„Als der Wind den Sand berührte“ von Marion Hänsel

 als-der-wind-den-sand-beruhrte.jpg

Man möchte denken: Ach je, noch ein Film über die zahlreichen Tragödien auf dem afrikanischen Kontinent. Aber anders als bei den meisten, vornehmlich aus Hollywood stammenden Spielfilmen, die Genozide, Dürre und Krankheit in Afrika zum Thema haben, scheint die belgische Regisseurin Marion Hänsel den Stoff nicht als spannenden Hintergrund für einen Actionfilm oder ein Liebesdrama – oder beides zugleich – zu missbrauchen…

lesen

(Bundesstart: 26.7.2007)

zuerst erschienen in choices 7/07

„Du bist nicht allein“ von Bernd Böhlich

 du-bist-nicht-allein.jpg

Wahnsinnig viel erwarten die beiden nicht mehr vom Leben. Oder: Trauen sie sich nicht mehr, vom Leben zu erwarten. Mol (treffend wie immer von Axel Prahl gespielt) sitzt vor dem Fernseher oder malt naive Bergidyllen an die Betonwand des Balkons. Seine Frau (Katharina Thalbach wieder etwas neckisch overacting) ist inzwischen für jedes Jobangebot dankbar

lesen

(Bundesstart:.19.7.2007)

zuerst erschienen in choices 7/07

„Prinzessinnenbad von Bettina Blümner (Interview)

 prinzessinnenbad.jpg

Klara, Mina und Tanutscha sind drei 15jährige Mädchen aus Kreuzberg, die sich seit der Kindheit kennen. Sie pflegen auch untereinander einen rauen Umgangston, halten aber immer zusammen. Langzeitdoku wäre etwas hoch gegriffen, aber ein Stück weit begleiten wir die drei Mädchen, die für ihr Alter erstaunlich selbstbewusst und abgeklärt sind …

lesen

INTERVIEW mit Bettina Blümner

Wie bist Du auf die drei Mädchen aufmerksam geworden? Sie sind ja doch ungewöhnlich selbstbewusst…

„„Prinzessinnenbad von Bettina Blümner (Interview)“ weiterlesen

„Söhne“ von Volker Koepp

sohne.jpg 

Volker Koepp ist der Chronist der osteuropäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts und ein Kämpfer gegen Vorurteile. Er macht das, indem er Menschen zusammenbringt, die zusammengehören. Nach der großen Volker Koepp Edition auf DVD kommt nun sein neuer Film Söhne in die Kinos …

lesen

(Bundesstart: 31.5.2007)

zuerst erschienen in choices 7/07

„Golden Door“ von Emanuele Crialese

golden-door.jpg 

Riesengemüse 

In der kargen Landschaft Siziliens lebt die Bauernfamilie Mancuso. Als sie die Botschaft vom ‚Gelobten Land’ jenseits des Atlantiks erreicht, machen sie sich auf und reisen in eine Ungewisse Zukunft nach Amerika … lesen

(Bundesstart: 31.5.2007)

zuerst erschienen in choices 06.07 

„Last Days“ von Gus van Sant (DVD)

 last-days.jpg

Mit Last Days hat Gus Van Sant konsequent den Stil der Vorgänger Gerry und Elephant fortgesetzt. In langen Einstellungen und ohne viele Dialoge entwirft er hier vor allem eine atmosphärische und emotionale Annäherung an sein Thema … lesen

Eine längere Rezension von mir zum Film gibt es hier.

(Alamode, VÖ: 11.5.2007)

„Vier Fenster“ von Christian Moris Müller (Interview)

vier-fenster.jpg 

Fröhliche Depression

Sie hängen eng aufeinander: Der adoleszente Sohn wohnt noch bei den Eltern, die ältere Tochter über ihnen im selben Hochhaus. Doch die Probleme in der Familie sind trotz der Nähe offensichtlich. Für seinen zweiten Film konnte Christian Moris Müller den renommierten Kameramann Jürgen Jürges gewinnen. Der prägt den Film um die unterschwelligen Aggressionen in einer scheinbar intakten Familie mit seinen langen Plansequenzen dann auch erheblich. Der Film beobachtet separat die vier Familienmitglieder während eines Tages. In scheinbar beliebigen Alltagsszenen sehen wir die vier einzeln oder in Interaktion mit den anderen Familienmitgliedern. So ergibt sich langsam ein Gesamtbild einer Familie und der Beziehung der einzelnen Personen zu einander mit all den daraus resultierenden Abhängigkeiten. Ein ungewöhnlicher und genauer Blick auf den angeblichen Kern unserer Gesellschaft.

INTERVIEW

„„Vier Fenster“ von Christian Moris Müller (Interview)“ weiterlesen

Interview zur Alexander Kluge Edition

Zur Veröffentlichung der phänomenal-gigantomanischen Alexander Kluge Edition bei Zweitausendeins, die alle Kinofilme – 57 Filme, darunter 23 Langfilme – auf 16 DVDs mit einem 112seitigen Buch zusammenfast (Ich kann es kaum abwarten, müsste täglich mit der Post kommen), gab es vor zwei Tagen in der ‚Kulturzeit‘ auf 3 Sat einen schönen Bericht. Das komplette, 20minütige Interview mit dem Regisseur, Schriftsteller und Theoretiker findet man auf deren Webseite (Kann man irgendwie nicht verlinken, weil immer nur die Adresse der Homepage angezeigt wird, egal, wo man sich auf der Seite befindet. Man findet es aber über ’suchen‘ :“Filme sind Lebenwesen“). Oft verblüffend kopfüber-querschießend gedacht wie Godard, dann wird es aber doch wieder sinnvoll und öffnet den Blick. Die filmische Präsentation des Interviews ist allerdings etwas merkwürdig, aufgelöst in statische Bilder. Oder liegt das an meiner lahmen DSL-Verbindung, die auch immer wieder mühselig den Puffer nachladen muss. Klappt das bei Euch besser?     

„Death Proof“ von Quentin Tarantino

 death-proof.jpg

PC-Exploitation

Ein paar flüchtige Gedanken zum neuen Film „Death Proof – Todsicher“ von Quentin Tarantino, den ich vor drei Tagen in einer Pressevorführung sehen konnte. Kurz zur Einführung: Tarantino und Rodriquez haben im Stil von trashigen 70er Jahre Doublefeatures zwei kürzere Filme gemacht, die im Doppelpack in die US-Kinos kamen, verbunden durch ebenfalls von Tarantino und Rodriguez inszenierten Trailern zu fiktiven Filmen …

„„Death Proof“ von Quentin Tarantino“ weiterlesen

Neokolonialismus des Gegenwartskinos

moolaade.jpg 

Afrika – Die Kinoleinwand erobert einen Kontinent

Frantz Fanon, der schwarze Psychologe und Theoretiker des Antikolonialismus, hat in seinem Werk „Schwarze Haut, weiße Masken“ von 1952 die These vertreten, dass Schwarze von den Weißen nur akzeptiert werden, wenn sie eine ‚weiße Maske’ tragen. Die Gültigkeit der These besteht immer noch: Seit einigen Jahren entdeckt Hollywood die Geschichten Afrikas für sich. Erzählt werden sie aber immer nur durch eine weiße Maske. Afrikanische Filme finden hingegen nur selten den Weg in unsere Kinos …

lesen

Zuerst erschienen in Filmstart 5/07

„Ein perfektes Paar“ von Suwa Nobuhiro

ein-perfektes-paar.jpg 

 Tiefe Blicke

Nicolas und Valerie sind seit 15 Jahren ein Paar. Lange schon auseinander gelebt, überlegen sie nun, sich scheiden zu lassen. Als sie gemeinsam für ein paar Tage zu einer Hochzeit fahren, tritt der Konflikt offen zu Tage … lesen
(Bundesstart: 29.3.2007)

Zuerst erschienen in choices 5/07

Persepolis Film gefeiert

Die Knalltüten in der iranischen Regierung sollen sich mal schön empören und protestieren, ich freue mich über den großen Erfolg von Persepolis in Cannes: Der Preis der Jury geht dieses Jahr an Marjane Satrapi. Und außerdem noch an den von mir so geschätzten Carlos Reygadas (Rezensionen seiner Filme hier und hier). Sehr schön!