Der Vergleich zu Beginn des Films irritiert: hier Keith Jarrett auf der Bühne, dort Michelangelo in der Sixtinischen Kapelle. Man hätte gerne Jarrett 1975 auf der Bühne der Kölner Oper erlebt, hören wir eine Erzählerstimme, wo das meistverkaufte Jazz-Solo-Album der Geschichte – „The Köln Concert“ – aufgenommen wurde. Mindestens genauso gerne hätte man Michelangelo beobachtet, wie er auf einem wackeligen Holzgerüst steht und die Fresken malt. Nicht nur ist der Vergleich etwas gewagt. Der Film zeige zudem weder das Eine noch das Andere, so der Kommentar aus dem Off, sondern das Gerüst. „„Köln 75“ von Ido Fluk“ weiterlesen
„Mickey 17“ von Bong Joon-ho
Die Erde in der Zukunft: Mickey und Berto haben Schuldner auf den Fersen, die ihnen nach dem Leben trachten. Einziger Ausweg ist die Flucht. Glücklicherweise startet gerade eine Expedition unter der Leitung des skrupellosen Hieronymous Marshall zu einem Planeten, den er kolonialisieren will, um dort eine reine Rasse zu erschaffen. Mickey meldet sich als sogenannter Expendable an, als ein Entbehrlicher. Die schlechte Nachricht: Er ist auf der Mission für alle riskanten Aktionen zuständig, die tödlich enden könnten. Die gute Nachricht: Dank eines Gedächtnisspeichers und eines Biodruckers wird er nach seinem Tod geklont. „„Mickey 17“ von Bong Joon-ho“ weiterlesen
„Like a complete Unknown“ von James Mangold
Zwischen allerlei Gerümpel in einem klapprigen Kombi eingequetscht rollt er als Anhalter über die Brücke des Hudson Rivers auf Manhattan zu. Kurz darauf steht er mit seinem wenigen Gepäck, das vor allem aus seiner Gitarre besteht, inmitten der Straßen von Greenwich Village. Dort – das weiß der junge Robert Zimmerman, der sich seit Kurzem Bob Dylan nennt – tummelt sich die Beatnik- und Folkszene. „„Like a complete Unknown“ von James Mangold“ weiterlesen
Berlinale 2025 Rundgang, Teil 2
Zweiter Teil meines Berlinale-Rundgangs im Februar 2025 für das Online Magazin „Kaput – Magazin für Insolvenz und Pop“. Hier geht es zum Artikel.
Foto: Christian Meyer-Pröpstl
Berlinale 2025 Rundgang, Teil 1
Erster Teil meines Berlinale-Rundgangs im Februar 2025 für das Online Magazin „Kaput – Magazin für Insolvenz und Pop“. Hier geht es zum Artikel.
Foto: Christian Meyer-Pröpstl
Comic Kultur 2.25. mit neuen Comics von Reinhard Kleist, Luz und Emil Ferres
Der alternde, abgestürzte Plattenhändler „Vernon Subutex“ war zum Ende des ersten Teils als Obdachloser auf einer Parkbank geendet. Nun schließen sich seine Freunde per Whatsapp-Gruppe zusammen, um ihm zu helfen. In einem Café organisieren sie sich und landen schließlich auf dem Land. Doch die Gruppe zerfällt und ein Attentat hat folgenschwere Konsequenzen. Der ehemalige Charlie Hebdo-Zeichner Luz findet wieder großartige Bilder für die nach seinem Protagonisten benannte Romantrilogie von Virginie Despentes. „Comic Kultur 2.25. mit neuen Comics von Reinhard Kleist, Luz und Emil Ferres“ weiterlesen
„Mutiny in Heaven – Die frühen Jahre von Nick Cave“ von Ian White
Höllensound
Nach dem Film weiß man auf jeden Fall, was Drogen bewirken können – im Guten wie im Schlechten. Eigentlich heißt der Dokumentarfilm von Ian White „Mutiny in Heaven – The Birthday Party“. Der deutsche Verleih hat sich aber aus nachvollziehbaren Gründen für einen werbewirksameren Titel entschieden. Wer kennt schon noch The Birthday Party? Aber deren Sänger Nick Cave kennt inzwischen wohl jeder und jede! „„Mutiny in Heaven – Die frühen Jahre von Nick Cave“ von Ian White“ weiterlesen
„Maria“ von Pablo Larraín
Der letzte Vorhang
„Maria“ mit Angelina Jolie als Maria Callas ist nach „Jackie“ von 2016 mit Natalie Portman als Jackie Kennedy und „Spencer“ von 2021 mit Kristen Stewart als Lady Diana der dritte und letzte Film in Pablo Larraíns Trilogie über außergewöhnliche Frauen des 20. Jahrhunderts, die mit ihren öffentlichen Rollen hadern. „„Maria“ von Pablo Larraín“ weiterlesen
Filmgespräch zu „Maria“ von Pablo Larraín mit Hein Mulders, Intendant der Oper Köln
„A real Pain“ von Jesse Eisenberg
David (Jesse Eisenberg) ist angespannt, als er hektisch zum Flughafen fährt. Er wird gerade noch pünktlich kommen, aber sein Cousin Benji (Kieran Culkin) ist nicht so zuverlässig und immer für eine unangenehme Überraschung gut. Zig mal hat er ihn nun schon angerufen, ohne Reaktion. Doch als er am Flughafen ankommt, sitzt Benji schon ewig dort. Wie gesagt, immer für eine Überraschung gut. „„A real Pain“ von Jesse Eisenberg“ weiterlesen
Comic Kultur 1.25. mit Daniel Clowes, Lewis Trondheim und der Comixene
Die Fachwelt ist sich einig wie selten: Daniel Clowes‘ „Monica“ ist ein Meisterwerk! Schauen wir mal genauer hin: Clowes („Ghost World“, „Wilson“, „Daniel Boring“, „Patience“ uvm.) erzählt in seinem neuen Comic im gewohnt grellen Stil zwischen Pop Art und Pulp „Comic Kultur 1.25. mit Daniel Clowes, Lewis Trondheim und der Comixene“ weiterlesen
„Filmstunde_23“ von Edgar Reitz und Jörg Adolp
Ein Klassenzimmer. Überall stehen Mikrofone herum. Schüchtern lächelnd blicken die Schülerinnen in die Kamera und wenden gleich wieder geniert den Blick ab. Am Lehrerpult steht ein Mann, Mitte dreißig. Er erklärt die verschiedenen Möglichkeiten der Kamerabewegung und fragt nach ihrer jeweiligen Wirkung. Er lässt die Schülerinnen Gegenstände beschreiben – einmal mit geschriebenen Worten, dann filmisch und fragt, welche Aspekte filmisch und welche sprachlich besser zu erfassen sind. Aber eigentlich, so erklärt der Mann, sei Film auch eine Sprache. Dann stellt er Fragen: „Wie würdest Du das filmen?“. „Wer von Euch würde es anders filmen?“. „Was ist der Unterschied?“. „„Filmstunde_23“ von Edgar Reitz und Jörg Adolp“ weiterlesen
„Die Saat des heiligen Feigenbaums“ von Mohammad Rasoulof
Iman (Misagh Zareh) steht als Regierungsbeamter in der Warteschleife. Die sehnlichst erwünschte Beförderung lässt schon lange auf sich warten. Umso größer ist die Freude, als er nun doch zum Ermittlungsrichter am Revolutionsgericht befördert wird. Das freut auch seine Frau Najmeh (Soheila Golestani), die nicht nur stolz auf ihren Mann ist, sondern auch auf eine größere Wohnung für das Paar und seine beiden Töchter, der Studentin Rezvan (Mahsa Rostami) und der Schülerin Sana (Setareh Maleki), hofft. Als die Familie den Erfolg bei einem gemeinsamen Restaurantbesuch feiert, hält sich die Freude der beiden Mädchen jedoch in Grenzen … „„Die Saat des heiligen Feigenbaums“ von Mohammad Rasoulof“ weiterlesen
„Der Mann aus Rom“ von Jaap Van Heusden
Was man sich auf einer langen Zugreise so alles zusammendenkt: „Die Menschen sind krank. Sie können nicht aufhören zu lügen. Die Lüge ist eine Droge, die stärker süchtig macht als Kokain. Und ihre Wirkung ist tief und intensiv.“ Filippo sieht als bestes Beispiel dafür Donald Trump, der in den ersten 1000 Tagen als Präsident der USA über 13.000 mal gelogen haben soll, woraufhin Trump natürlich twitterte, dass das eine Lüge sei. „Die Menschen wollen getäuscht werden. Eine weiche Lüge ist ihnen lieber als der Schmerz der Wahrheit“. „„Der Mann aus Rom“ von Jaap Van Heusden“ weiterlesen
Comic Kultur 12.24. mit Craig Thompson, Luke Pearson, Lukas Kummer u.a.
Kampf den weissen Blättern – Zwischen (Auto-)Biografie und Zeitgeschichte:
Craig Thompson feierte 2004 mit seiner autobiografischen, vom fundamentalen Christentum und ärmlichen Provinzleben der Familie geprägte Graphic Novel „Blankets“ große Erfolge. Als 2011 „Habibi“ folgt, hagelt es Vergleiche mit Will Eisner. Nun blickt Thompson nach Jahren des Haderns abermals in seine Kindheit und Jugend …weiterlesen
„Emilia Pérez“ von Jacques Audiard: Gesungene Wiedergutmachung
Schon die Logline zu „Emilia Pérez“ ist ein Knaller: Ein Mann zerstört alles um sich herum, als Frau will er es wieder gut machen! In etwas länger geht das so: Der mexikanische Anführer eines Drogenkartells – Juan „Manitas“ Del Monte – lebt perfekt abgeschirmt von der Außenwelt, um sein so finanzkräftiges wie brutales Reich zu regieren. „„Emilia Pérez“ von Jacques Audiard: Gesungene Wiedergutmachung“ weiterlesen
„Des Teufels Bad“ von Veronika Franz und Severin Fiala
„Bad des Teufels“ ist ein alter Ausdruck für Melancholie und Depression. Davon ist Agnes zunehmend befallen. Als die lebensfrohe junge Frau im Jahr 1750 mit dem Bauern Wolf verheiratet wird, ahnt sie noch nichts von ihrem neuen Leben. Wolf wohnt mit seiner schroffen Mutter in einer kleinen, dunklen Steinhütte im Wald. Agnes hat sich um alle Wünsche ihres Gatten zu kümmern… „„Des Teufels Bad“ von Veronika Franz und Severin Fiala“ weiterlesen
„Die Witwe Clicquot“ von Thomas Napper
Bevor der französische Regisseur Thomas Napper in den vergangenen Jahren vor allem Fernsehserien realisierte, hat er 2017 bei dem Drama „Jawbone“ über einen abgestürzten Boxprofi Regie geführt. Das könnte inhaltlich und stilistisch kaum weiter entfernt sein von seinem neuen Kinofilm „Die Witwe Clicquot“. „„Die Witwe Clicquot“ von Thomas Napper“ weiterlesen
„Anora“ von Sean Baker
Sean Bakers Filme behandeln seit vielen Jahren Sexarbeit in den unterschiedlichsten Formen: „Starlet“ (2012) handelt von einer Pornodarstellerin und ihrer Freundschaft mit einer älteren Dame aus der Nachbarschaft. „Tangerine L.A.“, 2015 der erste komplett auf iPhones gedrehte Kinolangfilm, begleitet eine Transgender-Prostituierte auf ihrer nächtlichen Odyssee in Los Angeles. „The Florida Project“ beobachtet eine verarmte Mutter und ihr Kind, die in einem Motel unweit von Disney World leben. „„Anora“ von Sean Baker“ weiterlesen
Filmgespräch zu „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Thomas Mann“
Anfang des Jahres hat die filmsociety der Kölner Produktionsfirma Florianfilm einen Besuch abgestattet. Regisseur und Drehbuchautor André Schäfer hat uns dort auch erstes Rohmaterial vom Filmdreh aus dem Thomas Mann-Haus in Los Angeles gezeigt. Am 3.11. war es so weit und wir konnten bei der Premiere den fertigen Kinofilm sehen! „Filmgespräch zu „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Thomas Mann““ weiterlesen




















