamen auf mysteriöse Weise ums Leben.

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Nach 172 Minuten verlässt man den Kinosaal und braucht erst mal eine gute Weile, um in der Wirklichkeit wieder anzukommen…
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(Bundesstart: 26.04.2007)

Zuerst erschienen in choices 04/07

„300“ von Zack Snyder

Anscheinend hat die halbe Welt auf die neue Verfilmung eines Frank Miller Comics gewartet. Ich auch, allerdings mit einer Mischung aus Freude, Interesse und Befürchtung. Denn zum einen ist Frank Millers Vorlage nun wirklich nicht eine seiner Meisterleistungen. 300 fehlt es an der over-the-top Hardboiled-Macho-Geste, die z.B. Sin City das Quentchen Ironie beschert, das Nötig ist, … 

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„Die Hollywood-Verschwörung“ von Allen Coulter

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Es ist zur Zeit in Hollywood en vogue, einen Film-Noir zu drehen. Der Film Noir ist kein Genre wie der Kriminalfilm in seiner Gesamtheit, sondern ein Stil. Den Film Noir kann man zeitlich und ästhetisch einordnen: Er war eine besonders düstere Variante des Kriminalfilms der 40er und 50er Jahre in den USA, in der Korruption und Intrigen wie eine Seuche grassierten – der inhaltliche und ästhetische Ausnahmezustand des Kriminalfilms. Heute einen Film Noir zu drehen ist spannend, wenn entweder ein neuer inhaltlicher, oder ein neuer ästhetischer Ausnahmezustand angestrebt wird – oder beides…

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(Bundesstart: 15.2.2007)

Zuerst erschienen in Filmstart 02/07

„Die Fälscher“ von Stefan Ruzowitzky

Die Fälscher von Stefan Ruzowitzky

In den letzten Kriegsjahren versuchen die Nazis mit Hilfe der Produktion von Falschgeld, die Wirtschaft der Feinde zu schwächen. Helfer sind Drucker, Grafiker und Typografen – jüdische Häftlinge aus den KZs.

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(Bundesstart: 22.3.2007)

Zuerst erschienen in choices 03/07