„Vier Fenster“ von Christian Moris Müller (Interview)

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Fröhliche Depression

Sie hängen eng aufeinander: Der adoleszente Sohn wohnt noch bei den Eltern, die ältere Tochter über ihnen im selben Hochhaus. Doch die Probleme in der Familie sind trotz der Nähe offensichtlich. Für seinen zweiten Film konnte Christian Moris Müller den renommierten Kameramann Jürgen Jürges gewinnen. Der prägt den Film um die unterschwelligen Aggressionen in einer scheinbar intakten Familie mit seinen langen Plansequenzen dann auch erheblich. Der Film beobachtet separat die vier Familienmitglieder während eines Tages. In scheinbar beliebigen Alltagsszenen sehen wir die vier einzeln oder in Interaktion mit den anderen Familienmitgliedern. So ergibt sich langsam ein Gesamtbild einer Familie und der Beziehung der einzelnen Personen zu einander mit all den daraus resultierenden Abhängigkeiten. Ein ungewöhnlicher und genauer Blick auf den angeblichen Kern unserer Gesellschaft.

INTERVIEW

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Interview zur Alexander Kluge Edition

Zur Veröffentlichung der phänomenal-gigantomanischen Alexander Kluge Edition bei Zweitausendeins, die alle Kinofilme – 57 Filme, darunter 23 Langfilme – auf 16 DVDs mit einem 112seitigen Buch zusammenfast (Ich kann es kaum abwarten, müsste täglich mit der Post kommen), gab es vor zwei Tagen in der ‚Kulturzeit‘ auf 3 Sat einen schönen Bericht. Das komplette, 20minütige Interview mit dem Regisseur, Schriftsteller und Theoretiker findet man auf deren Webseite (Kann man irgendwie nicht verlinken, weil immer nur die Adresse der Homepage angezeigt wird, egal, wo man sich auf der Seite befindet. Man findet es aber über ’suchen‘ :“Filme sind Lebenwesen“). Oft verblüffend kopfüber-querschießend gedacht wie Godard, dann wird es aber doch wieder sinnvoll und öffnet den Blick. Die filmische Präsentation des Interviews ist allerdings etwas merkwürdig, aufgelöst in statische Bilder. Oder liegt das an meiner lahmen DSL-Verbindung, die auch immer wieder mühselig den Puffer nachladen muss. Klappt das bei Euch besser?     

Schnarchnase auf der digitalen Autobahn

Was habe ich eigentlich im Internet zu suchen? Als alter Print-Heini, wie ich mich im letzten Post auch noch ohne schlechtes Gewissen zu outen traue? Zu langsam, definitiv: Auf das Upload-Magazin weise ich als 19ter und bislang Letzter hin – der erste Pingback stammt vom 4.6., meiner ist vom 15.6. Elf Tage, das sind umgerechnet in Bloggo-Zeit ca. 111 Tage. Hm… was tun? Besserung geloben oder Protesthaltung einnehmen? Hab schließlich noch anderes zu tun, Familie will ernährt sein usw. Und demnächst kommts noch schlimmer: Ich fahre führ 19 ungehörige Tage in internetfreien Urlaub – wo gibt’s denn noch sowas? Gammler!

Kleiner Dank an treue Leser: Ich war und bin noch fleißig und schreibe vor. Für 2-3 Posts pro Woche sollte es reichen (mit der Aktualität ist’s dann aber natürlich auch nicht weit her).

PDF Magazin zu Abmahnungen in Bloggerhausen

Wahrscheinlich bin ich zu sehr dem Print-Medium verhaftet. Die steigende Anzahl von PDF-Magazinen habe ich jedenfalls nur am Rande mitbekommen. Das jüngst von Jan Tißler gestartete Magazin Upload scheint vor allem für Blogger interessant zu sein. Im Untertitel nennt es sich „Magazin für digitales Publizieren“ und beschäftigt sich auf 41 Seiten mit dem aktuellen Thema „Abmahnung“. Interviews mit Abgemahnten, Abmahnern und vieles mehr beleuchten das leidige Thema von allen Seiten. Das Magazin kann man hier kostenlos downloaden, eine Anmeldung ist allerdings erforderlich.

„Death Proof“ von Quentin Tarantino

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PC-Exploitation

Ein paar flüchtige Gedanken zum neuen Film „Death Proof – Todsicher“ von Quentin Tarantino, den ich vor drei Tagen in einer Pressevorführung sehen konnte. Kurz zur Einführung: Tarantino und Rodriquez haben im Stil von trashigen 70er Jahre Doublefeatures zwei kürzere Filme gemacht, die im Doppelpack in die US-Kinos kamen, verbunden durch ebenfalls von Tarantino und Rodriguez inszenierten Trailern zu fiktiven Filmen …

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Afel Bocoum & Alkibar: „Niger“
Bassekou Kouyate & Ngoni ba: „Segu Blue“

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Musik aus Mali 

Das erste mal wurde ich vor zwei Jahren durch den ersten Teil der „Golden Afrique“- Compilationreihe auf Musik aus Mali aufmerksam. Dort wurde auf zwei CDs vorwiegend Musik aus dem Nordwesten Afrikas, aus Mali, dem Senegal, Gambia, der Elfenbeinküste, Guinea etc. aus den Jahren 1971 bis 1983 vorgestellt (Inzwischen gibt es zwei weitere Teile der liebevoll zusammengestellten Reihe des Labels Network mit Musik aus den südlicheren Ländern Afrikas: Jive, Rumba und anderes). Zwei aktuelle Platten künden momentan überzeugend von der heute noch großartigen Musiklandschaft in Mali … 

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Neokolonialismus des Gegenwartskinos

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Afrika – Die Kinoleinwand erobert einen Kontinent

Frantz Fanon, der schwarze Psychologe und Theoretiker des Antikolonialismus, hat in seinem Werk „Schwarze Haut, weiße Masken“ von 1952 die These vertreten, dass Schwarze von den Weißen nur akzeptiert werden, wenn sie eine ‚weiße Maske’ tragen. Die Gültigkeit der These besteht immer noch: Seit einigen Jahren entdeckt Hollywood die Geschichten Afrikas für sich. Erzählt werden sie aber immer nur durch eine weiße Maske. Afrikanische Filme finden hingegen nur selten den Weg in unsere Kinos …

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Zuerst erschienen in Filmstart 5/07

„Ein perfektes Paar“ von Suwa Nobuhiro

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 Tiefe Blicke

Nicolas und Valerie sind seit 15 Jahren ein Paar. Lange schon auseinander gelebt, überlegen sie nun, sich scheiden zu lassen. Als sie gemeinsam für ein paar Tage zu einer Hochzeit fahren, tritt der Konflikt offen zu Tage … lesen
(Bundesstart: 29.3.2007)

Zuerst erschienen in choices 5/07

Persepolis Film gefeiert

Die Knalltüten in der iranischen Regierung sollen sich mal schön empören und protestieren, ich freue mich über den großen Erfolg von Persepolis in Cannes: Der Preis der Jury geht dieses Jahr an Marjane Satrapi. Und außerdem noch an den von mir so geschätzten Carlos Reygadas (Rezensionen seiner Filme hier und hier). Sehr schön! 

Blog-Doping

Wenn ich gedopt wäre, könnte ich täglich 10 Posts oder mehr bloggen. Das wäre toll …

Persepolis Film

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Freudige Überraschung: Zwischen all den Superhelden-Verfilmungen war tatsächlich noch Platz für eine Verfilmung von Marjane Satrapis „Persepolis“-Comic (nicht verwechseln mit dem Dokumentarfilm „Glory of Persepolis“, der iranischen Antwort auf „300„). Die mehrbändige (Kurzrezensionen auf Tiefkultur hier und hier), autobiografische Erzählung über ihre Kindheit im Iran und später im französischen Wiener Exil war bereits als Buch ein sagenhafter Überraschungserfolg – sogar in der Comic-Brache Deutschland. Der Zeichentrickfilm läuft gerade in Cannes und wird sehr positiv aufgenommen. Im französischen Original sprechen unter anderem Catherine Deneuve und ihre Tochter Chiara Mastroianni. Im Juli startet er in Frankreich an, und die Chancen, dass der Film auch in Deutschland zu sehen ist, stehen besser als man denkt, da Sony Classics als Verleih gewonnen werden konnte. Der Trailer läßt auf gute, unterhaltsame wie politisch ambitionierte Comic-Kunst schließen – schließlich ist Satrapi persönlich zusammen mit ihrem Co-Regisseur Vincent Paronnaud verantwortlich für das Projekt. Die offizielle Seite ist hier. Und wo ich schon in Verlinklaune bin: Da ist Satrapis Blog.