Hip Hop Konzerte besuchen. Hm… Irgendwie habe ich das Gefühl, dass in 20 Jahren erlebter Hip Hop Shows nicht so wahnsinnig viele ganz oben auf meiner Liste der allgemeinen Konzert-Highlights stehen. Zwei Plattenspieler und ein, zwei oder drei Mikrophone können eben auch ziemlich langweilig sein … „EL-P (Konzert 2.4.2007, MTC, Köln)“ weiterlesen
„300“ von Zack Snyder
Anscheinend hat die halbe Welt auf die neue Verfilmung eines Frank Miller Comics gewartet. Ich auch, allerdings mit einer Mischung aus Freude, Interesse und Befürchtung. Denn zum einen ist Frank Millers Vorlage nun wirklich nicht eine seiner Meisterleistungen. 300 fehlt es an der over-the-top Hardboiled-Macho-Geste, die z.B. Sin City das Quentchen Ironie beschert, das Nötig ist, …

„Keine Sorge, mir geht’s gut“ von Philippe Lioret
Als Lili aus dem Sommerurlaub zurückkehrt, ist ihr Bruder nicht zu Hause. Er ist nach einem Streit mit dem Vater abgehauen. Lilli leidet sehr unter dessen mysteriösen Verschwinden und sucht nach den Hintergründen.

(Bundesstart: 22.3.2007)
Zuerst erschienen in choices 03/07
„Die Hollywood-Verschwörung“ von Allen Coulter

Es ist zur Zeit in Hollywood en vogue, einen Film-Noir zu drehen. Der Film Noir ist kein Genre wie der Kriminalfilm in seiner Gesamtheit, sondern ein Stil. Den Film Noir kann man zeitlich und ästhetisch einordnen: Er war eine besonders düstere Variante des Kriminalfilms der 40er und 50er Jahre in den USA, in der Korruption und Intrigen wie eine Seuche grassierten – der inhaltliche und ästhetische Ausnahmezustand des Kriminalfilms. Heute einen Film Noir zu drehen ist spannend, wenn entweder ein neuer inhaltlicher, oder ein neuer ästhetischer Ausnahmezustand angestrebt wird – oder beides…
(Bundesstart: 15.2.2007)
Zuerst erschienen in Filmstart 02/07
„Die Fälscher“ von Stefan Ruzowitzky
Die Fälscher von Stefan Ruzowitzky
In den letzten Kriegsjahren versuchen die Nazis mit Hilfe der Produktion von Falschgeld, die Wirtschaft der Feinde zu schwächen. Helfer sind Drucker, Grafiker und Typografen – jüdische Häftlinge aus den KZs.

(Bundesstart: 22.3.2007)
Zuerst erschienen in choices 03/07
„Strajk“ von Volker Schlöndorff
Der Neue Deutschen Film ist schon lange tot und längst von neuen Schulen abgelöst. Nur Volker Schlöndorff und Margarete von Trotta machen unentwegt weiter. Letztere hat es mit ihrem jüngsten Film geschafft, eine absolut bescheuerte Parodie des Neuen Deutschen Films zu machen, die gar nicht als solche gemeint war. So lustig wird es bei Schlöndorff selten … „„Strajk“ von Volker Schlöndorff“ weiterlesen
Hanne Hukkelberg: Rykestrasse 68
Das ist vielleicht nicht gerade der Name, um Popstarruhm einzufahren, aber eine Künstlerin, die ihr Album „Rykestrasse 68“ nennt, ist wohl eh nicht so sehr auf Glamour aus. Hanne Hukkelberg sieht auf der Bühne auch eher aus wie das brave Mädchen vom Lande. Umso raffinierter ist ihre Musik…

Leben mit Bowie auf dem Mars
Die Kleinserie „Life on Mars“ ist am Wochenende zu Ende gegangen und die große Frage – ist unser Held Sam Tyler im Koma und fantasiert, hat er eine Zeitreise gemacht oder ist er komplett verrückt – wird mit dem Off-Kommentar beantwortet: „…erfahren sie im Herbst bei der zweiten Staffel“. Auf sowas wartet man natürlich und genau dafür wurde die Serien-DVD-Box-Schwemme losgetreten: Dass man die Werbeblöcke spart und den Sendetermin bestimmen kann …
„Close to home“ von Dalia Hager & Vidi Bilu
Smadar und Mirit sind 18 Jahre alt und müssen im Rahmen ihres Militärdienstes durch die Straßen von Jerusalem patrouillieren…
Bundesstart: 8.3.07
Zuerst erschienen in choices 03/07
„Nach der Hochzeit“ von Susanne Bier
Jacob Peterson leitet in Indien ein unterfinanziertes Projekt für Straßenkinder. Da will ein dänischer Geschäftsmann mehrere Millionen spenden. Bedingung: Er soll zurück nach Dänemark kommen …
Den Alten neu sehen
Es war reiner Zufall, dass ich gestern an einem Abend hintereinander erst einen aktuellen Saarbrücken-„Tatort“ mit demnächst-Star Maximilian Brückner gesehen habe („Der tote vom Straßenrand“), dann eine alte Folge von „Der Alte“ mit good old Siegfried Lowitz („Kalt wie Diamant“) von 1983, und mit erstaunen feststellen mußte, dass letzterer um so vieles interessanter war …
„Letters from Iwo Jima“ von Clint Eastwood
Gut gemeint ist es auf jeden Fall. Besser sogar. Clint Eastwood zeigt nach seiner anscheinend (von mir leider noch nicht gesehenen) Demontage des Kriegsheldentums in „Flags of our Fathers“ nun die andere Seite des Kriegs um die japanische Insel Iwo Jima. Es ist schon mal sehr bemerkenswert, dass soetwas aus einem Land kommt, in dem man gerne gute ausländische Filme noch mal auf ‚amerikanisch‘ (das meint nicht nur die Sprache) dreht, um sie erst dann dem einheimischen Publikum vorsetzen zu können …
Premium ready
Im Rückblick: Mein Lieblingshasswort in 2006 war Premium. Als Beobachter von Werbetexten im unteren Qualitätsbereich, z.B. als regemläßiger Leser von Aldi-Werbeheftchen, kann man sich ja an allerschönstem Unsinn erfreuen, je nach Charakter auch darunter leiden. Neben Bonmots wie „jetzt noch knusper knusper“ zu Cornflakes oder „echte wahnsinnige 1,6 Mhz“ im Laptop war im letzten Jahr die unaufhaltsame Entsinnung des Wortes „Premium“ zu verfolgen. Als Wischiwaschi-Kennzeichnung für angeblich besseres, also selbstverständlich teureres ist dem Begriff natürlich eine große Karriere im Kapitalismus in die Wiege gelegt. Das hört aber keinesfalls bei den Internetpräsenzen von Magazinen auf, die neben ihren im Rückschluss anscheinend schlechteren Texten auch „Premiuminhalte“ anbieten. Das gipfelt nun sogar in der Bezeichnung „Premium ready“ für einen Windows Vista PC, der nicht nur sofort einsetzbar ist, sondern noch sofortiger. Könnte mir das mal bitte jemand auf einer Zeitachse genauer erklären?
„Schräger als Fiktion“ von Marc Forster
Being Harold Crick
Harold Crick ist ein penibler Ordnungsfanatiker, der sein Leben perfekt in Raum- und Zeiteinheiten einteilt. Ein absoluter Langweiler und Spießer, der bei einer Steuerbehörde arbeitet. Als er eine Stimme im Kopf hört, merkt er, dass er bloß eine Romanfigur ist, die zudem bald sterben soll …
„Weltverbesserer auf dem Schlachtfeld“ von Teresina Moscatiello
Das Szenario ist an Skurrilität kaum zu überbieten: Auf einem Stützpunkt der US-amerikanischen Armee in Bayern verdingen sich Studenten, Hausfrauen und Arbeitslose mit Kopftüchern und Turbanen bekleidet als Statisten für wochenlange Manöver für den Krieg im Irak …
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Zuerst erschienen in Filmstart 02/07
Der Wixxer unwixxig
Heute war die Pressevorführung zum zweiten Wixxer-Film, danach gab es noch eine große Pressesause mit den Beteiligten Oliver Kalkofe, Bastian Pastewka, Christiane Paul, Helmut Zerlett u.a. Nachdem ich mir den ersten geschenkt hatte, weil ich dachte, dass ist eh nur deutsches TV-Comedy Format fürs Kino aufgeblasen, bin ich diesmal hingegangen, obwohl es tatsächlich genau das Befürchtete ist …
Bobby Conn: King for a day
Großes Entertainment mit doppeltem Boden
Bobby Conn treibt schon an die zehn Jahre sein Unwesen als Entertainer und ist doch nach wie vor ein recht unfassbares Phänomen. Phänomen muss man schon sagen, denn mit der Bezeichnung Musiker kommt man bei Bobby Conn nicht weit, da ist mehr …

„Last Days“ von Gus van Sant
Im Vorfeld war schon viel zu hören über Gus Van Sants neues Projekt. Die letzten Tage von Kurt Cobain solle er behandeln, und von einem großen Meisterwerk war die Rede.

(Bundesstart: 11.1.2007)
Zuerst erschienen in Filmstart 01/07
„Enron – The Smartest Guys in the Room“ von Alex Gibney
Vor zwei Jahren porträtierte der deutsche Regisseur Klaus Stern mit seinem Film Weltmarktführer – Die Geschichte des Tan Siekmann die Firma Biodata und seinen Manager, das ein klassisches Beispiel für die aufgeblähte New Economy lieferte, die abstrakte Millionen- und Milliardengeschäfte abwickelte, bevor sie wie ein Ballon zerplatzte …
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(Bundesstart: 25.1.2007)
Zuerst erschienen in Filmstart 01/07
Jacques Tardi: Killer stellen sich nicht vor
Jacques Tardi ist vor allem für zweierlei bekannt: Literaturadaptionen und politische Themen. Meist treffen seine beiden Spezialitäten auf den Kriegsschauplätzen dieser Welt zusammen: In den Weltkriegen ebenso wie den Kriegen im Alltag, die in der Literaturform des Krimis ihre Heimat gefunden haben …




