„Yella“ von Christian Petzold

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Yella entflieht ihrem alten Leben: ihrem Ehemann Ben, der Insolvenz der gemeinsamen Firma, der Trostlosigkeit der Provinz in Ostdeutschland. Sie tritt einen neuen Job in der Glück verheißenden Finanzwelt im Westen der Republik an und träumt dort einen kühlen Traum von Liebe und Geld …

Verglast, aber undurchsichtig

Christian Petzold bedient sich für seinen neuen Film zweier sehr unterschiedlicher Vorlagen: Zum einen zitiert er maßgeblich den außergewöhnlichen Horrorfilmklassiker „Carnival of Souls“ von Herk Harvey aus dem Jahr 1962. Zum anderen orientiert er sich an den Ergebnissen von Harun Farockis Dokumentarfilm „Nicht ohne Risiko“ von 2004, der sich dem Risikokapital widmet … lesen

(Bundesstart: 13.9.2007)

Zuerst erschienen in choices 9/07

„Dummer Junge“ von Lionel Baier

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Loic lebt in der Provinz der französischsprachigen Schweiz und arbeitet in einer Schokoladenfabrik. Seinen drögen Alltag würzt er mit Wochenendtrips nach Lausanne, wo er Jungsbekanntschaften aus dem Internet trifft. Persönlicher Austausch beschränkt sich dabei allerdings auf Körperflüssigkeiten … lesen

(Bundesstart: 10.5.2006/in Köln erst jetzt …)

Zuerst erschienen in choices 8/07

„Hannah“ von Erica von Moeller

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Hannah ist straight und hat ihren Alltag gut durchorganisiert. Dass sie damit Probleme kompensiert und vor zwischenmenschlicher Nähe flüchtet, macht einem der Film schon in den ersten fünf Minuten unmissverständlich klar … lesen

(Bundesstart: 6.9.2007)

Zuerst erschienen in Filmstart 8/09

Das ewige weiß

Hoffentlich nicht ewig, aber zur Zeit gehen leider sämtliche Links zu meinen Filmkritiken aus dem Magazin choices ins Nichts bzw. auf eine weiße Seite. Wie lange das Problem andauern wird, ist noch nicht absehbar, aber aus dem selben Grund kann ich Euch heute auch nicht wie geplant meine hübsche Kritik zu „Hallam Foe“, dem neuen Film von David Mackenzie, der morgen startet, kredenzen. Vielleicht fällt mir ja noch was anderes ein …   

Attentat bei Dreharbeiten zu Attentat-Film?

Ich geb’s ja zu, der Kalauer war einfach zu reizvoll: Während der Dreharbeiten zu einem Film mit Tom Cruise über das Hitler-Attentat von Stauffenberg wurden bei einem Unfall mehrere Menschen verletzt. Aber es wird wohl doch kein Attentat von Scientology-Gegnern dahinter stecken. Cruise wurde jedenfalls nicht verletzt.   

„Zehn Kanus, 150 Speere und drei Frauen“ von Rolf de Heer

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Das ist mal was anderes: Ein Film, dem man erst mal eine halbe Stunde lang ebenso erstaunt wie erfreut folgt, bevor man sich langsam zurecht findet. Rolf de Heer ist ein überzeugendes Abbild des Lebens der australischen Ureinwohner gelungen, das er aber zur Verwirrung der Zuschauer über mehrere Erzählebenen bricht … lesen

(Bundesstart: 9.8.2007)

Zuerst erschienen in choices 8/07

„Der rote Elvis“ von Leopold Grün (Interview)

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Der Musiker Dean Reed kehrt in den sechziger Jahren den USA den Rücken und ließ sich in Südamerika nieder, wo er als Star gefeiert, auch politisch aktiv wurde. 1972 zog er in die DDR, in den späten 70ern radikalisierte sich der Marxist an der Seite Jassir Arafats.Dieser Biografie muss man sich einwach widmen: Ein Cowboy aus den USA wird zum Marxisten und zieht in die DDR … lesen

Interview mit Leopold Grün:

Dean Reed ist eine sehr widersprüchliche Figur. Das macht einen Film über ihn spannend, aber auch komplizierter als bei einer klareren Figur?

Gerade in der Ambivalenz dieser Figur bestand der Reiz …

„„Der rote Elvis“ von Leopold Grün (Interview)“ weiterlesen

Michelangelo Antonioni ist tot

Habe gerade … erfahren, dass Michelangelo Antonioni gestorben ist. Mein großes Idol! Einige meiner Lieblingsfilme sind von ihm, darunter natürlich La Notte, Der Schrei und L’Aventura. Großartige Bildsprache, tolle Schauspieler wie Jeanne Moreau, Marcello Mastroianni oder Monica Vitti, herrlicher Seelenstriptease garantiert. Übermäßige Traurigkeit ist beim Tod nach 94 Lebensjahren ja nicht unbedingt angebracht. Aber eine Gedenkminute für diesen großen Künstler bitte! Deja vu? 

Ingmar Bergman ist tot

Habe gerade durch eine Mail von Kinowelt, die ja seit Jahr und Tag dessen Katalog nach und nach auf DVD veröffentlichen, erfahren, dass Ingmar Bergman gestorben ist. Mein großes Idol! Einige meiner Lieblingsfilme sind von ihm, darunter natürlich Persona, Schweigen und Schande. Großartige Bildsprache, tolle immergleiche Schauspieler wie Liv Ullman, Max von Sydow oder Bibi Andersson, herrlicher Seelenstriptease garantiert. Übermäßige Traurigkeit ist beim Tod nach 89 Lebensjahren ja nicht unbedingt angebracht. Aber eine Gedenkminute für diesen großen Künstler bitte!  

„Yella“ von Christian Petzold ist ein (un)heimliches Remake

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Gut ist der neue Film von Christian Petzold wieder geworden. Denn an der Oberfläche der glattpolierten Finanzwelt reibt er sich (auch wenn sie ihm offensichtlich auch gefällt) und zeigt dabei, dass hier, in den Zeiten der ‚Heuschreckisierung‘, mehr Zombies und Vampire rumstolpern als in manchem Horrorfilm …   „„Yella“ von Christian Petzold ist ein (un)heimliches Remake“ weiterlesen