„300“ von Zack Snyder

Anscheinend hat die halbe Welt auf die neue Verfilmung eines Frank Miller Comics gewartet. Ich auch, allerdings mit einer Mischung aus Freude, Interesse und Befürchtung. Denn zum einen ist Frank Millers Vorlage nun wirklich nicht eine seiner Meisterleistungen. 300 fehlt es an der over-the-top Hardboiled-Macho-Geste, die z.B. Sin City das Quentchen Ironie beschert, das Nötig ist, … 

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„Die Hollywood-Verschwörung“ von Allen Coulter

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Es ist zur Zeit in Hollywood en vogue, einen Film-Noir zu drehen. Der Film Noir ist kein Genre wie der Kriminalfilm in seiner Gesamtheit, sondern ein Stil. Den Film Noir kann man zeitlich und ästhetisch einordnen: Er war eine besonders düstere Variante des Kriminalfilms der 40er und 50er Jahre in den USA, in der Korruption und Intrigen wie eine Seuche grassierten – der inhaltliche und ästhetische Ausnahmezustand des Kriminalfilms. Heute einen Film Noir zu drehen ist spannend, wenn entweder ein neuer inhaltlicher, oder ein neuer ästhetischer Ausnahmezustand angestrebt wird – oder beides…

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(Bundesstart: 15.2.2007)

Zuerst erschienen in Filmstart 02/07

„Die Fälscher“ von Stefan Ruzowitzky

Die Fälscher von Stefan Ruzowitzky

In den letzten Kriegsjahren versuchen die Nazis mit Hilfe der Produktion von Falschgeld, die Wirtschaft der Feinde zu schwächen. Helfer sind Drucker, Grafiker und Typografen – jüdische Häftlinge aus den KZs.

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(Bundesstart: 22.3.2007)

Zuerst erschienen in choices 03/07

„Strajk“ von Volker Schlöndorff

Der Neue Deutschen Film ist schon lange tot und längst von neuen Schulen abgelöst. Nur Volker Schlöndorff und Margarete von Trotta machen unentwegt weiter. Letztere hat es mit ihrem jüngsten Film geschafft, eine absolut bescheuerte Parodie des Neuen Deutschen Films zu machen, die gar nicht als solche gemeint war. So lustig wird es bei Schlöndorff selten …  „„Strajk“ von Volker Schlöndorff“ weiterlesen

Leben mit Bowie auf dem Mars

Die Kleinserie „Life on Mars“ ist am Wochenende zu Ende gegangen und die große Frage – ist unser Held Sam Tyler im Koma und fantasiert, hat er eine Zeitreise gemacht oder ist er komplett verrückt – wird mit dem Off-Kommentar beantwortet: „…erfahren sie im Herbst bei der zweiten Staffel“. Auf sowas wartet man natürlich und genau dafür wurde die Serien-DVD-Box-Schwemme losgetreten: Dass man die Werbeblöcke spart und den Sendetermin bestimmen kann …  

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Den Alten neu sehen

Es war reiner Zufall, dass ich gestern an einem Abend hintereinander erst einen aktuellen Saarbrücken-„Tatort“ mit demnächst-Star Maximilian Brückner gesehen habe („Der tote vom Straßenrand“), dann eine alte Folge von „Der Alte“ mit good old Siegfried Lowitz („Kalt wie Diamant“) von 1983, und mit erstaunen feststellen mußte, dass letzterer um so vieles interessanter war …

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„Letters from Iwo Jima“ von Clint Eastwood

Gut gemeint ist es auf jeden Fall. Besser sogar. Clint Eastwood zeigt nach seiner anscheinend (von mir leider noch nicht gesehenen) Demontage des Kriegsheldentums in „Flags of our Fathers“ nun die andere Seite des Kriegs um die japanische Insel Iwo Jima. Es ist schon mal sehr bemerkenswert, dass soetwas aus einem Land kommt, in dem man gerne gute ausländische Filme noch mal auf ‚amerikanisch‘ (das meint nicht nur die Sprache) dreht, um sie erst dann dem einheimischen Publikum vorsetzen zu können …

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Premium ready

Im Rückblick: Mein Lieblingshasswort in 2006 war Premium. Als Beobachter von Werbetexten im unteren Qualitätsbereich, z.B. als regemläßiger Leser von Aldi-Werbeheftchen, kann man sich ja an allerschönstem Unsinn erfreuen, je nach Charakter auch darunter leiden. Neben Bonmots wie „jetzt noch knusper knusper“ zu Cornflakes oder „echte wahnsinnige 1,6 Mhz“ im Laptop war im letzten Jahr die unaufhaltsame Entsinnung des Wortes „Premium“ zu verfolgen. Als Wischiwaschi-Kennzeichnung für angeblich besseres, also selbstverständlich teureres ist dem Begriff natürlich eine große Karriere im Kapitalismus in die Wiege gelegt. Das hört aber keinesfalls bei den Internetpräsenzen von Magazinen auf, die neben ihren im Rückschluss anscheinend schlechteren Texten auch „Premiuminhalte“ anbieten. Das gipfelt nun sogar in der Bezeichnung „Premium ready“ für einen Windows Vista PC, der nicht nur sofort einsetzbar ist, sondern noch sofortiger. Könnte mir das mal bitte jemand auf einer Zeitachse genauer erklären?

Der Wixxer unwixxig

Heute war die Pressevorführung zum zweiten Wixxer-Film, danach gab es noch eine große Pressesause mit den Beteiligten Oliver Kalkofe, Bastian Pastewka, Christiane Paul, Helmut Zerlett u.a. Nachdem ich mir den ersten geschenkt hatte, weil ich dachte, dass ist eh nur deutsches TV-Comedy Format fürs Kino aufgeblasen, bin ich diesmal hingegangen, obwohl es tatsächlich genau das Befürchtete ist …

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„Enron – The Smartest Guys in the Room“ von Alex Gibney

Vor zwei Jahren porträtierte der deutsche Regisseur Klaus Stern mit seinem Film Weltmarktführer – Die Geschichte des Tan Siekmann die Firma Biodata und seinen Manager, das ein klassisches Beispiel für die aufgeblähte New Economy lieferte, die abstrakte Millionen- und Milliardengeschäfte abwickelte, bevor sie wie ein Ballon zerplatzte …
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(Bundesstart: 25.1.2007)

Zuerst erschienen in Filmstart 01/07