Attentat bei Dreharbeiten zu Attentat-Film?

Ich geb’s ja zu, der Kalauer war einfach zu reizvoll: Während der Dreharbeiten zu einem Film mit Tom Cruise über das Hitler-Attentat von Stauffenberg wurden bei einem Unfall mehrere Menschen verletzt. Aber es wird wohl doch kein Attentat von Scientology-Gegnern dahinter stecken. Cruise wurde jedenfalls nicht verletzt.   

„Zehn Kanus, 150 Speere und drei Frauen“ von Rolf de Heer

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Das ist mal was anderes: Ein Film, dem man erst mal eine halbe Stunde lang ebenso erstaunt wie erfreut folgt, bevor man sich langsam zurecht findet. Rolf de Heer ist ein überzeugendes Abbild des Lebens der australischen Ureinwohner gelungen, das er aber zur Verwirrung der Zuschauer über mehrere Erzählebenen bricht … lesen

(Bundesstart: 9.8.2007)

Zuerst erschienen in choices 8/07

Henryk M. Broder – wer bist Du?

Ich frage mich ja schon lange, ob Henryk M. Broder einfach nur frei von allen moralischen Hemmungen populistisch und provokant sein will, oder ob er doch nur unglaublich stupide ist? Auch nach seinem heutigen Artikel auf Spiegel-Online zum Prekariat anlässlich einer ARD-Doku kann ich das immer noch nicht so ganz entscheiden. Bei der ersten Variante möchte man über sein Vermögen staunen, sich ins Stammtischniveau einzufühlen, bei letzterer eher, dass er immer noch für den Spiegel schreiben darf. Vielleicht ist’s aber auch eine gelungene Mischung aus Provokation und Dummheit?

„Der rote Elvis“ von Leopold Grün (Interview)

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Der Musiker Dean Reed kehrt in den sechziger Jahren den USA den Rücken und ließ sich in Südamerika nieder, wo er als Star gefeiert, auch politisch aktiv wurde. 1972 zog er in die DDR, in den späten 70ern radikalisierte sich der Marxist an der Seite Jassir Arafats.Dieser Biografie muss man sich einwach widmen: Ein Cowboy aus den USA wird zum Marxisten und zieht in die DDR … lesen

Interview mit Leopold Grün:

Dean Reed ist eine sehr widersprüchliche Figur. Das macht einen Film über ihn spannend, aber auch komplizierter als bei einer klareren Figur?

Gerade in der Ambivalenz dieser Figur bestand der Reiz …

„„Der rote Elvis“ von Leopold Grün (Interview)“ weiterlesen

Spagat Videos von Mädchen auf Tiefkultur?

Wenn man Spagat Videos von Mädchen googelt, kommt Tiefkultur auf Platz 76 von 80.000 Treffern. Was mache ich nur falsch? Beruhigend aber: Die Suche hat der betreffende Herr ohne Anführungsstriche eingegeben, und auf Platz 72 ist immerhin auch die taz gelandet (mit der Überschrift dieses Posts komme ich jetzt aber vielleicht in die Top 10!).

Architecture in Split Vol. 2

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Wie versprochen, die Fortsetzung! Allerdings auf den ersten Blick nicht so imposant wie das modernistische Schachtelhaus. Oder doch? Zur Erklärung der Bilder müsste man aber noch erwähnen, dass die ehemalige römische Mauer um Split in der Folgezeit vom Bürgertum annektiert und Stück für Stück in Wohnraum ummodeliert wurde. Reclaim öffentlichen Raum – schon im Mittelalter eine gängige Forderung also. Das Resultat wirkt wie postmoderne Architektur, in der antike, mitelalterliche und neuzeitliche Stile auf groteske Art vermischt werden: Alte Mauerbögen und Portale wurden einfach zugemauert und mit kleinen Fenstern versehen, Gebäude vor oder auf die alte Mauer gebaut. So wohnt hinter großherrschaftlicher Fassade ‚gemeines Volk‘, das seine Wäsche ungeniert zwischen den herrschaftlichen Säulen aufhängt.

 Und noch eins:  antike-postmoderne-4.jpg

Michelangelo Antonioni ist tot

Habe gerade … erfahren, dass Michelangelo Antonioni gestorben ist. Mein großes Idol! Einige meiner Lieblingsfilme sind von ihm, darunter natürlich La Notte, Der Schrei und L’Aventura. Großartige Bildsprache, tolle Schauspieler wie Jeanne Moreau, Marcello Mastroianni oder Monica Vitti, herrlicher Seelenstriptease garantiert. Übermäßige Traurigkeit ist beim Tod nach 94 Lebensjahren ja nicht unbedingt angebracht. Aber eine Gedenkminute für diesen großen Künstler bitte! Deja vu? 

Ingmar Bergman ist tot

Habe gerade durch eine Mail von Kinowelt, die ja seit Jahr und Tag dessen Katalog nach und nach auf DVD veröffentlichen, erfahren, dass Ingmar Bergman gestorben ist. Mein großes Idol! Einige meiner Lieblingsfilme sind von ihm, darunter natürlich Persona, Schweigen und Schande. Großartige Bildsprache, tolle immergleiche Schauspieler wie Liv Ullman, Max von Sydow oder Bibi Andersson, herrlicher Seelenstriptease garantiert. Übermäßige Traurigkeit ist beim Tod nach 89 Lebensjahren ja nicht unbedingt angebracht. Aber eine Gedenkminute für diesen großen Künstler bitte!  

„Yella“ von Christian Petzold ist ein (un)heimliches Remake

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Gut ist der neue Film von Christian Petzold wieder geworden. Denn an der Oberfläche der glattpolierten Finanzwelt reibt er sich (auch wenn sie ihm offensichtlich auch gefällt) und zeigt dabei, dass hier, in den Zeiten der ‚Heuschreckisierung‘, mehr Zombies und Vampire rumstolpern als in manchem Horrorfilm …   „„Yella“ von Christian Petzold ist ein (un)heimliches Remake“ weiterlesen

„Als der Wind den Sand berührte“ von Marion Hänsel

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Man möchte denken: Ach je, noch ein Film über die zahlreichen Tragödien auf dem afrikanischen Kontinent. Aber anders als bei den meisten, vornehmlich aus Hollywood stammenden Spielfilmen, die Genozide, Dürre und Krankheit in Afrika zum Thema haben, scheint die belgische Regisseurin Marion Hänsel den Stoff nicht als spannenden Hintergrund für einen Actionfilm oder ein Liebesdrama – oder beides zugleich – zu missbrauchen…

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(Bundesstart: 26.7.2007)

zuerst erschienen in choices 7/07

Mein Kumpel Aesop Rock: Der freundliche Kopierschutz

Kopierschutz kennt jeder. Eine interessante Unterabteilung bilden die Maßnahmen, Journalisten vom Kopieren ihrer Rezensionsexemplare abzuhalten. Denn hier geht es darum, das Material – Musik oder Film – unattraktiv zu machen. Warum das so ist, weiß ich nicht. Die scheinen ihrem eigenen Kopierschutz nicht zu trauen, sonst würde der ja genügen. Doch der Einfallsreichtum beim Verhindern von Promo-Kopien ist noch viel größer als beim schnöden Kopierschutz …

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„Du bist nicht allein“ von Bernd Böhlich

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Wahnsinnig viel erwarten die beiden nicht mehr vom Leben. Oder: Trauen sie sich nicht mehr, vom Leben zu erwarten. Mol (treffend wie immer von Axel Prahl gespielt) sitzt vor dem Fernseher oder malt naive Bergidyllen an die Betonwand des Balkons. Seine Frau (Katharina Thalbach wieder etwas neckisch overacting) ist inzwischen für jedes Jobangebot dankbar

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(Bundesstart:.19.7.2007)

zuerst erschienen in choices 7/07